„Erlebbarste Musikstadt Deutschlands“: Werben für Sondershausen mit Telefon-App und Stadtmodell

Sondershausen  Die Arbeitsgruppe „Musikstadt“ kann erste Erfolge bei der Installierung der Stadtmarke vorweisen. Musikalische Aktionsfreitage sind für 2020 geplant.

Mitarbeiter der CSC-Bildungseinrichtung haben dieses Modell der Musikstadt maßstabsgetreu gebaut. Martina Zimmermann (Musikerin im Loh-Orchester), Helga Marx (Bebraer Singvögel) sowie Alban Mehmeti und Arne Wiegand (beide Stadtverwaltung, von links) verfolgen darauf die markierten Musikwege.

Mitarbeiter der CSC-Bildungseinrichtung haben dieses Modell der Musikstadt maßstabsgetreu gebaut. Martina Zimmermann (Musikerin im Loh-Orchester), Helga Marx (Bebraer Singvögel) sowie Alban Mehmeti und Arne Wiegand (beide Stadtverwaltung, von links) verfolgen darauf die markierten Musikwege.

Foto: Dirk Bernkopf

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Die Stadt befindet sich weiter auf einem guten Weg zur „Erlebbarsten Musikstadt Deutschlands“, darüber war man sich gestern beim Treffen der Arbeitsgruppe „Musikstadt“ einig. Bei diesem Treffen informierte man über bislang Erreichtes im Prozess der Gestaltung der Musikstadt-Marke für Sondershausen und gab einen Ausblick auf weitere Ziele.

Mit dem Start des Projektes „Musikalischer Wanderweg“ im Jahr 2017 wollte man durch spielerische und interaktive Erlebnisse die Stadt mit dem Possen verbinden und so auch von den hohen Übernachtungszahlen im Erholungspark partizipieren, erklärte Marcus Strunck, Leiter des Stadtmarketings.

Bislang gebe es zwar ein Konzept und entsprechende Informationstafeln mit QR-Codes, ausgeschildert für Wanderer sei der Weg jedoch noch nicht. Laut Strunck sei man erst von der Diskussion um die auszuweisenden Urwaldflächen ausgebremst worden und jetzt von der großen Trockenheit im Wald. „Wir konnten noch keine Standorte für die Tafeln festlegen“, erklärte Strunck. Den enormen Aufwand für die Verkehrsicherungspflicht habe man bislang so nicht gekannt.

Revierförster Ralf Hubert warnte vor einer Explosion der Kosten und berichtete von Sicherungsmaßnahmen an der Possenallee zwischen Rondell und Steinbruch. „Wir haben dort an zwei Tagen rund 4000 Euro für Lohn und Technik verbrannt“, rechnete Hubert vor. Er veranschlagt etwa 20.000 Euro, die man benötigt, um der Verkehrssicherungspflicht am Musikwanderweg im Bereich des Waldes zu genügen. Zwar geschehe das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr, führe man aber Wanderer durch Tafeln zu bestimmten Punkten, so sei man in der Pflicht für dessen Sicherheit zu sorgen.

Auch wenn die Ausschilderung noch aussteht, so funktioniert zumindest die Telefon-App „Musikwege Sondershausen“ bereits. Sie kann kostenfrei auf Smartphones installiert werden. Die Applikation wurde mit Mitteln aus dem europäischen Leader-Programm gefördert. Anhand der App kann man sowohl den 3,7 Kilometer langen musikalischen Stadtrundgang als auch den 5,9 Kilometer langen musikalischen Wanderweg vom Marktplatz zum Possen nachverfolgen. Dazu gibt es Fotos, Informationen, Musikstücke und unterhaltsame Videos. Die Logos der beiden Musikwege können klar unterschieden werden: Ein rotes Gebäude mit dem symbolischen Bassschlüssel weist dem Weg innerhalb der Stadt. Der Bassschlüssel auf grünen Bäumen und Possenturm ist der Ausschilderung des Wanderwegs vorbehalten.

Innerhalb der Stadt sollen alle Schilder auf städtischem Grund noch dieses Jahr montiert werden. Für die Anbringung im Schlosspark sei die Stiftung Schlösser und Gärten zuständig. Im Park soll auch ein „Walk of Music“ entstehen. Analog dem „Walk of Fame“ in Hollywood sollen auf Bodenplatten die Namen von bedeutenden Persönlichkeiten der Musikgeschichte Sondershausens verewigt werden. Die Auswahl der Personen soll von einem noch zu gründenden Musikbeirat vorgenommen werden.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe konnten sich gestern an einem maßstabsgetreuen Modell ein Bild vom Verlauf der Musikwege innerhalb des Stadtgebiets machen. René Most hatte an dem Modell mit sechs Mitarbeitern der CSC-Bildungseinrichtung seit Februar gebaut. Farbig dargestellt werden im Modell nur die stadtbildprägenden Häuser mit einem musikalischen Hintergrund. „Mit dem Umzug der Tourist-Information in das sanierte Rathaus wird das Modell einen zentralen Platz bekommen“, versprach Marcus Strunck. „Es eignet sich auch hervorragend für den Start einer Stadtführung.“

Stadtführerin Edith Baars, auch sie engagiert sich in der Arbeitsgruppe, möchte das Modell nicht jahrelang bis zur Fertigstellung des Rathauses verstauben lassen und forderte eine Zwischenlösung, um das Modell der Öffentlichkeit zu zeigen. Die CSC-Mitarbeiter haben auch größere Modelle von Einzelobjekten gebaut, für die ebenfalls noch Standorte gesucht werden.

Angela-Katrin Böhme vom Stadtmarketing wünscht sich im kommenden Jahr wieder eine bessere Beteiligung beim Schaufensterwettbewerb zum Thema Musikstadt. Für 2020 ist auch geplant, mit großen Logos aus rostigem Stahl in den Kreiseln an der Erfurter Straße und in Stockhausen sowie an der Ortseinfahrt aus Richtung Bad Frankenhausen für die Musikstadt zu werben. Weiterhin sollen „Aktionsfreitage“ eingeführt werden. Von Mai bis Oktober soll an jedem zweiten Freitag, bei bis 17 Uhr verlängerten Wochenmarktzeiten, das Marktgeschehen mit Musik unterlegt werden. Das können Auftritte von Musikern, aber auch Musik aus der Konserve sein.

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