Feuerwehren in Wasserthaleben in Aktion

Greußen  Sechs freiwillige Feuerwehren starten zur Sternfahrt der Verwaltungsgemeinschaft Greußen. Team Greußen gewinnt den Wanderpokal.

Steht keine Drehleiter zur Verfügung, dann können Personen mit dem sogenannten Leiterhebel gerettet werden. Die Feuerwehrfrauen und -männer der Einsatzgruppe von Westgreußen beherrschten diese Übung und bargen die Trage aus der ersten Etage einer Gaststätte in Wasserthaleben.

Steht keine Drehleiter zur Verfügung, dann können Personen mit dem sogenannten Leiterhebel gerettet werden. Die Feuerwehrfrauen und -männer der Einsatzgruppe von Westgreußen beherrschten diese Übung und bargen die Trage aus der ersten Etage einer Gaststätte in Wasserthaleben.

Foto: Dirk Bernkopf

Mancher Autofahrer traute am Samstag in Wasserthaleben seinen Augen nicht, als aus der ersten Etage der Gaststätte „Zum Frosch“ eine Rettungstrage schwebte und die Feuerwehrleute mit der unkonventionellen Rettungsmethode des Leiterhebels eine Person transportierten. Die Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft Greußen waren mal wieder auf Sternfahrt und diese Station war eine von insgesamt acht Herausforderungen.

Zum fünften Mal organisierten die freiwilligen Feuerwehren diesen Ausbildungstag. Die Idee dazu hatte Manuel Wölbing, Wehrführer der Feuerwehr in Wasserthaleben, einst aus dem Kreis Sömmerda mitgebracht. Am Samstag nahmen sechs von insgesamt 13 Wehren der VG an der Sternfahrt teil.

Die zu lösenden Aufgaben waren recht vielfältig: Absicherung einer Rettungshubschrauberlandung, Retten einer Person mit Steckleiter, Erste Hilfe, Löscheinsatz unter Beachtung der Feuerwehrdienstvorschrift 3, Funkkontakt mit der Leitstelle, Befreien einer eingeklemmten Person mittels Hebelgesetz, Knoten und Stiche und zum Abschluss das Beantworten eines ganzen Fragekatalogs. „Die Qualität der Mannschaften steigt von Jahr zu Jahr, da müssen wir bei der Stationsgestaltung immer erfindungsreicher werden“, erklärte Ingo Wolf, Kreisbrandmeister und Ausbilder für den Bereich Greußen.

Beim simulierten Löscheinsatz auf dem Gelände der Feuerwehr in Greußen konnten die Mannschaften besonders punkten. Bewertet wurden die Sicherung des Fahrzeugs, die Befehlswiederholung, die Reihenfolge beim Aufbau der Schlauch­strecke, die Zusammenarbeit der Gruppe sowie die Einhaltung der Dienstvorschrift. Am schnellsten war das Team der Freiwilligen Feuerwehr Clingen. Es unterbot mit 4:16 Minuten das Limit von 6:30 deutlich.

Eine der schwierigsten Auf­gaben war die Personenrettung mittels Steckleiter. „In Zeiten von Drehleitern ist diese Übung fast nicht mehr notwendig, jedoch Bestandteil unserer Ausbildung“, erläuterte Wolf. Auch wenn auf der Trage nur eine Puppe lag, so gingen alle Mannschaften mit großem Ernst in diese Prüfung. Mehr als die reine Zeit zählte dabei die Qualität der Durchführung.

„Wir haben viel zu lange gebraucht und auch Fehler gemacht – aber dafür üben wir ja“, resümierte beispielsweise Sinead Maier. Die Feuerwehrfrau aus Westgreußen hatte erst vor einem halben Jahr ihre Gruppenführerausbildung abgelegt.

Mehr Routine zeigten die Frauen und Männer im Gerätehaus der Feuerwehr von Großenehrich. Nadine Schreivogel-Reilich leitet hier die Jugend-Rotkreuzgruppe, deren Mitglieder sind zugleich in der Jugendfeuerwehrgruppe ihres Mannes Sven Schreivogel. Ihre Kinder Laurin und Tim nahmen – täuschend echt mit Kunstblut geschminkt – keine Rücksicht darauf, dass kein Retter gern Blut sieht und stellten sich als Unfallopfer zur Verfügung. An einer Puppe konnten Herzdruckmassagen geübt werden. Die Bewertungsnoten fielen durchweg positiv aus.

In der Endabrechnung gewann die Mannschaft aus Greußen mit 30 Punkten. „Wir mussten unser Team auslosen, so viele wollten mitmachen“, freute sich Ingo Wolf. Die Stützpunktfeuerwehr verfügt über eine maximale Stärke von 40 Einsatzkräften. Auf Rang zwei kam Wasserthaleben (33 Punkte), gefolgt von Clingen (35), Westgreußen, Niederspier und Großenehrich. Ausbilder Wolf war erfreut darüber, dass die Fehlerquote in der Theorie gegen Null tendierte – und das am Ende des Ausbildungstages auch der Spaß bei der gemeinsamen Auswertung nicht zu kurz kam.

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