Inspiration beim Wandern am Kyffhäuser - Jimmy Gee gibt Konzert am Kyffhäuser-Denkmal

Kyffhäuser  Der gebürtige Mecklenburger Jimmy Gee gibt ein Konzert am Kyffhäuser-Denkmal und kennt die Gegend bereits hervorragend. Die Thüringer Allgemeine sprach mit ihm.

Jimmy Gee gibt mit befreundeten Musikern am Samstag ein Konzert am Kyffhäuser-Denkmal.

Jimmy Gee gibt mit befreundeten Musikern am Samstag ein Konzert am Kyffhäuser-Denkmal.

Foto: André Gehrmann

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Eingängige Gitarrensounds und Rockgesang erwarten die Fans von Oldschool-Rock am kommenden Samstag am Kyffhäuser-Denkmal. Dann tritt dort der mehrfach ausgezeichnete deutsche Gitarrist und Sänger Jimmy Gee sowie einige seiner Freunde, darunter der irische Sänger Paul Bowen, auf. Im Vorfeld dieses musikalischen Leckerbissens sprach die Lokalredaktion mit Jimmy Gee über dessen Werdegang, seine musikalischen Vorbilder und seine ganz spezielle Verbindung zum Kyffhäuser-Denkmal.

Unter dem Titel „Rock unterm Kaiser“ trittst Du am Samstag zusammen mit befreundeten Sängern auf. Bist Du dann das erste Mal am Wahrzeichen unseres Landkreises zu Gast?

Ach, wo denkst Du hin? Ich habe quasi meine ganze Kindheit dort verbracht. Als Kind war ich jedes Jahr bei meiner Tante in Hachelbich zu Besuch und mit ihr natürlich auch beim Denkmal. Ich würde fast behaupten, dass ich eine Führung dort oben selbst anbieten könnte ( ).

Wie und wo findest Du die Inspiration für Deine Lieder?

Tatsächlich bin ich zum Wandern sehr gern im Kyffhäuserkreis unterwegs. Ihr habt dort Natur pur, und es ist dort wunderbar, um mal runterzukommen. Viele meiner Songs habe ich in Hachelbich komponiert, nachdem ich dorthin von Wandertouren zurückgekehrt bin. Einige davon werden wir am Samstag auch spielen.

Feilst Du lange an Deinen Liedern oder gehen Dir Texte und Melodien leicht von der Hand?

Ich schreibe generell ziemlich viele Lieder. Für die Zusammenstellung meiner Alben hatte ich über 100 Lieder zur Auswahl. Da fiel es mir natürlich nicht gerade leicht, am Ende welche auszusortieren.

Du bist ja ziemlich viel unterwegs, um Konzerte zu spielen. Wohin hat Dich denn bereits Dein Weg geführt?

Neben Auftritten in ganz Deutschland, spielen wir ziemlich oft auch in der Schweiz. Bis vor einiger Zeit waren wir auch oft in Polen, was leider deutlich weniger geworden ist. Weiter waren wir auch schon in Tschechien und England sowie 2016 natürlich auch in den USA.

Und wie sieht es mit Auftritten in Thüringen aus?

Ehrlich gesagt, ist Thüringen für uns noch relativ neu. Wir haben Anfang dieses Jahres im Klubhaus Stocksen gespielt, wo wir auch im November wieder spielen werden. Jetzt ist der Kyffhäuser dran. Darüber hinaus wollen wir Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen aber als unsere neue musikalische Heimat generieren. Wir haben gemerkt, dass die Leute dort handgemachte Rockmusik wollen, und das bieten wir gern. Ostdeutschland braucht gute, handgemachte Musik. Das haben wir auch jüngst bei unserem Auftritt beim Stadtfest in Quedlinburg gemerkt. Deswegen wollen wir künftig auch häufiger auf Stadtfesten auftreten.

Wie hast Du Deinen Weg zur Rockmusik gefunden?

Eigentlich wurde es bei meinem Musikgeschmack immer eine Spur härter. Mit elf Jahren war ein riesengroßer Fan der Beatles. Von denen mochte ich aber auch schon lieber die härteren Sachen – insofern man bei den Beatles davon sprechen kann ( ). Mein Vater fand damals die Rolling Stones richtig gut, und er hatte ein Poster von Keith Richards. Der sah darauf so cool aus. Das hat mir imponiert, und ich habe dann auch die Stones gehört, später auch noch Van Halen und Deep Purple. Und dann habe ich mich selbst mit dieser Musik beschäftigt. Dabei hatte ich schon immer eine Affinität zu Balladen und bei Heavy- Metal-Bands zu denen, deren Sänger eher hohe Stimmen hatten.

