Jugendliche rollen „Kunstrasen“ im Kunsthof in Friedrichsrode aus

Friedrichsrode  Erstes Thüringer Jugendkunstfestival „Tage der Vielfalt“ endet mit einer unterhaltsamen Show in Friedrichsrode.

Mit einer knapp einstündigen Abschlusspräsentation endete gestern das erste Jugendkunstfestival Thüringens im Kunsthof in Friedrichsrode. Unter dem Motto „Tage der Vielfalt“ konnten über 30 junge Menschen zwischen verschiedenen künstlerischen Angeboten wählen und eine Woche lang intensiv an einem Thema arbeiten. Am Finaltag gestalteten alle Workshop-Gruppen gemeinsam ein Programm unter dem Titel „Kunstrasen“.

Theaterpädagogin Eva Lankau forderte die Jugendlichen auf, ihre Kreativität im Improvisationstheater auszuleben. Ohne Textbuch und Regie entstanden in diesen Tagen so verschiedene Stücke. Zum Abschluss am Freitag brachte man das Publikum mit einer Parodie einer wunderbar verrückten Familie zum Lachen. Lankau freut sich außerdem nach dieser Projektwoche über Verstärkung für ihre Nordhäuser Theatergruppe.

Spektakulär war der Auftritt von Kunstkönig Kasimir und seinem Hofstaat. Unter Leitung von Martine Degenhart und Cornelia Krüger gestalteten die Teilnehmer riesige Pappköpfe. Kunst sei eine Sprache um mit Fabelwesen zu kommunizieren, tönte es aus dem Hintergrund.

Die Leipziger Jazz-Sängerin und Musikpädagogin Karolina Trybala bot mit ihrer Gruppe Weltmusik. Fremde Rhythmen wurden mit ins Deutsche übersetzten Texten unterlegt. „Das war eine sehr intensive Woche mit wenig Schlaf – wir haben auch noch abends am Lagerfeuer gesungen“, bekennt Trybala. Die Künstlerin mit polnischen Wurzeln genoss die Arbeit mit den Kindern.

„Strandatmosphäre ist uns scheißegal – Friedrichsrode ist erste Wahl!“, ertönte es im rhythmischen Sprechgesang von der Bühne. Der Nordhäuser Rapper Lio ließ die Teilnehmer seines Workshops „Hip-Hop Rap“ eigene Texte zu den Beats schreiben.

Kerstin Schulze, Sozialarbeiterin der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Obermehler, lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Kunsthof. Drei Mädchen und zwei Jungen konnten an der Festivalwoche teilnehmen. „Das war für unsere Kinder eine ungewohnte Plattform, sie haben dadurch viel an Selbstvertrauen gewonnen“, ist Schulze überzeugt.

Unter den Zuschauern saßen gestern natürlich viele stolze Eltern, fast alle zückten Kameras und Handys, um den Auftritt ihrer Kinder festzuhalten.

Michael Donth, Leiter des Kunsthofes, freute sich über den Zuspruch und sah das Festival als gelungene erste Bewährungsprobe für das im vergangenen Jahr gegründete Netzwerk von Kulturinstitutionen der Region an. Eine Wiederholung des ­Jugendkunstfestivals schließt Donth nicht aus und dankt den Unterstützern.

Auch Alexandra Forner, Mitarbeiterin für Kultur und Tourismus im Landratsamt in Sondershausen, sah sich die Präsentation interessiert an. „Wir haben das Projekt mit allen Partnern gemeinsam entwickelt und Fördermittel beantragt“, beschreibt sie ihren Part. Von der Thüringer Staatskanzlei, den Sparkassen Nordhausen und Kyffhäuser und aus dem Bundesprogramm Demokratie leben kamen so rund 16.000 Euro zusammen.

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