Festival auf Freilichtbühne in Artern

Artern  Mit „Dark im Park“ will ein Erfurter in Artern ein neues Angebot etablieren, das zum Anziehungspunkt für Musikfreunde aus dem ganzen Land werden soll.

Der Erfurter Thomas Wüst bringt eine neue Veranstaltung nach Artern. Mit „Dark im Park“ lädt er am kommenden Samstag nach Artern auf die Freilichtbühne und spricht damit vor allem die schwarze Szene an.  Foto: Patrick Weisheit

Foto: Patrick Weisheit

Es tut sich etwas auf der Freilichtbühne. Fast aus dem Nichts hat der Erfurter Thomas Wüst mit Hilfe des Arterners Christian Lustig eine neue Veranstaltung aus dem Boden gestampft, die am kommenden Samstag erstmalig stattfindet. Mit „Dark im Park“ spricht er vor allem die „schwarze Szene“ an, die in ganz Deutschland zahlreiche Anhänger hat. Vorgesehen sind die Auftritte von drei Livebands und im Anschluss ei-ne Depeche-Mode-Party.

Die Freilichtbühne hat es Thomas Wüst angetan. Er kennt diesen Veranstaltungsort noch aus DDR-Zeiten, als er einen Teil seiner Kindheit bei seiner Tante in Artern verbrachte. „Als ich mal wieder meine Tante anlässlich ihres Geburtstages in Artern besuchte, wollte ich meinem Sohn das Soleschwimmbad zeigen. Beim Spaziergang durch den Salinepark fiel mir dann sofort wieder die Freilichtbühne und ihre tolle Lage auf. Da stand für mich fest, dass ich hier etwas anbieten will“, erzählt Wüst.

Drei Livebands an einem Abend

Die neue Veranstaltung soll „Dark im Park“ heißen und in ihrer Erstauflage ein eintägiges Angebot sein. Die Stadt Artern stellt die Freilichtbühne zur Verfügung, die heute vom Bauhof hergerichtet werden soll. Ab 16 Uhr soll am Samstag Einlass auf das Gelände sein. Bis zum Veranstaltungsbeginn gegen 18 Uhr steht den Besuchern bereits Verpflegung durch einen Arterner Dienstleister zur Verfügung. Zunächst bekommen die Besucher gleich drei Live-Bands geboten. „Das ist zum einen ,N-Frequency‘ aus Nordhausen, denen ich eine Bühne geben will, um sich in der Region bekanntzumachen. Danach folgen ,Vanguard‘ aus Schweden und zum Schluss spielen ,Chrom‘ aus Düren“, freut sich Wüst. Im Anschluss, etwa ab 22 Uhr, gibt es dann eine Open-Air-Depeche-Mode-Party, für die eigens eine zehn Quadratmeter große LED-Leinwand aufgebaut wird, auf der dann die Musikvideos der Synthie-Pop-Gruppe abgespielt werden.

Für Thomas Wüst ist „Dark im Park“ die erste Veranstaltung, die er in Nordthüringen auf die Beine stellt. Unterstützung erhält er dabei vom Arterner Christian Lustig. Wüst zeichnete sich zuvor verantwortlich für das Festival „Pool of Darkness“, das in Erfurt stattfand. Dort machte er sich auch einen Namen als DJ für die Depeche-Mode-Partys in der Alten Parteischule. Nachdem eine Fortführung von „Pool of Darkness“ in Erfurt scheiterte, suchte Wüst nach Alternativen und wurde nun in Artern fündig.

Interessenten aus ganz Deutschland

„Der Kartenvorverkauf läuft bisher ziemlich gut. Wir konnten schon über 250 Tickets in ganz Deutschland verkaufen. Die schwarze Szene freut sich auf einen neuen Veranstaltungsort“, sagt Co-Organisator Christian Lustig. Mit der schwarzen Szene ist eine in den späten 1980er-Jahren entstandene Szene gemeint. Diese entwickelte sich aus einer jugendkulturellen Gemeinschaft über Jahrzehnte hinweg zu einem altersunabhängigen sozialen Netzwerk, dessen große Gemeinsamkeit in einem ästhetischen, selbstdarstellerischen und individualistischen Konzept liegt. Dabei ist die Farbe schwarz der Kern der Darstellung, weshalb die Anhänger zumeist schwarze Kleidung in verschiedenster Ausführung tragen. In Deutschland gibt es bereits viele verschiedene Veranstaltungen für diese Szene. Das wohl bekannteste ist das Wave-Gothic-Treffen, das in jedem Jahr am Pfingstwochenende in Leipzig stattfindet.

Große Pläne für die Zukunft

„Dark im Park“ soll aber keine einmalige Veranstaltung werden. „Für mich steht jetzt schon fest, dass wir auch im kommenden Jahr wieder ein Angebot für die schwarze Szene auf der Freilichtbühne machen werden“, sagt Thomas Wüst. Dann, so verrät er, soll das Festival über zwei Tage vom 19. bis 20. Juni 2020, gehen. Für den 19. Juni plant Wüst den Auftritt von drei Livebands und am Samstag sollen noch einmal fünf weitere Bands spielen. Zusätzlich soll dann auch die Möglichkeit geboten werden, auf der Rasenfläche des Soleschwimmbades zu zelten und somit in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort zu übernachten. Auch von der Stadtverwaltung habe es für diese Pläne schon wohlwollende Zeichen gegeben.

„Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Das wird toll, denn wir wollen hier dauerhaft etwas etablieren“, sagt Wüst. „Ich bin fest davon überzeugt, dass ,Dark im Park‘ ab 2021 ein deutschlandweit bekanntes Festival sein wird“, freut sich auch Christian Lustig auf die Zukunft.

Zu den Kommentaren