Getrübte Vorfreude: Obstbauern in Mönchpfiffel erwarten eine mittelmäßige Ernte

Mönchpfiffel  Trockener Boden setzt den Bäumen in der Obstplantage zu. Viele Äpfel hängen an den Bäumen, aber die Früchte bleiben oft nur klein.

Bei der Klostergut Mostobst GmbH läuft seit Ende August die Ernte. Von einigen Sorten – hier Obstbaumeister Manfred Höroldt mit „Revena“ – hängen die Bäume voll. Allerdings blieben viele Früchte nur klein, weil der Regen fehlte und der Boden ausgetrocknet ist.

Bei der Klostergut Mostobst GmbH läuft seit Ende August die Ernte. Von einigen Sorten – hier Obstbaumeister Manfred Höroldt mit „Revena“ – hängen die Bäume voll. Allerdings blieben viele Früchte nur klein, weil der Regen fehlte und der Boden ausgetrocknet ist.

Foto: Wilhelm Slodczyk

Rot leuchten die Äpfel aus dem grünen Laub der Bäume in den langen Plantagen der Klostergut Mostobst GmbH. Viele hängen dran, so dass sich die Äste unter der Last nach un-ten biegen. Doch für ein gutes Apfeljahr reicht es nicht. Davon sind die Mönchpfiffeler auch in diesem Jahr meilenweit entfernt.

„So einen Regen wie am Montag hätten wir drei Monate früher haben müssen. Und das jede Woche“, sagt Manfred Höroldt. Der Obstbaumeister hat das Regenradar verfolgt. Den ganzen Sommer über, immer und immer wieder. Der Süden bekam einiges ab, der Westen und auch der Norden. Und immer wenn die Hoffnung stieg, dass auch Mitteldeutschland mal etwas mehr als nur ein paar Tropfen abbekommt, dann teilte sich das Regengebiet und machte einen Bogen. Es war wie verhext. „Unterwegs ist der Regen immer irgendwo hängen geblieben“, sagt Manfred Höroldt.

Die Folgen zeigen sich an den Bäumen des Mostobstherstellers. „Wir wären die glücklichsten Menschen, wären die Äpfel nicht so – sondern so“, formt Höroldt die Finger seiner Hand erst auf Walnuss- und dann auf Tennisballgröße. Alles, was walnussgroß ist, kommt nicht in der Presse an, sondern geht auf dem Weg dorthin verloren.

Am 19. August hatte die Ernte begonnen. Das war verhältnismäßig früh. Den Auftakt bildete wie immer die frühe Sorte „Retina“. Die ist inzwischen komplett vom Baum geholt. Mittlerweile ist „Remo“ an der Reihe, die Hauptsorte des Unternehmens. Remo macht ein Drittel der rund 230 Hektar großen Anbaufläche aus. Drei Erntemaschinen hat der Betrieb auf seinen Plantagen im Einsatz. Die Prozedur ist immer die gleiche und wiederholt sich von Baum zu Baum: Zwei große Kunststoff-Flügel legen sich um die Krone, ein Greifarm packt den Stamm und rüttelt ihn so kräftig, dass die Äpfel abfallen. Über ein Förderband gelangen sie auf einen Anhänger, den ein Traktor neben der Erntemaschine herzieht. Ist der große Container im Betriebshof voll, geht die tonnenschwere Fracht nach Eisleben, wo die Ernte zu Most der Marke „Beckers Bester“ gepresst wird.

Der Regen vom Montag tat den Bäumen gut. Auf die Größe der Früchte hat er keinen Einfluss mehr. Die Mönchpfiffeler erwarten eine mittelmäßige Ernte. Sprich, sechzig Prozent ihres absoluten Spitzenjahres. Und das war 2007. Damals wurden 10.000 Tonnen von den Bäumen geholt.

Das im Boden fehlende Wasser hat den Bäumen am meisten zu schaffen gemacht. Da kann auch künstliche Bewässerung nicht viel ausrichten. Dabei sah es, abgesehen von einigen Frostschäden durch den 4./5. Mai, bis Ende Mai ganz gut aus, schildert Manfred Höroldt. Keiner ahnte damals, dass sich der Regen fortan wieder auf Null reduzieren würde.

Bis in den Spätherbst hinein läuft die Ernte. Auch wenn im Frühjahr alle Bäume nahezu zur selben Zeit blühen – im Herbst reifen die Sorten praktisch gestaffelt, so dass nacheinander geerntet werden kann. Die gerodeten Flächen an der Straße nach Heygendorf sollen nächstes Jahr wieder bepflanzt werden.

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