Friedhofsgebühren steigen in vielen Kommunen

Kyffhäuserkreis.  Kosten für Bestattung und Grabstätten regeln Kommunen im Kyffhäuserkreis unterschiedlich. Besonders in den Städten ist es teuer.

Friedhof und Trauerhalle in Großberndten.

Friedhof und Trauerhalle in Großberndten.

Foto: Dirk Bernkopf

Stirbt ein Mensch, ist das für Angehörige ein Schock. Außer die Trauer zu bewältigen, müssen Trauerfeier und Bestattung organisiert werden. Der finanzielle Aufwand für eine Beerdigung ist groß. Wie groß, lässt sich schwer sagen. Zu den Kosten für das Bestattungsunternehmen, die Trauerfeier kommen noch die Kosten für die Beisetzung auf dem Friedhof und je nach Art der Bestattung Kosten für die Grabstätte und Nutzungsgebühren. Das regelt jede Kommune ganz unterschiedlich in der Friedhofssatzung und in der Friedhofsgebührensatzung.

Vergleichen lassen sich die Gebühren deshalb nur schwer. Nutzungsrechte, Verwaltungsgebühren, Umlagen und Genehmigungsentgelte und auch eine Vielzahl an Möglichkeiten bei der Grabwahl regelt jeder Friedhofsbetreiber anders. Zudem unterscheiden sich die Friedhofsanlagen erheblich. In den Städten gibt es nicht nur mehr Auswahl bei den Grabstätten, die Anlagen fallen viel größer aus als in den Dörfern. So ist auch für die Pflege für Grünflächen, Bäume und Gebäude viel umfangreicher, erfordert mehr Personalaufwand. Laut Thüringer Kommunalabgabengesetz dürfen die Gebühren für die Nutzung der Friedhöfe höchstens so bemessen sein, dass die Kosten des Friedhofs gedeckt werden.

Zurzeit wird wieder in vielen Gemeinde- und Stadträten über die Friedhofsgebühren diskutiert. In den neu gegründeten Landgemeinden muss erstmals eine Satzung beschlossen werden. Roßleben-Wiehe hat dies vor kurzem gemacht. Besonders für die Bestattung auf den kleinen Dorffriedhöfen stiegen die Preise erheblich: Für ein Einzelgrab (20 Jahre) in Donndorf müssen statt bislang 150 Euro nun 1155 Euro gezahlt werden. Die Stadt An der Schmücke und die Landgemeinde Stadt Artern bereiten die Satzung noch vor. Auch die Fusion von Greußen, Großenehrich und Wolferschwenda ab Januar 2021 wird eine neue Friedhofsgebührensatzung erfordern.

In Sondershausen und Bad Frankenhausen stehen derzeit Anpassungen ebenfalls an. Alle vier Jahre ist dies eigentlich gesetzlich erforderlich. In Ebeleben mahnt die Kommunalaufsicht das bereits seit zehn Jahren an. Der Ebelebener Stadtrat hat nun zumindest eine Unternehmen für eine Kalkulation beauftragt. Ob daraus auch eine geänderte Satzung wird, darüber ist sich der Stadtrat nicht einig. Dass die Stadt den Friedhof aber seit Jahren in erheblicher Höhe bezuschusst, stimmt die Stadträte auch nicht froh. Schließlich ließe sich das Geld anderweitig gut verwenden.

In Sondershausen soll an diesem Donnerstag die Gebührensatzung beschlossen werden. Die Berechnungsweise wäre angepasst worden und hätte bei einigen Gebührenarten zu einer Reduzierung geführt, bei anderen zu einer Erhöhung, kündigte die Stadtverwaltung an. Bei der Kostendeckung hätten sich die Stadträte in den Ausschüssen auf eine Steigerung von 71 auf 75 Prozent entschieden. Der Landesschnitt liegt nach Angaben der Stadtverwaltung Sondershausen bei 79,39 Prozent.

Günstiger werden soll in Sondershausen ein Erdwallgrab für 30 Jahre. 2190 Euro kostet das derzeit, die geplante Satzung sieht Kosten von 2074 Euro vor. Günstiger werden sollen auch der Erwerb zu Lebzeiten und die Verlängerung der Nutzungsrechte für ein Erdwahlgrab. Höhere Kosten sind bei Urnenbeisetzungen vorgesehen. Das Urnenwahlgrab mit bis zu vier Urnen und 30 Jahren Nutzungsrecht kostet derzeit 1802 Euro. Künftig soll ein Urnenwahlgrab mit bis zu zwei Urnen für 30 Jahre 2385 Euro kosten.

Friedhofsgebühren im Kyffhäuserkreis am Beispiel einer Feuerbestattung mit Urnengrab:


Sondershausen: Urnenwahlgrab für 30 Jahre 1802 Euro, stehendes Grabmal 183 Euro, Urnenbeisetzung 97 Euro, Benutzung der Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof 151 Euro

Bad Frankenhausen: Urnenwahlgrab für 30 Jahre 727 Euro und 50 Euro Verwaltungsgebühr, Urnenbeisetzung 41 Euro, Trauerhallennutzung 60 Euro

Artern: Urnenwahlgrabstätte für 30 Jahre 260 Euro, Bestattung, stehendes Grabmal 78 Euro, Besetzung einer Urne 26 Euro, Feierhalle in Artern Ausschmückung 52 Euro plus Betriebskosten 52 Euro plus musikalische Anlage 8 Euro

Greußen: Nutzungsrecht für eine Urnengrabstätte 1275 Euro, Urnenbestattung 50 Euro, Benutzung der Leichenhalle 159 Euro

Ebeleben: Urnenbestattung mit Grabstätte für 30 Jahre 250 Euro, Urnenbeisetzung 50 Euro

Kyffhäuserland: Urnengrab mit bis zu zwei Urnen für 20 Jahre 165 Euro, Urnenbeisetzung 50 Euro, Benutzung Trauerhalle 30 Euro, Grabmal 30 Euro

Helbedündorf: Beisetzung einer Ascheurne 75 Euro, Nutzung Trauerhalle 25 Euro, in Toba muss für Wasserentnahme und Pflegeleistungen 4 Euro pro Urnengrab im Jahr gezahlt werden

Heldrungen: Urnenwahlgrabstätte für 30 Jahre 300 Euro, Beisetzung Urne 50 Euro, für Leistungen wie Wasser und Unterhaltung der Anlage wird eine Umlage von 120 Euro erhoben, Nutzung Trauerhalle 50 Euro

Quelle: Satzungen der Kommunen