Katja Wiegand aus Oldisleben meistert erste Hürde bei „The Voice of Germany“

Oldisleben  Drei Coaches drehten sich um: Katja Wiegand aus Oldisleben schaffte es in die zweite Runde der Musik-Castingshow „The Voice of Germany“.

Katja Wiegand kann lachen: Sie hat es geschafft und überstand die erste Runde der Castingshow „The Voice of Germany“.

Katja Wiegand kann lachen: Sie hat es geschafft und überstand die erste Runde der Castingshow „The Voice of Germany“.

Foto: Daniel Romeyke

Als dieser Tage eine neue Folge der Musikcasting-Show „The Voice of Germany“ lief, saßen viele Oldislebener gespannt vorm Fernseher. Wegen Katja Wiegand. Die 38-Jährige aus Erfurt hatte sich beworben und es in die fünfte Folge der beliebten Casting-Show geschafft. Es war ja schließlich auch ihre Katja, die in Oldisleben aufwuchs und zur Schule ging und deren Mutter und deren Oma Edeltraud hier leben.

„Ich hau‘s einfach raus .... de Wieganden hat sich getraut und sich bei The Voice of Germany angemeldet. Wenn ihr Bock habt und wissen wollt, ob sich ein oder mehrere Stühlchen drehen oder ob ich es vielleicht auch nicht schaffe, die Coaches von mir zu überzeugen, dann macht die Glotze an, schaltet auf Sat 1 und bibbert mit mir und den anderen Talenten mit.“ – Frei von der Leber weg hatte Katja Wiegand im Vorfeld der Fernsehsendung diese Zeilen im sozialen Netzwerk gepostet.

Gedreht wurde die fünfte Folge der „Blind Auditions“ von The Voice of Germany bereits im Juni in den Fernsehstudios in Berlin-Adlershof. Die Coaches Alice Merton, Sido, Rea Garvey und Mark Forster sowie Lena Gercke als Moderatorin live zu treffen, war mehr als aufregend. In den Blind Auditions (blindes Vorsingen) suchen die Coaches die Besten für ihr jeweiliges Team. Mit dem Rücken zur Bühne verlassen sie sich auf ihr Gehör. Erst wenn sich ein Stuhl umdreht, ist das Musik-Talent eine Runde weiter.

„Eigentlich war es eine Schnapsidee“

„Eigentlich war es eine Schnapsidee“ , meint die Musikerin zu ihrer Bewerbung für das Fernsehformat. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Nach einer feuchtfröhlichen Kneipentour mit meiner Freundin hatte ich mir den Mut angetrunken, es zu tun.“

Als sechs Wochen später eine Einladung zum Vor-Casting ins Haus flatterte, hatte sie vor dem Einschlafen in jener Nacht das Handy in der Hand, muss die Sängerin lachen.

Gern gesungen hat Katja Wiegand schon als Schülerin in der damaligen POS in Oldisleben. „Meine Musiklehrerin kriegte immer das Grinsen ins Gesicht, wenn ich zur Leistungskontrolle dran war. Da wusste ich, dass ich besser als sehr gut war.“ Sie habe oft in der Schultoilette geträllert. Die hatte einen guten Hall, da klangen die Lieder umso schöner. „Als ich 14 war, klingelten vier ältere, hübsche Jungs bei mir zu Hause, fragten, ob ich in ihrer Band singen wollte und luden mich zur Probe ein“ , blickt die quirlige junge Frau mit der lockigen Mähne zurück. Daraus wurden 17 Jahre Frontfrau bei „No Time for Losers“, den musikalischen Lokalmatadoren im Kyffhäuserkreis. „Der Sommernachtsball auf der Sachsenburg war legendär“, erinnert sich auch Vater Thomas, der sichtlich stolz auf seine Tochter ist. Die zog es für vier Jahre nach München – um Großstadtluft zu schnuppern. „Die Bandproben und -auftritte waren mir zu stressig geworden“, sagt sie.

Ihr Musiktalent habe Katja Wiegand von Oma Edeltraud

Ihre Musikalität, so heißt es auf der Internetseite von „The Voice of Germany“, habe Katja Wiegand von ihrer Oma Edeltraud. Und auch die ist natürlich mächtig stolz auf die Enkeltochter. „Sie war für die Casting-Show drei Mal in Berlin und hat sich gegen über tausend Leute durchgesetzt. Das ist schon eine Leistung“, erzählt Edeltraud Kupfernagel begeistert, die seit gut einem halben Jahrhundert im Oldislebener Frauenchor singt, gestern gegenüber „Thüringer Allgemeine“. Die Bindung der Enkelin nach Oldisleben sei eng. „Fast jedes Wochenende ist Katja hier“, so die 78-Jährige. Katja Wiegand trat zeitweise als Hochzeitssängerin auf, ehe sie 2008 nach Thüringen zurück kam. Seitdem wohnt sie in Erfurt.

Der Weg zum Vater führt sie immer wieder nach Sömmerda. Als die Unplugged-Band „Barley Juice“ eine neue Sängerin suchte, brachte der Sömmerdaer Musiker Hansi Köhler Katja Wiegand ins Spiel. Seit Februar 2017 ist sie die Frontfrau in der Bühnendeko zwischen Stehtischchen und Stehlampe. Die Musik, ohne laute E-Gitarrensounds, lebt von der Soul angehauchten Stimme Katja Wiegands. Ihre Stimme hat sie von Gesangslehrerin Tina Rogers schulen lassen. Daniel Romeyke am Cayon, Bassist Andreas Goymann und Akustikgitarrist Michael Dill sind die Männer hinter der Frontfrau. Keine Frage, dass ihre Bandkollegen wie auch die besten Freundinnen und ehemalige Mitschülerinnen im Studio mitfieberten.

Das Daumendrücken hatte geholfen. Mit ihrer fröhlichen und selbstbewussten Version von Laith Al-Deens Hit „Bilder von Dir“ brachte Katja Wiegand die Coaches Alice, Marc und Sido zum Buzzern.

Dass sich die Enkeltochter für die Musik-Castingshow beworben hatte, wusste die Großmutter in Oldisleben natürlich. Und auch von den Terminen in Berlin. Doch wie die Blind Audition letztlich ausging, sei auch für sie spannend gewesen, sagt Edeltraud Kupfernagel. „Katja durfte mit keinem darüber sprechen, dazu hatte sie sich verpflichten müssen.“ Aber viele Oldislebener hätten ihr die Daumen gedrückt. Nun dürfen Katjas Fans, ihre Freunde und Bekannten und natürlich die Familie die 38-Jährige also wieder erleben.

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