Für die Bombenopfer in Sondershausen: Mehrere Vorschläge für Gedenkort

Sondershausen  In Sondershausen begann eine Debatte um das geplante Mahnmal als Erinnerung an die Bombardierung der Stadt zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

Das Geschäft in der Marienstraße (heute August-Bebel-Straße), Ecke Nordhäuser Straße – hier um 1900 – wurde durch Bomben am 8. April 1945 völlig zerstört. Viele Menschen starben.

Das Geschäft in der Marienstraße (heute August-Bebel-Straße), Ecke Nordhäuser Straße – hier um 1900 – wurde durch Bomben am 8. April 1945 völlig zerstört. Viele Menschen starben.

Foto: Sammlung Hanna Nagel

Der Vorstoß von Helmut Köhler und Bürgermeister Steffen Grimm (pl), in Sondershausen einen Ort zum Gedenken und Mahnen an die Bombardierung Sondershausens am 8. April 1945 zu schaffen, stößt in der Stadt durchaus auf Interesse. Der zurzeit in Betracht gezogene Platz am Busbahnhof aber sorgt auch für Widerspruch. An der Stelle hatte bis vor Kurzem eine öffentliche Toilettenanlage gestanden.

Nubi-Stadtrat Gerhard Axt, der bereits seit Längerem für einen solchen Ort wirbt, äußerte Kritik. Nicht nur, dass es in diesem Jahr erstmals überhaupt kein öffentliches Gedenken in der Stadt gegeben habe, stört Axt, er findet auch den Ort falsch gewählt. Zudem genüge eine Glocke nicht, meint Axt. Auch im Stadtrat äußerte er sich kritisch.

Das Wohn- und Geschäftshaus Kiel, das an der Nordhäuser Kreuzung (ehemals Marienstraße, heute August-Bebel-Straße und Nordhäuser Straße) gestanden habe und am 8. April 1945 zerstört worden sei, wäre als zentraler Platz besser geeignet. An dieser Stelle befinde sich bereits eine Wiese mit Bänken, ausreichend Platz für einen Gedenkstein gebe es ebenfalls.

Die Glocke aus der Trinitatiskirche mit einem Bibelspruch werde seines Erachtens dem Anspruch an einen solchen Ort nicht gerecht. Es sollte einen Gedenkstein geben mit den Worten: „Dem Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Erinnerung und Mahnung: Am 8. April 1945, einen Monat vor Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde Sondershausen durch amerikanische Jagdbomber bombardiert. 181 Menschen starben, 15 wurden nie gefunden“, schlägt Axt vor. In der jüngsten Stadtratssitzung wurde ein weiterer Vorschlag eines Bürgers vorgetragen. Auf der Grünfläche an der Ecke Richard-Wagner- und Hans-Schrader-Straße, an der bis zur Bombardierung ebenfalls ein Haus stand, solle ein Gedenkstein errichtet werden.

Der Ort am Busbahnhof war vorgeschlagen worden, weil er in der Innenstadt liegt und zwischen der August-Bebel-Straße und der Johann-Karl-Wezel-Straße die meisten Häuser getroffen worden waren. Die nicht mehr benötigte Kirchenglocke der Trinitatis-Kirche, die am 8. April 1955 gegossen worden war, trägt bereits die Inschrift „Den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung. 8.4.1945“. Im Kulturausschuss soll das Thema demnächst behandelt werden.

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