Deshalb wechselt Kammlott zum Tabellenletzten nach Bad Frankenhausen

Bad Frankenhausen.  Carsten Kammlott, der ehemalige Fußball-Stürmer von Wacker Nordhausen und Rot-Weiß Erfurt, zieht es zu Blau-Weiß Bad Frankenhausen in die Thüringenliga.

Carsten Kammlott spielte zuletzt für Wacker Nordhausen.

Carsten Kammlott spielte zuletzt für Wacker Nordhausen.

Foto: Frank Steinhorst / Frank Steinhorst-Pressefoto

Carsten Kammlott hat sich entschieden: Der 30-jährige Fußball-Angreifer wechselt vom FSV Wacker 90 Nordhausen zum Thüringenligisten Blau-Weiß Bad Frankenhausen. Aus diesen Gründen konnte ausgerechnet der Tabellenletzte der Thüringenliga einen Transfer-Coup landen, mit dem wohl niemand gerechnet hätte:

„Die Tabellenposition hat mich nicht weiter verschreckt. Ich hatte sehr gute Gespräche und das hat mich letztlich auch überzeugt. Man hat sich sehr bemüht, mich nach Bad Frankenhausen zu bekommen“, sagt Kammlott mit einem ersten Statement.

188 Drittligaspiele

Carsten Kammlott stand bis zum Sommer dieses Jahres beim FSV Wacker 90 Nordhausen unter Vertrag und bringt eine ganze Menge Erfahrung mit nach Bad Frankenhausen: 188 Spiele in der 3. Liga, 121 Regionalligaspiele und dabei satte 86 Treffer in beiden Ligen.

Eingefädelt hat den Deal Julia Ritter, die Mannschaftsbetreuerin aus Bad Frankenhausen. „Wir haben einfach angefragt und ihm eine gute Perspektive geboten. Und letztendlich sind wir auch zusammen gekommen, was uns alle einfach sehr freut“, sagt Julia Ritter.

Entfernung zum Heimatort spielte eine Rolle

Gespräche hat der Stürmer mehrere geführt. Am Donnerstagabend entschied sich der 30-Jährige – auch aufgrund zu der Nähe seines Heimatortes Nausitz, der nur gute 20 Kilometer von Bad Frankenhausen entfernt ist. Gestartet hat er seine Karriere beim FC Rot-Weiß Erfurt. Als U-19-Spieler schaffte er im Jahr 2010 den Sprung in den Männerbereich und machte sich direkt einen Namen in der Thüringer Landeshauptstadt.

Auch ein Einsatz in der deutschen U-20-Nationalmannschaft ist in seiner Vita zu verbuchen. Mit 13 Treffern in der dritten Liga wagte er im selben Jahr noch den Schritt zurück: in die Regionalliga zu RB Leipzig. Dort verweilte er drei Jahre und feierte 2013 den Aufstieg in die 3. Liga.

Da Kammlott immer wieder betonte, dass er sehr heimatverbunden war, verschlug es ihn wenig später wieder zurück zu seinen Wurzeln. Noch in der Saison 2013/14 wechselte er zum FC Rot-Weiß Erfurt, bestritt für seinen Heimatverein 15 Spiele in der 3. Liga und traf dabei neun Mal. Dort verweilte er vier weitere Jahre.

„Torschütze des Jahres 2015“

Seinen sportlichen Höhepunkt hatte er wohl spätestens im Jahr 2015, als ganz Fußballdeutschland auf sein Traumtor mit dem seltenen Skorpions-Kick aufmerksam wurde. Gegen Dynamo Dresden traf der Angreifer zum 1:1. Es wurde von der ARD-Sportschau zum „Tor des Jahres“ ausgezeichnet.

„Er hatte viele Angebote, viele gute Angebote, aber letztlich hat er sich für uns entschieden und das macht uns stolz“, sagt Achim Ritter, der Blau-Weiß-Vereinsvorsitzende. „Wir sind ein kleiner, regionaler Verein aber wir werden alles dafür tun, dass Carsten sich hier wohl fühlt. Ich denke für die Thüringenliga gibt es keinen größeren Gewinn.“

Kammlott Tor des Jahrzehnts

Auch Mannschaftskapitän Tino Auerbach zeigte sich nach dem gestrigen Training, bei welchem die Mannschaft die Nachricht vorab erfuhr, sichtlich begeistert: „So richtig konnte man es gar nicht glauben, als uns der Präsident diese Mitteilung verkündete. Überall waren große Augen und freudestrahlende Gesichter zu sehen. Ich persönlich finde es klasse, einmal mit Carsten Fußball spielen zu dürfen. Er wird unsere Truppe definitiv verstärken und ich glaube wir werden gemeinsam eine Menge Spaß auf dem Platz haben.“