Landratsamt im Kyffhäuserkreis will E-Roller für Dienstfahrten

Kyffhäuserkreis  Bei der Anschaffung von Elektroautos herrscht im Kyffhäuserkreis nach wie vor Zurückhaltung. E-Shuttle zum Kyffhäuser-Denkmal wartet noch auf seine Zulassung.

Für flotte Dienstfahrten könnte es in der Kreisverwaltung bald E-Roller geben.

Für flotte Dienstfahrten könnte es in der Kreisverwaltung bald E-Roller geben.

Foto: Nicolas Armer/DPA

Auf Elektrorollern könnten Mitarbeiter von der Kreisverwaltung demnächst bei Dienstfahrten durch die Kreisstadt oder Artern sausen. Das war jetzt auf Nachfrage aus dem Landratsamt zu erfahren. Auf ein paar trendige E-Scooter also beschränkt sich der Beitrag, den die Kreisverwaltung in nächster Zeit selbst leistet, um die Elektromobilität im Kyffhäuserkreis auszubauen. Sicher ist das aber auch nicht: Es werde geprüft, inwieweit der Einsatz von personenbezogenen Elektrorollern sinnvoll sei.

Autos mit Elektroantrieb werde es im Fuhrpark des Landratsamtes auf jeden Fall vorerst nicht geben, heißt es aus dem Landratsamt weiter. Nicht nur, weil Neuanschaffungen für die Fahrzeugflotte bereits bis 2021 ausgeschrieben sind. Die Elektroautos auf dem Markt seien verhältnismäßig teuer, die Reichweiten zu gering, Lieferzeiträume schwer kalkulierbar. Mit ihrer Zurückhaltung ist die Kreisverwaltung beim Wechsel zum Elektromobil allerdings nicht allein. Lediglich 39 Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind im Kyffhäuserkreis angemeldet – ein verschwindend geringer Anteil an insgesamt 70.656 zugelassenen Pkw, Lkw, Bussen und Zweirädern. Auch 163 Hybridfahrzeuge verändern das Bild kaum – die Elektromobilität im Kyffhäuserkreis steht auf der Stelle. Auch der elektromobile Kleinbus, der Besucher emissionsfrei zum Kyffhäuser-Denkmal hinaufbringen soll, steckt noch hinter bürokratischen Hürden fest, räumt Heinz-Ulrich Thiele, Sprecher der Kreisverwaltung, ein.

„Das Fahrzeug, das wir zu diesem Zweck bereits ins Auge gefasst hatten, erhält nach jetzigem Stand keine Straßenzulassung. Die benötigen wir aber, weil am Kyffhäuser knapp 400 Meter Strecke auf öffentlicher Straße gefahren werden muss“, schildert Thiele.

Das sei aus den Blickfeld geraten, als mit dem Modell, das einem Golfplatz-Mobil mit mehreren Sitzen ähnelt, das ideale Fahrzeug für den Kyffhäusershuttle gefunden schien. „Abgeschrieben ist es noch nicht, bestellt aber ebenso wenig“, so Thiele. Was getan werden kann, um das Wunschgefährt der Kreisverwaltung tatsächlich zum Kyffhäuser rollen zu lassen, werde jetzt im Landesverwaltungsamt beraten. Bis zu einer Entscheidung und bis das erwählte Vehikel angeschafft ist, werden Besucher weiterhin mit Kleinbussen zum Denkmal hinaufgefahren – angetrieben von Verbrennungsmotoren.

Ungeachtet der Verzögerung beim geplanten Vorzeigeprojekt am Kyffhäuser beobachte der Landkreis die Entwicklung der Elektromobilität weiterhin sehr genau, ist aus dem Landratsamt zu vernehmen. Vertreter des Kreises nähmen regelmäßig an Veranstaltungen wie Netzwerktreffen rund um die E-Mobilität und auch weiterer alternativer Antriebsformen teil. Immerhin habe der Kreis mit dem Konzept zu einer effektiven Ladesäuleninfrastruktur für die Region eine wichtige Vorarbeit geleistet, um der Elektromobilität Antrieb zu verleihen.

Die Ergebnisse zur Studie über die Ladenetzstruktur seien öffentlich zugänglich und wurden auch den Netzbetreibern zur Verfügung gestellt, damit sie diese in die weiteren Planungen einbeziehen könnten.

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