Greußener Fans bleibt Biathlon-Spektakel versagt

Greußen  Die Karten für Oberhof sind aber auch im nächsten Jahr gültig und die Hotelzimmer schon reserviert.

Ines Ränke, Doreen Pohlmann, Frida und Waltraud Pohlmann (von links) tragen auf diesem Foto von 2019 die selbst gehäkelten Mützen. In den Händen einige Modelle aus den Jahren zuvor.

Ines Ränke, Doreen Pohlmann, Frida und Waltraud Pohlmann (von links) tragen auf diesem Foto von 2019 die selbst gehäkelten Mützen. In den Händen einige Modelle aus den Jahren zuvor.

Foto: Christoph Vogel / Archiv

Greußen. „Wir wären so gern nach Oberhof gefahren“, sagt Waltraud Pohlmann, der man das Bedauern in der Stimme anmerkt. Sie gehört zu einer fünfköpfigen Gruppe Biathlonbegeisterter aus Greußen, die seit 15 Jahren zum regelmäßig Weltcup nach Oberhof reist. Coronabedingt finden hier an zwei Wochenenden Wettkämpfe der Weltspitze statt. Anfang Dezember vergangenen Jahres habe aber schon festgestanden, dass diese ohne Zuschauer zur Austragung kommen würden. Damals hegten die Greußener noch die Hoffnung, zumindest die gebuchten Zimmer für einen Kurzurlaub in Oberhof nutzen zu können. So wie im Jahr 2016, als das Wintersportevent aufgrund Schneemangels abgesagt werden musste und das Team Greußen, wie sich die illustre Truppe selbst bezeichnet, trotzdem den Wintersportort am Rennsteig besuchte. „Da haben wir Oberhof genauer erkundet, eben ohne Biathlon“, erzählt Pohlmann. Aber selbst das ist ihnen dieses Jahr nicht vergönnt.

Die Wettkämpfe verfolgen die Greußener Fans nun notgedrungen am Fernsehen. „Natürlich jeder für sich“, betont Pohlmann. Denn ihre favorisierten Biathleten, das sind vor allem Franziska Preuß und Erik Lesser, wollen sie trotzdem anfeuern. Für die vom deutschen Team am vergangenen Wochenende gezeigten Leistungen, die hinter den Erwartungen zurück blieben, hat Waltraud Pohlmann sogleich eine Erklärung parat. „Ihnen fehlen die Zuschauer“, ist sie überzeugt.

Das Team Greußen wiederum vermisst die tolle Atmosphäre in der Biathlon-Arena am Oberhofer Grenzadler, die laut Pohlmann einmalig und durch Fernsehübertragungen nicht zu ersetzen sei. Es sind aber auch die Treffen und Gespräche mit anderen Biathlon-Fans, zu denen sich in den vergangenen Jahren mitunter ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat, auf die die Greußener verzichten müssen. Als Beispiel nennt Waltraud Pohlmann eine Gruppe Gleichgesinnter aus dem Harz, zu denen seit mehr als fünf Jahren ein guter Kontakt besteht.

Die Sportler hautnah zu erleben, hier und da ein Autogramm für die Sammlung zu ergattern, bleibt ihnen dieses Jahr ebenfalls versagt. So waren die Greußener im vergangenen Jahr im gleichen Hotel wie die Mannschaft aus Norwegen untergekommen. In den Jahren zuvor waren dies die Biathleten des schwedischen Teams. Auch die schicken Mützen, alle Unikate und von Waltraud Pohlmann für jedes Mitglied des Teams Greußen mit viel Liebe zum Detail gehäkelt, kommen dieses Jahr nicht zum Einsatz. „Die können wir dann hoffentlich im nächsten Jahr tragen“, so Pohlmann. Seit drei Jahren zur Ausstattung der Biathlon-Fans gehören auch Warnwesten mit der Aufschrift Team Greußen. Diese verbleiben nun ebenfalls bis auf weiteres im Schrank.

Da die Eintrittskarten für dieses Jahr auch beim Weltcup in 2022 ihre Gültigkeit haben, hoffen die Greußener, dass der dann wieder mit Zuschauern stattfinden darf. Die Hotelzimmer sind schon gebucht. „Der Chef hat uns angerufen und gefragt, ob wir unsere Zimmer im nächsten Jahr wieder haben wollen“, erzählt die Greußenerin. Da habe man nicht lange überlegen müssen und zugesagt.