Ein Kind des Kyffhäuserkreises ist nun Bäckermeister

Artern  Florian Trautmann aus Artern ist genauso alt wie der Kyffhäuserkreis und will diesem auch erhalten bleiben.       

Florian Trautmann ist der Filialleiter im Kur-Café in Bad Frankenhausen und seit Kurzem Bäckermeister. 

Florian Trautmann ist der Filialleiter im Kur-Café in Bad Frankenhausen und seit Kurzem Bäckermeister. 

Foto: Patrick Weisheit

Er ist nur wenige Wochen älter als der Landkreis, in dem er aufgewachsen ist. Florian Trautmann ist fest mit dem Kyffhäuserkreis verbunden und möchte diesem auch weiterhin treu bleiben. Zusammen haben beide in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag gefeiert.

Florian Trautmann ist der zweite Sohn der Arterner Bäckerfamilie Trautmann. Er wurde am 20. Mai 1994 im Sangerhausen geboren und wuchs in Artern und dem elterlichen Betrieb am Rathaus auf. Diesen haben seine Eltern in seinem Geburtsjahr übernommen. Bis heute konnte der Betrieb erheblich ausgebaut werden, indem die Familie im Jahr 2000 das Kur-Café am Anger in Bad Frankenhausen und 2010 das Stadtcafé in Sondershausen übernahm.

Ausbildung in einer Bäckerei in Apolda

Die Produktion für alle drei Filialen findet aber nach wie vor in der Arterner Backstube statt. „Dort bin ich zusammen mit meinem drei Jahre älteren Bruder Alexander quasi aufgewachsen, weshalb für uns beide feststand, dass wir in diesem Beruf bleiben wollen“, erzählt Trautmann.

Während sein Bruder mittlerweile Konditormeister ist, absolvierte er nach seinem Realschulabschluss an der Arterner Borlachschule zwischen 2010 und 2013 zunächst eine Ausbildung zum Bäcker in einer Handwerksbäckerei in Apolda. Nach seiner Rückkehr in die Heimat wurde er Filialleiter des Kur-Cafés in Bad Frankenhausen, bis er sich zu einer Weiterbildung entschloss. „Ich wollte meinen Meisterbrief erwerben und habe deshalb ab Anfang dieses Jahres für ein gutes halbes Jahr eine Schule in Dresden besucht“, erzählt Florian Trautmann.

Er wählte Dresden für die Fortbildung, weil die Stadt unter anderem für ihre Eierschecke und den Stollen bekannt ist und somit eine tolle Adresse für das Bäckerhandwerk, wie er sagt. Seine Abschlussprüfung zog sich dann über zweieinhalb Tage. „Ursprünglich wollte ich das Silberjubiläum des Kyffhäuserkreises als Thema verwenden. Das war unter dem Zeitdruck aber leider nicht möglich, weshalb ich mich für das Thema Erntedankfest entschied“, erzählt er. Während der Prüfung musste er unter anderem die Dresdner Eierschecke backen. „Ich freue mich, dass ich das nun beherrsche und wir die Eierschecke auch ab und an in unseren Läden anbieten können“, sagt er. Erweitert werden soll das Angebot ab September auch um ein Vollkorn-Karottenbrot mit Kürbiskernen, das er für die Prüfung kreiert hat und das sehr gut ankam. „Da sich die Prüfer im Anschluss alle ein halbes Brot davon mitgenommen haben, kann es so schlecht nicht gewesen sein“, scherzt er. Aktuell überlegt sich Florian Trautmann noch einen Namen für seine Kreation. Generell möchte er die Brot- und Brötchenpalette im Unternehmen künftig wieder etwas erweitern.

Auch soll das Kur-Café demnächst renoviert werden, wie er verrät. Aktuell werde am Konzept gearbeitet. Probleme gebe es allerdings dabei, Personal zu finden. „Wir suchen immer wieder motivierte Mitarbeiter und überlegen, auch eine Fachverkäuferin auszubilden, was dank meines Meisterbriefes nun möglich ist“, sagt er. In jedem Falle möchte er dem elterlichen Betrieb und somit auch dem Kyffhäuserkreis erhalten bleiben. Ihren Teil dazu bei trägt auch seine Freundin Anna-Lena Brückner, die er 2016 kennenlernte und die ihn, wie er sagt, tatkräftig unterstützt. „Mir gefällt das Leben hier auf dem Land. Ich habe ja nun die Großstadt in Dresden kennengelernt und für mich ist klar, dass ich gern Ausflüge in größere Städte unternehme, dort aber nicht wohnen möchte“, sagt Florian Trautmann.

Entwicklung des Kreises geht gut voran

Dem Kyffhäuserkreis und gerade Bad Frankenhausen bescheinigt er eine tolle Entwicklung. „Es kommen viele Touristen, auch aus dem Ausland hierher, das freut mich wirklich“. Eine ähnliche Entwicklung wünsche er sich für seine Heimatstadt Artern. Ein erster wichtiger Schritt dafür sei seines Erachtens, dass die zahlreichen Bauruinen in der Stadt beseitigt und somit das Stadtbild verschönert werde. Generell habe der Landkreis einiges zu bieten. Nachholebedarf gebe es bei Freizeitangeboten für Jugendliche. Dazu zählt er auch ein Kino in Artern, dessen Verlust er sehr bedauert.

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