Kyffhäuserkreis: Gefeiert wird auch unter Auflagen

Sondershausen.  Rund 600 Veranstaltungen wurden beim Gesundheitsamt des Kyffhäuserkreises bislang angemeldet. 106 Bußgeldverfahren seit Beginn der Pandemie.

Auf ihre Kirmes wollten die Rottlebener nicht verzichten und feierten am vergangenen Wochenende an Familientischen und mit 1,50 Meter Abstand.

Auf ihre Kirmes wollten die Rottlebener nicht verzichten und feierten am vergangenen Wochenende an Familientischen und mit 1,50 Meter Abstand.

Foto: Kerstin Fischer

Zu rund 600 Festen trafen sich die Menschen zwischen Keula und Wiehe. Seit im Juni die Pandemieregelungen gelockert worden waren und zunächst private Feiern und dann auch öffentliche Veranstaltungen wieder möglich waren. 83 öffentliche Veranstaltungen und 65 Sportveranstaltungen sind in der Zeit genehmigt worden. Der Großteil der Veranstaltungen waren private Feste, für die lediglich eine Anzeigepflicht 48 Stunden vor Beginn beim Gesundheitsamt besteht.

Nicht erfasst hat das Landratsamt alle kleineren privaten Feiern drinnen wie draußen, für die aufgrund der geringen Teilnehmerzahl nicht gemeldet werden müssen.

Anträge für zwei Veranstaltungen zurückgezogen

„Abgelehnt haben wir keine Veranstaltungen“, sagt Christian Schröder von der Ordnungsbehörde des Landratsamtes im Gespräch. Lediglich Anträge für zwei Veranstaltungen seien zurückgezogen und abgesagt worden. Auflagen zu Mindestabständen, Raumgröße und Hygienevorschriften lassen nicht alles zu. Viel Zeit verwenden die Mitarbeiter dabei auch auf Beratungen. Auf der Internetseite des Landratsamtes sind Formulare und Handlungsanweisungen zu finden. Bei öffentlichen Veranstaltungen sei aber vieles individuell zu begutachten. Dann lasse man sich Skizzen der Örtlichkeiten schicken oder biete gegebenenfalls auch Termine vor Ort an, berichtet Christian Schröder.

Planungen für Martini-Umzüge und Weihnachtsmärkte stehen an

Dass mit sinkenden Temperaturen auch die Feierlaune gänzlich sinkt, spüre man im Landratsamt noch nicht. Nach den Sommerfesten, Herbstfeuern, Kirmesfeiern stehen jetzt die Planungen für Martini-Umzüge und Weihnachtsmärkte an. Auch hier versuchen, Vereine und Gemeinde trotz Pandemie Traditionen zu pflegen. In Rottleben, aber auch Ebeleben gelang das vergangenes Wochenende bei der Kirmes. Die Kirmesjugend hatte sogar einen Umzug mit Erbsbär veranstalten können. Auch wenn der Aufwand enorm ist für ein solches Fest mit Absperrgittern rund um das Festgelände auf dem Marktplatz, Listen für die Besucher und Plastikgeld.

Die Ordnungsbehörde zeigte sich am Ende zufrieden. Bei der Kontrolle habe es keine Beanstandungen gegeben, sagt Christian Schröder.

Nur zwei Verfahren wegen Verstoßes gegen Maskenpflicht

1100 Kontrollen haben er und seine Kollegen aus dem Landratsamt sei dem Erlass der ersten Allgemeinverfügungen im Frühjahr durchgeführt. Zeitweise bis zu zwölf Leute in Zweierteams waren im Landkreis unterwegs, um die Einhaltung von Mindestabständen oder das Verbot von Menschenansammlungen zu überprüfen. Letzteres führt auch die Liste der Verstöße an. 91 Ordnungswidrigkeitsverfahren seien deswegen von der Ordnungsbehörde des Landratsamtes eingeleitet worden. Wohingegen wegen des Verstoßes gegen die Maskenpflicht nur zwei Verfahren gab, so Schröder. Das sei aber auch besonders schwer zu führen.

Unterstützung von der Polizeiinspektion und der Landespolizei

Anfänglich haben die Ordnungsbehörden der Kommunen die Kreisverwaltung unterstützt und die Umsetzung der Allgemeinverfügungen in Gewerbebetrieben kontrolliert. Die Durchsetzung des Infektionsschutzgesetzes aber sei originäre Aufgabe des Landkreises, ergänzt Verwaltungsleiter Heinz-Ulrich Thiele. Unterstützt werde man dabei von der Polizeiinspektion und der Landespolizei. Die gerade an Wochenenden und in den Nachtstunden ebenfalls Verstöße feststellen und Anzeigen schreiben.

106 Bußgeldverfahren seien es seit Beginn der Pandemie gewesen im Landkreis. Die festgelegten Bußgelder würden sich auf rund 13.000 Euro belaufen. Davon seien aktuell rund 7000 Euro aus 43 Verfahren bezahlt worden, berichtet Christian Schröder. Dabei reiche die Spanne der verhängten Bußgelder von 60 Euro bis 400 Euro. Bei einer so hohen Summe habe die Ordnungsamtsmitarbeiter den Vorsatz nachweisen müssen.

Veranstaltungen und Bußgelder

  • Insgesamt 106 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden im Kyffhäuserkreis seit Beginn der Corona-Pandemie eingeleitet:
  • 91 wegen Verstößen gegen Menschenansammlungen, 6 wegen des Verstoßes gegen Allgemeinverfügungen, 4 wegen des Verstoßes gegen den Mindestabstand, 2 wegen der Maskenpflicht, 1 Quarantäneverstoß,1 wegen Weiterbetrieb eines Gewerbebetriebs, 1 wegen des Betriebs einer Gaststätte.
  • Dem Gesundheitsamt angezeigt werden müssen private Feiern mit mehr als 50 Personen in geschlossenen Räumen und mit mehr als 100 Personen unter freiem Himmel.
  • Anmeldung und Vorlage des Infektionsschutzkonzeptes für öffentliche Veranstaltungen empfiehlt das Landratsamt spätestens eine Woche vor Beginn der Veranstaltung, um Zeit für die Genehmigung zu haben.