Feuerwehr in Langenroda steht vor dem Aus

Langenroda  Ein dunkler Schatten liegt über dem 150. Feuerwehr-Geburtstag: Der Löschtrupp von Langenroda steht vor dem Aus. Kameraden werden jetzt abgefragt, ob sie in anderen Wehren mitmachen wollen.

Voll war es in Langenroda, als das Polizeimusikkorps zum Feuerwehrgeburtstag spielte.

Voll war es in Langenroda, als das Polizeimusikkorps zum Feuerwehrgeburtstag spielte.

Foto: Kerstin Fischer

Die Feier zum 150-jährigen Bestehen wird die letzte der Feuerwehr in Langenroda gewesen sein. Sofern nicht doch noch ein Wunder geschieht und sich jemand findet, der sich für die Brandhelfer des zur Stadt Roßleben-Wiehe gehörenden Wieheschen Ortsteils sprichwörtlich den Hut aufsetzt.

An diesem betrüblichen Umstand führte für Dagmar Dittmer (CDU) kein Weg vorbei. In ih-rem Grußwort vor Kameraden, geladenen Gästen und Besuchern hatte Wiehes langjährige Bürgermeisterin und jetzige Ortschaftsbürgermeisterin an die Geschichte einer der ältesten Wehren der Region erinnert, die zeit ihres Bestehens als feste Gemeinschaft dank ihrer großartigen Hilfseinsätze für ein besseres Leben im Ort auch jenseits des Feuerwehrgeschehens im Dorf nicht wegzudenken war.

„Zum einen ist heute ein Freudenfest, weil es nicht viele Wehren gibt, die älter sind als wir. Zum anderen ein Abschiedsfest, weil die Chancen auf Fortbestand und Einsatzfähigkeit der Wehr in Frage stehen“, so Dittmer, die selbst Feuerwehrmitglied in ihrem Wohnort Langenroda ist. 16 aktive Mitglieder gehören derzeit der Wehr an. Dazu 12 passive sowie 15 Ehren-mitglieder. Seit 2015 ist die Wehr ohne Führung. Daran änderten auch Aufrufe und persönliche Gespräche mit der Bürgermeisterin wie zuletzt auch mit dem Bürgermeister der neu gegründeten Stadt Roßleben-Wiehe, Steffen Sauerbier (SPD), sowie dem Kreis- und dem Stadtbrandmeister Marcel Thomann und Benjamin Vogt nichts. „Mitmachen wollen alle – aber Verantwortung übernehmen...?!“, bedauerte Dittmer, dass sich in der Wehr niemand fand und nun die Abmeldung der Wehr aus dem aktiven Einsatzgeschehen unmittelbar bevorsteht.

Nun sollen die Kameraden angeschrieben werden, um ihre Bereitschaft zur weiteren Mitarbeit in der Feuerwehr an einem anderen Standort abzufragen, wie Dittmer ankündigte. Der Stadtbrandmeister werde dann über den Ausbildungsort entscheiden. „Deshalb möchte ich bei diesem Fest die Hoffnung nicht ganz ersticken lassen, dass zumindest einige Kameraden der Feuerwehrtradition treu bleiben. Wenn auch nicht am Standort Langenroda.“

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