Interesse an grüner Politik im Kyffhäuserkreis nach wie vor gering

Kyffhäuserkreis.  Der Kyffhäuserkreisverband der Grünen hat gerade einmal 15 Mitglieder und kämpft mit einer negativen Wahrnehmung.

Babett Pfefferlein ist Sprecherin der Grünen im Kyffhäuserkreis.

Babett Pfefferlein ist Sprecherin der Grünen im Kyffhäuserkreis.

Foto: Henning Most

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Vor 40 Jahren, am 13. Januar 1980, wurde die Partei Die Grünen gegründet. Aus der Protestpartei ist längst eine in Regierungsverantwortung geworden. In Thüringen hat das bis 2014 gedauert. Im Kyffhäuserkreis haben die Wähler ihre Liebe zu den Grünen bis heute nicht entdeckt. Das letzte Landtagswahlergebnis war wieder einmal ernüchternd. 2,4 und 2,8 Prozent der Wählerstimmen erhielt die Partei bei den Zweitstimmen in den beiden Wahlkreisen im Kyffhäuserkreis. Und verloren entgegen dem bundesweiten und selbst ihrem eigenen Trend.

Man stand schon einmal besser da. 2014 brachten es die Grünen im Kyffhäuserkreis auf 3,7 und 3,1 Prozent. Fünf Jahre zuvor machten 4,7 und 4,1 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei den Grünen.

Woran das liegen könnte, das kann sich Babett Pfefferlein, Sprecherin des Grünen-Kreisverbands auch nicht so recht erklären. An der Regierungsverantwortung, die die Grünen gemeinsam mit Linker und SPD in den vergangenen fünf Jahren trugen und die man als Minderheitsregierung auch weiterhin tragen will, jedenfalls nicht, ist sie überzeugt. „Wir haben etwas erreicht“, sagt Babett Pfefferlein, die bis Ende 2019 Landtagsabgeordnete war, und zählt Projekte auf wie das Grüne Band, die Waldwildnis, Tierwohlstrategie, den Tierarztnotdienst oder die Katzenschutzverordnung, die die Kastration von herrenlosen Katzen fördert. „All das hat es vorher nicht gegeben“, sagt Pfefferlein. Aber das Bewusstsein dafür wachse nur langsam. „Wir wollen nichts Schlechtes, wir wollen nur erreichen, dass es den Planeten, wie wir ihn kennen, noch lange gibt“, betont die Politikerin.

So große Gestaltungsmöglichkeiten wie in Erfurt haben die Grünen im Landkreis nicht. Einzig in Kreistag und im Sondershäuser Stadtrat ist mit Jürgen Rauschenbach und Babett Pfefferlein je ein Mitglied vertreten und gehören neuerdings der Fraktion der Linken an. Leicht sei es nicht, sagt Babett Pfefferlein. Sie stimme aber auch, wenn es sein muss, gegen die Fraktion ab. Das habe sie in der vergangenen Legislatur im Kreistag so gehandhabt beim Geolift oder den Krankenhausplänen und werde es auch im Stadtrat so halten.

Den Grünen gehört die 46-Jährige seit 2008 an. Aus dem gewachsenen Interesse als Mutter an guten Lebensmitteln, fairem Handel und Umweltschutz sei sie der Partei beigetreten und geblieben.

Gegründet worden sei zumindest einer der beiden ehemaligen Kreisverbände 1990 in Bad Frankenhausen, erinnert sich Bernd Langhammer. Eine Handvoll ökologisch Interessierte seien das damals gewesen, die etwas bewegen wollten in der Stadt. Als parteiloser Stadtrat habe er das spannend gefunden. 1991 sei er den Grünen beigetreten, 1992 kam das Bündnis 90 dazu. 1993 führte man die Gespräche mit dem Sondershäuser Kreisverband über eine Fusion, erinnert sich Bernd Langhammer, der heute noch Mitglied ist, weil ihm vor allem der Naturschutz wichtig ist.

15 Mitglieder haben die Grünen heute und ist damit bereits gegenüber den Vorjahren gewachsen. Sogar das Einzugsgebiet ist gewachsen, zur Landtagswahl im vergangenen Jahr konnte man erstmals ein Direktkandidaten im Ostteil des Landkreises (Wahlkreis Kyffhäuserkreis II) aufstellen – dank den dort lebenden vier Mitgliedern.

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