Wo ist das Krokodil? Experte soll an Fluss in Thüringen ermitteln

Sondershausen.  Die Köderfalle für das mutmaßlich in der Unstrut gesichtete Krokodil wird abgebaut. Ein ausgewiesener Fachmann soll sich jetzt der Spurensuche am Fluss widmen.

Am Ufer der Unstrut war bis Sonntag  eine Fotofalle installiert.

Am Ufer der Unstrut war bis Sonntag eine Fotofalle installiert.

Foto: Wilhelm Slodczyk / TA / Wilhelm Slodczyk

Die eigene Suche nach dem vor einer Woche angeblich gesichteten Krokodil in der Unstrut gibt das Landratsamt auf. Dafür soll jetzt ein Experte den Fluss nach Spuren des hier möglicherweise lebenden Krokodils absuchen. Das kündigte am Montag das Landratsamt an.

Die Fotofalle wird abgebaut, erklärt Heinz-Ulrich Thiele, Sprecher der Kreisverwaltung. Auch das Hühnchen, das seit vergangener Woche jeden Tag an einer Schnur über dem Fluss gehängt worden war und als Köder dienen sollte, kommt weg.

Nach einer neuerlichen Beratung mit Mitarbeitern der Zoos in Leipzig und Erfurt habe man sich entschlossen, die Fotofalle abzubauen und einen deutschlandweit anerkannten Experten heranzuziehen. Einen Namen nennt Thiele nicht. Aber der Mann sei bereit, sich in den kommenden Tagen an der Unstrut bei Schönewerda umzusehen.

Neugierige Spaziergänger am Flussufer

Kein Biss, kein Foto, keine neuen Spuren - wir wissen einfach nicht, woran wir sind“, sagt Elko Wendt von der Feuerwehr Roßleben. Gemeinsam mit anderen Kameraden hatte er seit vorigem Mittwoch, nach einem Schichtplan, die Fotofalle überwacht. Wendt hatte auch selbst Spuren im Uferschlamm fotografiert, diese dann Experten weitergeleitet. Doch die konnten nicht eindeutig bestätigen, dass die Abdrücke und Schleifspuren einem Reptil zuzurechnen seien. Auch dem nun bestellten Experten werde er gern zur Seite stehen. Ärgerlich sei laut Wendt der mittlerweile rege Verkehr von neugierigen Spaziergängern. „Das ist der Sache sicher nicht dienlich.“

„Wir können die Maßnahmen ja auch nicht ewig aufrechterhalten“, sagt Bürgermeister Steffen Sauerbier (SPD), der zig TV-Sendern Rede und Antwort stand. Von MDR über RTL und Sat.1 bis n-tv - überall hatte es Schönewerda in die Nachrichten geschafft. Sauerbier: „Das war, ganz nebenbei, ein zusätzlicher Werbeeffekt für unsere schöne Region.“

Das Verbot im Fluss zu baden, zu angeln oder mit einem Boot zu fahren besteht fort. Auch im Uferbereich und auf dem Unstrut-Radweg dürfe sich niemand aufhalten, so Thiele.

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