Kyffhäuserkreis: Plätze reichen für alle Schüler

Andrea Hellmann und Ireen Wille
| Lesedauer: 4 Minuten
Das Gymnasium Geschwister Scholl in Sondershausen können sich Viertklässler aus der Region Ebeleben und Helbedündorf unter anderem anmelden. (Archivbild)

Das Gymnasium Geschwister Scholl in Sondershausen können sich Viertklässler aus der Region Ebeleben und Helbedündorf unter anderem anmelden. (Archivbild)

Foto: Christoph Vogel

Kyffhäuserkreis.  Anmeldungen an Gemeinschaftsschulen und Gymnasium nach angekündigter Schulschließung in Schlotheim möglich. Schulbusverkehr soll optimiert werden

Nach der Ankündigung des Unstrut-Hainich-Kreises das Seiler-Gymnasium in Schlotheim 2025 zu schließen und schon im kommenden Schuljahr keine 5. Klasse mehr aufzumachen, hat der Kyffhäuserkreis erste Vorbereitungen getroffen. „Wir können alle Schüler aufnehmen, kündigte Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) am Mittwoch an. Nach einer Beratung mit den betroffenen Schulen und dem Schulamt rechne man mit etwa 20 Schülern, die künftig eine weiterführende Schule im Kyffhäuserkreis wählen könnten.

Genaue Zahlen liegen aber erst vor, wenn die Eltern ihre Kinder Mitte März angemeldet haben. Die Gemeinschaftsschule in Greußen, Ebeleben und das Gymnasium in Sondershausen können eine ausreichende Zahl an Plätzen für die neuen Fünftklässler anbieten, erklärte Hochwind-Schneider.

Neben der Grundschule Ebeleben haben auch Kinder aus der Grundschule Westerengel und der Grundschule Keula regelmäßig das Gymnasium im Nachbarlandkreis als Schulstandort gewählt. Eltern und Kinder haben freie Schulwahl auch über Landkreisgrenzen hinaus. Zur Grundschule Keula liegen aufgrund der kurzfristigen Bekanntgabe der Schulschließung am Montagabend noch keine Zahlen vor, sagte Uwe Lippold von der Schulverwaltung. Die Grundschule gehört seit einigen Jahren zur Gemeinschaftsschule in Menteroda im Unstrut-Hainich-Kreis. Ob die Kinder nun an der Gemeinschaftsschule Menteroda bleiben oder ans Gymnasium nach Mühlhausen wechseln, müsse man abwarten. Aber auch für diese Schüler werde es einen Platz an einer Schule im Kyffhäuserkreis geben.

Verbesserung für Schülerbeförderung wird angestrebt

Abhängig ist die Schulwahl in den ländlichen Regionen rund um Ebeleben, Helbedündorf und Westerengel von der Schülerbeförderung. Auch Volkmar Mehler, Leiter der Grundschule in Ebeleben, sieht die Busverbindung zwischen Wohn- und Schulort als maßgeblich an. Gerade nach Schulschluss bräuchten die Kinder vom Gymnasium in Sondershausen deutlich länger als die, die in Schlotheim beschult würden, ehe sie wieder ihre Wohnorte in Ebeleben oder Helbedündorf erreichten. Von den 41 abgehenden Viertklässlern hatten sich bis dato 15 für das Gymnasium in Schlotheim ausgesprochen.

Für die Schülerbeförderung kündigte der Landkreis eine Überprüfung an. „Wir wollen das optimieren“, erklärte die Landrätin. Eine solche Planung benötige aber mehr Zeit und bessere Zahlen. Im Austausch mit dem Schulamt werde man ermitteln, aus welchen Ortsteilen die angehenden Fünftklässler aus den betroffenen Gemeinden stammen. Im Moment fehle es auch hier noch an konkreten Zahlen.

Mehr Zeit benötigen Schulverwaltung und Schulamt für die perspektivisch ebenfalls betroffenen Seiler-Gymnasiasten in den höheren Klassenstufen. Auch hier rechnet das Landratsamt mit wechselwilligen Schülern und zwar deutlich vor der geplanten Schließung in zwei Jahren. Etwa 100 Schüler aus dem Kyffhäuserkreis besuchen aktuell die Schule in Schlotheim.

Die ersten Anfragen an den Schulen in Sondershausen und Greußen habe es bereits am Dienstag gegeben, berichtete Antje Hochwind-Schneider nach der Beratung mit den Schulleitern. Einen Wechsel zum zweiten Halbjahr, das bereits in weniger als einem Monat beginnen würde, könne man nicht vorbereiten. Einzelplätze gebe es in Absprache mit der Schulleitung sicher.

Man konzentriere sich derzeit darauf, zum kommenden Schuljahr einen Wechsel für die höheren Jahrgänge zu ermöglichen, wenn es denn gewünscht ist, so die Landrätin. Dafür werden Vorbereitungen mit dem Schulamt in Leinefelde und der Schulverwaltung des Landkreises getroffen. Es bedarf womöglich der Einrichtung neuer Klassen, mehr Lehrern oder der Anpassung der Unterrichtsräume.

Es müsse zum neuen Schuljahr auch der Schülerbusverkehr auf den Linien nach Greußen und Sondershausen noch einmal angepasst werden. Wobei auch die Linie nach Schlotheim entsprechend weiter bedient werden muss, solange Schüler das Seiler-Gymnasium besuchen.

Zur Schulschließung

Eltern, die aktuell vor der Frage stehen, welche Schule ihr Kind ab Sommer besuchen wird, haben in den kommenden Wochen die Möglichkeit, sich an den Schulen beim jeweiligen Tag der offenen Tür beraten zu lassen:

am 24. Februar: am Gymnasium Sondershausen, 14 bis 17 Uhr, Haus 1, Güntherstraße 58.
am 22. und 23. Februar
: Gemeinschaftsschule Ebeleben 8 bis 12 Uhr
und am 3. März
: Gemeinschaftsschule Greußen, 14 bis 16 Uhr.

Über die Schließung des Seiler-Gymnasiums ist noch nicht abschließend entschieden. Es liegt bislang kein Kreistagsbeschluss vor.

Für den Erhalt der Schule in Schlotheim ist am Freitag, 27. Januar, 11 Uhr, eine Kundgebung vor der Schule geplant.