Handy-App statt schwarzem Brett in der Schule in Sondershausen

Sondershausen  Der Vertretungsplan der Lehrer der Wezel-Regelschule in Sondershausen ist auf dem Smartphone abrufbar.

Mathias Böttcher, stellvertretender Schulleiter der Wezel-Regelschule, sieht auf dem Handy, welche Stunde er wann geben muss. 

Mathias Böttcher, stellvertretender Schulleiter der Wezel-Regelschule, sieht auf dem Handy, welche Stunde er wann geben muss. 

Foto: Andrea Hellmann

Aufgerufen wird die App derzeit sicher nicht. Bewährt hat sie sich dennoch, zog Mathias Böttcher, stellvertretender Schulleiter der Sondershäuser Regelschule „Johann Karl Wezel“, ein Fazit für die Neuerung im Schulalltag. Statt auf dem großen Vertretungsplan im Schulhaus konnten sich die Lehrer und Schüler an der Östertal-Schule im zurückliegenden Schuljahr über Ausfallstunden, Vertretungslehrer, andere Klassenzimmer und zuletzt auch über verkürzten Unterricht aufgrund der Wärme auf ihrem Handy informieren.

Auch für ihn sei die digitale Version eine Erleichterung, sagte Mathias Böttcher. Jede kleine Änderung am Stundenplan konnte er am Rechner aktualisieren, und die werde auch sofort angezeigt, wofür die Papierversion neu ausgedruckt oder mit dem Stift korrigiert werden musste. Übersichtlicher sei es überdies. Jeder könne sich nur die Informationen zu seiner Klasse anzeigen lassen. Und auch zusätzliche Informationen können so von den Lehrern übermittelt werden, zum Beispiel, wenn der Unterricht mal draußen in der Leseecke oder spontan in der Bibliothek der Schule stattfinden soll.

Die größte Freude löse natürlich die Ankündigung von hitzefrei oder des verkürzten Unterrichts, wie es an der Regelschule üblich ist, aus.

Dass die Handy-App für die Schüler nicht bloß eine weitere technische Spielerei sein soll, darüber hat sich Mathias Böttcher aber auch Gedanken gemacht. Bevor einer der Fünft- bis Zehntklässler die App auf sein Handy laden darf, muss er erst beim stellvertretenden Schulleiter vorstellig werden. Das fordere vielen ein bisschen Überwindung ab, sagt er. Ein bisschen Selbstbewusstsein gehöre schon dazu. Er spreche dann mit den Schülern über Datenschutz. Sie müssen unterschreiben, zudem müssen sie die App mit einem Passwort sichern. „Das ist ein bisschen ein Geben und Nehmen“, erläutert Böttcher.

Und er könne sich auch noch viel mehr vorstellen, besonders für den Unterricht seien die Möglichkeiten, die die Digitalisierung eigentlich biete, längst nicht ausgeschöpft.

Vom groß angekündigten Digitalpakt Schule von Bund und Ländern spüre man bisher wenig, sagt der stellvertretende Schulleiter. Und auf eine wichtige Voraussetzung wie den Breitbandanschluss warte die Schule immer noch.

Zu den Kommentaren