Krankenhaus-Neustart am Standort in Bad Frankenhausen

Bad Frankenhausen  Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Gesundheitsministerin Heike Werner sind auf Sommertour. Gemeinsam besuchen sie die KMG-Manniske-Klinik in Bad Frankenhausen.

Claus-Peter Schneider (r.), Leitender Arzt an der KMG-Manniske-Klinik in Bad Frankenhausen für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, zeigt Ministerpräsident Bodo Ramelow und Gesundheitsministerin Heike Werner sowie den anderen Besuchern die Klinik.

Claus-Peter Schneider (r.), Leitender Arzt an der KMG-Manniske-Klinik in Bad Frankenhausen für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, zeigt Ministerpräsident Bodo Ramelow und Gesundheitsministerin Heike Werner sowie den anderen Besuchern die Klinik.

Foto: Ingolf Gläser

„Wir sind die Neuen. Ihr Krankenhaus bleibt Ihr Krankenhaus.“ Mit diesen Worten empfangen die KMG-Kliniken die Patienten und Besucher in der Manniske- Klinik in Bad Frankenhausen. Erst seit Kurzem ist die KMG-Kliniken-Gruppe Gesellschafter der bisherigen DRK-Krankenhäuser in Bad Frankenhausen, Sondershausen, Sömmerda und Luckenwalde (Brandenburg) sowie der Tochtergesellschaften, dazu gehören auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ) in der Region.

Im Rahmen der Insolvenz der DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen - Brandenburg war auch von einer Schließung des Krankenhauses in Bad Frankenhausen die Rede. Einer Einrichtung, die es seit gut 200 Jahren in der Stadt gibt. Der Arzt Wilhelm August Gottlieb Manniske gründete 1798 hier ein Krankenhaus. Doch es ging nicht nur um Tradition, die verloren gegangen wäre, sondern um die wohnortnahe medizinische Versorgung der Menschen und um viele Arbeitsplätze. Es waren Monate voller Ungewissheit und Proteste.

KMG ist an 32 Standorten in Deutschland tätig

Nun sind die KMG-Kliniken Eigentümer. Am Dienstag besuchten Ministerpräsident Bodo Ramelow auf seiner Sommertour „#ZukunftThüringen“ und Gesundheitsministerin Heike Werner (beide Linke) auf ihrer Sommertour zum „Landesprogramm Familie“ gemeinsam die KMG-Manniske-Klinik in Bad Frankenhausen.

„Wir sind Thüringer geworden“, sagte KMG-Vorstandsvorsitzender Stefan Eschmann bei der Begrüßung. Das Unternehmen sei an 32 Standorten in Deutschland tätig, man habe zehn Akutkliniken, zwei Reha-Kliniken, zehn Pflegeheime, an 23 Standorten 15 Medizinische Versorgungszentren und zudem drei ambulante Pflegedienste.

Die Gruppe sei gewachsen, man gehöre nicht zu den ganz Großen, auch nicht zu den Kleinen. Man sei ein erfolgreiches Unternehmen mit effizienten Strukturen und insgesamt über 5200 Mitarbeitern.

Der Umsatzerlös betrage in diesem Jahr vermutlich 400 Millionen Euro. Die Situation, die man vor Monaten am Standort Bad Frankenhausen vorfand, sei „erschreckend“ gewesen. Man habe sich zu dem Standort bekannt, weil man das Potenzial, die Möglichkeiten, die es hier vor zwei Jahren gab, betrachtete, erklärte Eschmann.

Wie entwickelte sich die Zahl der Mitarbeiter? „Ausgangspunkt war die anvisierte Schließung des Krankenhauses durch die DRK-Krankenhausgesellschaft. Jetzt haben wir hier über 100 Mitarbeiter. An den Standorten Sondershausen und Sömmerda haben wir uns von acht bis zehn Mitarbeitern getrennt. Hier wird sich die Zahl der Mitarbeiter im Bereich medizinischer Versorgung keinesfalls verringern, eher zunehmen“, sagte der KMG-Vorstandsvorsitzende auf Nachfrage unserer Zeitung. Welche Strukturen in der Klinik in Bad Frankenhausen mit Blick in die nahe Zukunft geschaffen werden, dazu könne man Ende des Jahres mehr sagen.

Bertelsmann-Stiftung: Nur 600 von 1400 Krankenhäusern sollten erhalten bleiben

Derzeit gibt es hier zwei Stationen, die eine mit den Bereichen Innere, Chirurgie und zentrale Notaufnahme, die andere mit der Onkologie und Palliativmedizin. Insgesamt habe man um die 50 stationäre Betten. Zudem gibt es Medizinische Versorgungszentren in der Region.

Kritik gab es vom Ministerpräsidenten sowie der Gesundheitsministerin an einem Vorschlag der Bertelsmann-Stiftung, wonach in Deutschland von den knapp 1400 Krankenhäusern etwa 600 erhalten bleiben sollten, um die Qualität der Behandlung zu verbessern und Personalmangel zu mindern. Man habe in Westdeutschland Ballungszentren untersucht. Wichtig sei es, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum weiter abzusichern. Diesen Weg gehe der neue Eigentümer KMG - das sei richtig und gut so. Der Blick beim Politprominenz-Besuch war nicht nur nach vorn gerichtet, auch wenn man, das wurde betont, KMG hier vor großen Herausforderungen sehe. Sondern auch zurück. Die DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen - Brandenburg habe, wie der Ministerpräsident betonte, in der bestandenen schwierigen Situation nicht die „ganzen Karten auf den Tisch gelegt. Wie die Situation ist, welche Risiken es gibt, das hat sich für uns erst im laufenden Verfahren gezeigt“. Ramelow machte auch keinen Hehl daraus, dass er für eine kommunale Krankenhausgesellschaft für die Kliniken in Nordthüringen war. Nun freue er sich, dass die KMG-Kliniken neuer Eigentümer sind. „Mein Eindruck: Das ist ein fairer Partner“, sagte er.

Ramelow würdigte das Engagement von Landrätin Antje Hochwind-Schneider und Bürgermeister Matthias Strejc (beide SPD) beim Kampf um den Erhalt der Krankenhäuser und der Arbeitsplätze, vor allem in Bad Frankenhausen. Und es gingen anerkennende Worte an die Klinik-Mitarbeiter für ihren Kampf. Und dass sie nicht aufgaben.

Am Vormittag hatte Ramelow im Kyffhäuserkreis die Rettungswache des DRK-Kyffhäuserkreisverbandes in Greußen sowie Kloster Dietenborn besucht.

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