Siehst Du Dich in erster Linie als Sänger oder als Gitarrist?

Begonnen hat bei mir alles mit der Gitarre. Mit 13 Jahren habe ich einen Gitarrenkurs an der Schule besucht. Ich habe dann zu Hause wie ein Wilder geübt, so dass ich den anderen Kursteilnehmern schnell weit voraus war. Zum Leidwesen meiner Mutter habe ich zu Hause sehr kleinteilig immer nur einzelne Griffe und Techniken geübt. Kurzum: Das war nicht schön, aber lange und laut. Zum Singen bin ich erst viel später gekommen. Auf meinen Konzerten gefiel den Leuten, wie ich gesungen habe, und mein Management überzeugte mich dann davon, das weiter zu machen. Das musste ich aber ganz viel üben, weil mir schlichtweg das Talent dafür fehlt. Tolle Hilfe hatte ich dabei von unserem Keyboarder, der ein grandioser Balladensänger ist. Ein bisschen was habe ich mir aber auch von Jon Bon Jovi abgeguckt, der ein toller Sänger ist.

Wer sind Deine musikalischen Vorbilder?

Was das Gitarrespielen angeht, sind das ganz klar Eddy van Halen, Yngwie Malmsteen. Allerdings habe ich mit der Zeit dann auch meinen eigenen Stil entwickelt, worauf ich sehr stolz bin.

Hast Du auch schon Deine Vorbilder getroffen?

Naja, ich habe schon als Vorband für Status Quo und Alice Cooper gespielt. Allerdings freut es mich umso mehr, dass ich ein paar meiner Vorbilder auch für meine eigene CD gewinnen konnte. Ich konnte immer mehr Musiker als Kollegen kennenlernen, die zuvor meine Idole waren. So zum Beispiel Paul Bowen, der am Samstag auch am Kyffhäuser dabei sein wird. Gleiches gilt auch beispielsweise für Michael Bormann, der früher bei Bonfire gespielt hat.

Der geneigte Filmfan wird sich beim Blick auf ein Foto von Dir vielleicht denken, dass Du einen auf Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“ machst. Ist das so?

( ) Ganz ehrlich. Als ich damals beim ersten Teil der Filmreihe im Kino war, dachte ich mir, dass Johnny Depp in seiner Rolle ja so aussieht wie ich. Allerdings habe ich meinen rockig piratig angehauchten Look schon viel früher entwickelt. Das kann ich auch mit Fotos belegen. Den rockigen Look mit Bandana ( ) und Totenkopfring habe ich mir schon von Keith Richards abgeguckt. Als dann jeder Jack Sparrow kannte, habe ich dann auf der Bühne mit Hüten und Zylinder experimentiert, um mich doch noch etwas von diesem Filmcharakter abzuheben. Generell gilt aber, dass ein Wiedererkennungswert in meiner Branche schon sehr wichtig ist.

Du bist ja so ziemlich an jedem Wochenende unterwegs. Hast Du eigentlich noch Zeit, selbst Konzerte oder Festivals zu besuchen?

In der Tat ist das schwer. Ich bin viel unterwegs und bald dreifacher Familienvater. Außerdem arbeite ich viel im Studio an neuen Liedern und arbeite als Gesangslehrer. Da ist es schwer, Zeit für Konzertbesuche zu finden. Ich habe dann irgendwann beschlossen, nur noch Konzerte der ganz großen Bands zu besuchen, wenn ich Karten bekomme. In diesem Jahr zum Beispiel konnte ich endlich mal ein Konzert von Avantasia besuchen.

Du hast ja nun auch schon ein paar Auszeichnungen erhalten. Welche Rolle spielen die für Dich?

Ja, stimmt. Ich wurde zweimal als bester deutscher Gitarrist ausgezeichnet und habe in dieser Wertung auch einmal den dritten Platz belegt. Zudem wurde ich auch einmal als Guitar Master Ostdeutschland ausgezeichnet. Das sind natürlich tolle Anerkennungen meiner Arbeit und haben meine Bekanntheit auch gesteigert. Wichtiger ist mir persönlich aber, dass ich bereits vier Alben herausgebracht habe. So auch mein aktuelles Album „Rock‘n‘Roll will never die“, was gewissermaßen auch mein Lebensmotto ist.

Karten für die Konzert am kommenden Samstag, 20. Juli, ab 20 Uhr gibt es unter anderem im Vorverkauf in der Tourist-Information in Bad Frankenhausen und an der Abendkasse.

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