Kyffhäuserland sucht Platz für neue Schule: Zwei Standorte sind im Gespräch

Kyffhäuserland  Kreis als Schulträger will in der Gemeinde Kyffhäuserland eine neue Grundschule bauen. In Rottleben oder in Bendeleben? Das ist die Frage.

In der Kyffhäuserland-Grundschule in Rottleben lernen zurzeit 79 Kinder. Hier ist gerade Pause und Frühstückszeit.

In der Kyffhäuserland-Grundschule in Rottleben lernen zurzeit 79 Kinder. Hier ist gerade Pause und Frühstückszeit.

Foto: Ingolf Gläser

Der Kreis als Schulträger will in der Gemeinde Kyffhäuserland eine neue Grundschule bauen. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort, die Fläche sollte in Eigentum der Kommune oder des Kreises sein, hat man nun zwei im Blick. Im Ortsteil Rottleben auf dem Areal der Turnhalle und des Feuerwehrgerätehauses, die abgerissen werden müssten. Im Ortsteil Bendeleben ist es das Gelände des Bauhofes, auf dem sich ebenfalls das Feuerwehrgerätehaus befindet. Auch hier müsste der Abrissbagger anrollen. Das sagte Volker Stietzel, Fachbereichsleiter der Inneren Verwaltung des Landratsamtes, zu der auch die Schulverwaltung gehört, Mittwochabend in der Sitzung des Ortsteilrates von Rottleben.

An beiden Standorten habe es bereits Baugrunduntersuchungen gegeben, die Flächen seien etwa 5100 sowie 5800 Quadratmeter groß – und insgesamt ähnlich. Der jetzige Standort der Kyffhäuserland-Grundschule in Rottleben ist 1800 Quadratmeter groß. Es sei nicht möglich, die Fläche zu vergrößern, betonte Stietzel. Auch ein Neubau nach heutigen Maßstäben passe nicht aufs Areal. Deshalb die Suche nach einem neuen Standort. In der Grundschule lernen derzeit 79 Kinder, in der 1. Klasse sind 19 Mädchen und Jungen. Jährlich sind auch sieben bis acht Kinder aus Bad Frankenhausen an der Schule.

Der Neubau soll mit Blick in die nahe Zukunft so groß sein, damit es eine zweizügige Schule ist. Ansonsten gebe es mit Blick auf Schülerzahlen und Klassenraumgrößen Vorschriften. „Wir können Schulen bauen, die aktuellen Beispiele sind Greußen, Sondershausen-Franzberg und Bad Frankenhausen“, betonte Stietzel. Bildung für Kinder sei das Wichtigste, dafür wolle man die Voraussetzungen schaffen. Die Kyffhäuserland-Grundschule will sich zu einer Ganztagsschule entwickeln. Das Ministerium wolle dann für zusätzliches Personal sorgen.

Neubau in Rottleben oder Bendeleben. Das Ergebnis der Schulkonferenz: 2:2 Stimmen. „Das Allerwichtigste ist, die Gemeinde Kyffhäuserland bekommt eine neue Schule. Wir können an beiden Standorten gut arbeiten, haben hier und da Partner“, betonte Schulleiterin Christine Schönberg. Ortsteilbürgermeister Mario Merten (pl) erinnerte an die über 100-jährige Tradition Rottlebens als Schulstandort und an die Nähe zu Bad Frankenhausen.

Ratsmitglied Jürgen Müller lenkte den Blick auf den möglichen neuen Schulstandort: „Da baut man eine neue Schule und hat die alte, den Block aus DDR-Zeiten, der fast eine Ruine ist, im Rücken? Warum reißt man sie nicht ab?“ Wie zu hören war, ist das Gebäude in Privatbesitz. Jürgen Müller kritisierte, dass, wie die Diskussion zeigte, mit dem Privatmann nicht gesprochen wurde, um möglicherweise das Gelände abzukaufen. Die Vermutung liege nahe, dass der Eigentümer einen hohen Preis haben wolle. Das wisse man aber erst, wenn man mit ihm spricht. Mit einem Neubau habe man dann im Dorf zwei leer stehende Schulgebäude. Wie das Nachbardorf Göllingen. Auch die Schulleiterin zeigte sich nicht so glücklich, die Schulruine „im Rücken zu haben“.

Kyffhäuserland-Bürgermeister Knut Hoffmann (CDU) sei der Schulneubau in der Gemeinde wichtig. Man müsse den Blick aber auch in die Zukunft, auf die nächsten fünf, zehn, 15 Jahre richten. Die Ganztagsschule sollte sich da zu einer Einrichtung für das gesamte Kyffhäuserland entwickeln. Dafür müsse man die Voraussetzungen schaffen. Die Grundschulkinder aus Hachelbich und Badra nutzen die Nähe und Busanbindung nach Sondershausen. Auch Hoffmann würdigte das Modell Ganztagsschule, das den Schulstandort mit Blick aufs Umfeld absolut attraktiver mache. Die Diskussion war lebhaft, was die Standorte, dazu gehöre beispielsweise auch der Schülertransport, und den Blick in die Zukunft betrifft. Der Ortsteilrat sprach sich in der Abstimmung mit ganz klarer Mehrheit für den Neubau der Grundschule in Kyffhäuserland aus, konkret am Standort Rottleben. Das Votum ist eine Empfehlung an den Gemeinderat. Von ihm will der Kreis einen Standortbeschluss, letztlich entscheidet der Kreistag. Der Gemeinderat, der am kommenden Donnerstag, 29. August, um 19 Uhr im Konferenzraum der Barbarossahöhle tagt, wird sich über den Schulneubau informieren. Ebenso andere Ortsteilräte.

Unterm Strich seien die Standorte Rottleben und Bendeleben fast identisch, sagten Stietzel und Hoffmann. Das mache die Entscheidung nicht leicht.

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