Ein Traktor auf dem Schulhof in Greußen

Greußen.  16 Unternehmen beteiligen sich am Aktionstag „Schule trifft Wirtschaft“ in Greußen. Auch grüne Berufe vorgestellt

Probesitzen erwünscht: Der junge Landwirt Paul Nohr (links) vom Landwirtschaftsbetrieb Keitel ist mit dem Traktor gekommen, um interessierten Schülern wie Leah und Luise von seinem Beruf zu erzählen. Franziska Heßler (rechts) vom Jobstarter-Plus-Projekt Grünbund freut sich über das zunehmende Interesse an grünen Berufen.

Probesitzen erwünscht: Der junge Landwirt Paul Nohr (links) vom Landwirtschaftsbetrieb Keitel ist mit dem Traktor gekommen, um interessierten Schülern wie Leah und Luise von seinem Beruf zu erzählen. Franziska Heßler (rechts) vom Jobstarter-Plus-Projekt Grünbund freut sich über das zunehmende Interesse an grünen Berufen.

Foto: Sibylle Klepzig

Einmal auf dem Schulhof in einen Traktor steigen – am Freitag war das an der Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS) in Greußen möglich. Unter den 16 Firmen und Institutionen, die sich im Rahmen der Aktion „Schule trifft Wirtschaft“ den Schülern vorstellten, war auch der Landwirtschaftsbetrieb Keitel aus Clingen. Und wer könnte jungen Leuten besser von der dreijährigen Ausbildung zum Landwirt erzählen, als ein junger Landwirt wie Paul Nohr.

„Schule trifft Wirtschaft“ ist eine Aktion des Regionalmanagements Nordthüringen. Sie findet jährlich in verschiedenen Schulen im Kyffhäuserkreis statt. Wegen Covid-19 aber gab es eine lange Pause. „Es ist die erste Veranstaltung unter Corona-Bedingungen. Die Organisation war nicht einfach“, sagt Nicolle Linke, Regionalmanagerin für den Kyffhäuserkreis. Doch die angefragten Unternehmen hätten sofort zugesagt. „Es ist für sie wichtig, wieder mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Die Unternehmen wollen sich und ihre die Berufe vorstellen, Praktikumsplätze anbieten, Karrieremöglichkeiten aufzeigen“, weiß Linke aus ihren Gesprächen. Nachwuchs wird gebraucht. Für die Schüler bietet die Aktion eine gute Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren.

Unternehmen waren im ganzen Schulhaus verteilt

Das Hygienekonzept gab der Veranstaltung eine Art Messe-Charakter. Die Unternehmen waren im ganzen Schulhaus verteilt. Das Tragen der Maske im Gebäude war Pflicht. Rund 200 Schüler von der 9. bis 12. Klasse suchten sich die Stationen, die ihren Interessen entsprachen. Über Ausbildungsberufe im Bergbau informierte die Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft, kurz GSES. Die Elektrotechnik-Firma GSAB aus Greußen hatte ein Elektro-Auto dabei, um eines ihrer Produkte – eine Ladestation für den Heimgebrauch – zu präsentieren. Mubea aus Weißensee stellte die Produktion von Fahrwerksfedern vor und entsprechende Ausbildungsinhalte.

Auch soziale Berufe gehörten zum Spektrum. Das Nordhäuser Südharz-Klinikum und der Ambulante Pflegedienst Cura-Konzept in Greußen informierten über Pflegeberufe. Neben Firmen aus der Region, zu denen auch Schachtbau Nordhausen gehörte, nutzten ebenso überregionale Unternehmen wie die Thüringer Energie AG (Teag), die Krankenkasse AOK oder die Nordthüringer Volksbank die Plattform.

Interesse an Umwelt und Ernährung wächst

Für angehende Abiturienten offerierten die Fachhochschule Erfurt und die Hochschule Nordhausen ihre Studienangebote. Linke, die die Aktion zum dritten Mal an der TGS in Greußen veranstaltet hat, weist auf eine Neuheit hin. „Auf Wunsch der Schüler sind zum ersten Mal die Landes- und die Bundespolizei vertreten. “ In der Turnhalle bot die Bundespolizei Schülern sogar die Möglichkeit, den Sporteignungstest zu proben.

Die Vielfalt der grünen Berufe wurde am Stand des Jobstarter-Plus-Projektes Grünbund vermittelt. Das Interesse an Umwelt und Ernährung wächst – und damit auch die Nachfrage nach Berufen in Agrarwirtschaft und Gartenbau. Landwirt Paul Nohr hat in dem Bereich seinen Traumberuf gefunden, die Lehre in diesem Sommer mit Note 1,6 abgeschlossen. Er arbeitet weiter im Ausbildungsbetrieb Keitel und kann sich nichts Besseres vorstellen: „Erst die Tiere versorgen und dann raus aufs Feld. Ist was zu reparieren, ist man auch mal Schlosser. Langweilig wird es nie.“