Fachleute treffen sich in Bad Frankenhausen: „Gestern wurde geheilt, heute geht es darum, gesund zu bleiben“

Bad Frankenhausen  In Bad Frankenhausen diskutieren Thüringer Vertreter von Kur und Tourismus über die gegenwärtigen Chancen des Gesundheitstourismus.

Beim Thüringer Gesundheitstourismuskongress tauschten gestern rund 120 Akteure der Branche in der Rotbart-Arena in Bad Frankenhausen

Beim Thüringer Gesundheitstourismuskongress tauschten gestern rund 120 Akteure der Branche in der Rotbart-Arena in Bad Frankenhausen

Foto: Kerstin Fischer

Gesund und fit sein, wer möchte das nicht. Entsprechend boomt die Gesundheitsbranche. Und auch Tourismusangebote können davon entscheidend profitieren.

Unter dem Motto „Kur auf Tour(ismus)“ diskutierten gestern rund 120 Vertreter der landesweit 18 Kurorte und Heilbäder, unter ihnen Kurdirektoren, Bürgermeister, Marketingverantwortliche, Vertreter der Gesundheits- und Tourismusbranche, der Politik und Wirtschaft, beim Thüringer Gesundheitstourismuskongress in Bad Frankenhausen darüber, wie Thüringens Kurorte und Heilbäder eine Vernetzung von Gesundheit und Eigenverantwortung für gesunde Lebensweise erreichen, Synergien entwickeln und Angebote schaffen können, die den Nerv des gesundheitsbewussten Gastes treffen.

Es war der zweite Kongress dieser Art, zu dem der Thüringer Heilbäderverband als Interessenverband der Heilbader und Kurorte in Thüringen eingeladen hatte. Der erste Kongress fand 2016 in Friedrichroda statt. Ziel der Veranstaltung ist es, Akteure im Kur- und Bäderwesen, im Tourismus sowie in der Politik und der Öffentlichkeit zum Erfahrungsaustausch zusammenzubringen, Netzwerke zu bilden und für die Herausforderungen und Chancen der Branche zu sensibilisieren.

Bad Frankenhausens Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) freute sich, als Gastgeber den Kongress auszutragen. „Erfahrungsaustausch unter den Kurorten und Heilbädern ist enorm wichtig, um zu sehen, was und wie machen das die anderen“, meinte Strejc, der selbst an der Tagung teilnahm, auf Nachfrage am Rande. „Und natürlich ist es auch eine gute Werbung für die Stadt. Insofern bin ich auch froh, dass wir Nils Schumann mit einbinden konnten als Ehrenbürger unserer Stadt.“

Neben den von Krankenkassen bezahlten Kuren müssten und wollten Menschen selbst etwas für ihre Gesundheit tun, hieß es. Sie verglichen deshalb die Angebote in einzelnen Orten und Regionen. Unter anderem befassten sich die Tagungsteilnehmer mit neuen Chancen in Prävention und Gesundheitsentwicklung, ökonomischen Effekten im Gesundheitstourismus, wie aus der Gesundheitskompetenz Wertschöpfung zu generieren und befassten sich in einer Podiumsdiskussion zum Thema „Regionen im Aufbruch – Warum sich Millioneninvestitionen in den Tourismus lohnen“ mit touristischer Standortentwicklung auf neuen Wegen.

Seit über 200 Jahren ist Thüringen für seine Heilbäder bekannt. Was einst begann, reicht heute längst nicht mehr, um Gäste zu gewinnen. Gefragt sind neue Ideen und Konzepte. „Gestern ging es um die Heilung von Krankheiten. Heute geht es darum, dass man lange gesund bleibt. Und morgen geht es darum, dass wir besser werden“, brachte Oliver Leisse, der Geschäftsführer von See More Future Research & Development aus Hamburg, in seinem Vortrag die Herausforderung für die Branche in den nächsten Jahren auf den Punkt.

Der Gesundheitstourismus sei ein vielversprechender Zukunftsmarkt, hieß es. Thüringens Heilbäder verzeichnen pro Jahr weit über zwei Millionen Übernachtungen. Mit ihrem Millionenumsatz haben Kurorte inzwischen auch eine enorme wirtschaftliche Bedeutung und sind Arbeitgeber für Tausende von Menschen.

Am Rande präsentierten sich Unternehmen aus der Gesundheits- und Tourismusbranche aus der Kyffhäuserregion, unter ihnen die Kur- und Tourismus GmbH Bad Frankenhausen, das Reha-Zentrum sowie die Reha-Klinik für Kinder und Jugendliche aus Bad Frankenhausen, um mit den Tagungsteilnehmern ins Gespräch zu kommen. Der aus Bad Frankenhausen stammende Olympiasieger Nils Schumann bot mit „Kampf dem Mittagstief“ den Tagungsteilnehmern nicht nur eine Aktivpause im Frankenhäuser Kurpark an, sondern referierte auch. Sein Thema: „Es müssen nicht gleich die Olympischen Spiele sein: Fit ohne Stress – in Alltag und Sport den eigenen Rhythmus finden“.

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