Forstamt Sondershausen zahlt Prämien an Wildschweinjäger

Kyffhäuserkreis.  Um die nahende Afrikanische Schweinepest abzuwehren soll Schwarzwild auch im Kyffhäuserkreis reduziert werden. Mildes Wetter erschwert die Jagd.

Für den Abschuss  von Wildschweinen gibt es aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest Prämien.

Für den Abschuss von Wildschweinen gibt es aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest Prämien.

Foto: Dirk Bernkopf

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Mehr als 120.000 Euro wurden seit Jahresbeginn vom Forstamt Sondershausen an Jäger in ganz Thüringen für den Abschuss von Wildschweinen ausgezahlt. Das war jetzt von Forstamtsleiter Uli Klüßendorf zu erfahren.

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, gibt es vom Laqnd Thüringen 25 Euro Prämie für jeden erlegten Schwarzkittel. Für die Abrechnung ist die Forstbehörde in Sondershausen zuständig.

Im vergangenen Jahr waren dort laut Klüßendorf Prämien im Wert von etwa einer halben Million Euro bewilligt und überwiesen worden.

Auch in diesem Jahr würden fortlaufend weiter Prämien gezahlt, erklärte der Forstamtschef. Die Ruhezeit bei der Jagd auf Wildschweine, die normalerweise am 1. Februar beginnt und bis Mai andauert, sei in diesem Jahr ausgesetzt worden. Das sei entschieden worden, weil das Virus, der die für Schwarzwild und Hausschweine gleichermaßen extrem tödliche Krankheit auslöst bereits die deutsch-polnische Grenze erreicht habe. „Von dort kann der Erreger an Autos innerhalb von einem Tag bis in unserer Region eingeschleppt werden.“

Dass er sich hier nicht ausbreitet könne, so Klüßendorf weiter, nur verhindert werden, wenn die Zahl der Schwarzkittel so stark reduziert sei, dass sie möglichst gar nicht mehr in Kontakt mit Virusträgern kommen können. „Wird nur ein einziges erkranktes Wildtier entdeckt, ist das gleichbedeutend mit dem Aus für die gesamte Schweinefleischproduktion in der betroffenen Region, wahrscheinlich sogar in ganz Deutschland“, schildert der Forstamtsleite die Gefahr durch die Seuche.

Erschwert werde die Jagd auf die Borstentiere allerdings im Moment durch die milde Witterung, erklärt der Förster. Zum einen fehle eine Schneedecke, vor der die Tiere auch bei wenig Licht in Wald und Flur gut zu erkennen und damit sicher zu schießen wären.

Außerdem stehe den Tieren derzeit ein so reichhaltiges Nahrungsangebot zur Verfügung, dass sie sich in kurzer Zeit satt fressen können. Danach verbrächten sie den größten Teil des Tages irgendwo in guter Deckung versteckt ..

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