Kommentar: Der Verlierer ist der Fußball

Sebastian Fernschild über ein Nachspiel im Derby in Bad Frankenhausen.

Sebastian Fernschild

Sebastian Fernschild

Foto: MGT

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Also das hätte ich nun nicht gedacht. Über die 90 Minuten Spielzeit verlief das Derby zwischen Bad Frankenhausen und Sondershausen friedlich. Verbale Spitzen hier, Provokationen dort. Das gibt es ja überall und steht, wenn ich es auch nicht gutheiße, auf der Tagesordnung beim Fußball oder im Sport allgemein.

Doch was sich danach abgespielt hat, kann man nur verurteilen. Es gab Rangeleien und Schlägereien. Die Sondershäuser Anhänger mussten alternativlos an der Fanschar von Bad Frankenhausen vorbeigehen. Die Zündschnur war kurz und so kam eins zum anderen. Eine kurze Provokation und es eskalierte. Es bildeten sich Menschentrauben, viele gingen zu Boden. Es wurde geschlagen. Zu allem Überfluss wurde eine 80-jährige Frau schwer verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Die zwei Polizisten, die vorsorglich bei dem Spiel anwesend waren, konnten nichts ausrichten. Auch nachdem die erste Schlägerei vorbei war, ging es an anderer Stelle mit der nächsten Runde weiter. Warum auch immer. Im Spiel selbst gab es nicht ansatzweise Anfeindungen oder dergleichen. Doch die „Fans“ beider Lager mussten es, mir völlig schleierhaft warum, übertreiben und Unbeteiligte mit ins Geschehen ziehen.

Warum die Sondershäuser Fans in einer Art Spalier an den Frankenhäusern vorbeigeführt wurden, ist kaum nachvollziehbar und ein Indikator für die Ausschreitungen. Das hätte man anders lösen können, nach den heutigen Geschehnissen, sogar müssen. Nichtsdestotrotz ist dabei nur der Fußball der Verlierer. Es sollte ein Fußballfest werden, bei dem beide Fanlager ihre Mannschaft anfeuern. Was geblieben ist, sind Gespräche mit der Polizei und das Entsetzen aller Verantwortlichen.

Schade drum. Für alle.

Zum Artikel: Polizeieinsatz bei SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen gegen Eintracht Sondershausen

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