Kommentar Kyffhäuserkreis: In aller Stille aber nicht leer

Timo Götz über verwehrte Erlebnisse im Museum

Porträt Timo Götz

Porträt Timo Götz

Foto: Susann Fromm

Bedrückend still ist es gerade in den weiten Fluchten vom Sondershäuser Schloss. Es ist niemand mehr da, der wenigstens noch mit gedämpfter Stimme seine Eindrücke von den Kulturschätzen, die hier ganze Säle prägen, einem anderen Besucher mitteilt.

Gut, das vertrauliche Tuscheln fällt wegen der Abstandsgebote in Pandemiezeiten aus. Schade nur dass in Prunkgemächern auch keine Menschen mehr zu sehen. Nicht einmal einzeln und in sicherer Distanz dürfen Liebhaber prächtigen barocken Raumschmucks Eindrücke wenigstens für sich sammeln. So eingeschränkt diese auch wären, wenn kein Gästeführer das Gesehene erklärt. Das besondere Erlebnis, das Schlossmuseum mit all seinen Facetten in aller Ruhe ganz allein zu erkunden, wüssten einige Gäste sicher auch zu schätzen. Still bliebe es, leer aber müsste es nicht sein.

Nicht einmal auf die fachlichen Erklärungen müssten Besucher demnächst verzichten, wenn sie ganz für sich durch die Ausstellung streifen. Eine Stimme im Kopfhörer könnte ganz ohne Infektionsrisiko vermitteln, was sonst ein Museumsführer einer ganzen Gruppe erzählen würde

Nun aber darf erstmal keiner rein. Wahrscheinlich erst dann, wenn selbst Gruppen wieder durch die Ausstellung streifen dürfen, können Gäste das Museum auch in aller Stille genießen.