Lebensretter aus Sondershausen üben den Notfall im Bebraer Forst

Kyffhäuserkreis  Gemeinsame Übung von freiwilliger Feuerwehr und DRK-Sanitätern beim Arbeitsschutztag des Maschinenstützpunktes Hohenebra.

Damit der Verletzte aus dem Forstfahrzeug geholt und behandelt werden konnte, bauten die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr eine Rettungsplattform auf und platzierten sie vor dem hohen Ausstieg. Die Zusammenarbeit von Feuerwehrleuten und Sanitätern funktionierte sehr gut.

Damit der Verletzte aus dem Forstfahrzeug geholt und behandelt werden konnte, bauten die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr eine Rettungsplattform auf und platzierten sie vor dem hohen Ausstieg. Die Zusammenarbeit von Feuerwehrleuten und Sanitätern funktionierte sehr gut.

Foto: Christoph Vogel

Gegen 8.40 Uhr informiert ein Waldarbeiter die Rettungsleitstelle, dass es in der Nähe des Rettungspunktes 1807 im Bebraer Forst einen Unfall mit zwei Verletzten gegeben hat. Ein Forstarbeiter sei nicht ansprechbar in einer Rückemaschine, ein zweiter von einem umgestürzten Baum eingeklemmt und auch nicht bei Bewusstsein.

Die Rettungsleitstelle gibt dem Anrufer noch einige Anweisungen, mit dem Zusatz, dass Rettungskräfte alarmiert werden. Nur vier Minuten später kommt über Sprechfunk die Meldung einer Fahrzeugbesatzung der freiwilligen Feuerwehr in Sondershausen, dass sie soeben ausgerückt sei. Kurz darauf vermelden auch die Sanitäter zweier Rettungswagen des DRK sowie weitere Feuerwehrbesatzungen, sie seien Richtung Unfallort unterwegs.

Zum Glück handelt es sich bei dem Szenario nur um eine Übung. Am Einsatzort erwarten Mike Grambs, stellvertretender Stadtbrandmeister in Sondershausen, Tobias Langenberger vom DRK-Kyffhäuserkreisverband, Bernhard Köhler, Leiter des Maschinenstützpunktes Hohenebra, der Sondershäuser Forstamtsleiter Uli Klüßendorf sowie etwa 50 Forstarbeiter auf das Eintreffen der Rettungskräfte. Sie können die Gespräche zwischen Leitstelle und den Rettungskräften über das Sprechfunkgerät von Mike Grambs verfolgen und sind erstaunt, wie schnell die Fahrzeuge ausrücken. „Die haben nichts davon gewusst“, versichert Grambs, die Zeiten seien realistisch.

Etwa 20 Minuten nach der Alarmierung treffen die Rettungskräfte ein und beginnen sofort zu handeln, dabei arbeiten Feuerwehrleute und Sanitäter Hand in Hand. Währenddessen erklärt Mike Grambs den Forstleuten, was die Einsatzkräfte machen.

Aus seiner Sicht, er hat die Rettungsübung auf Wunsch von Bernhard Köhler organisiert, gibt es bei der späteren Auswertung keine Kritikpunkte. „Ich bin sehr zufrieden, Ihr habt gute Arbeit geleistet“, sagte der stellvertretende Stadtbrandmeister vor versammelter Mannschaft. Bei der Übung hatte er nicht eingegriffen und „es den Jungs nicht leicht gemacht“, was das Szenario und die Örtlichkeit anbelangen. Positiv bewertete auch Notfallsanitäter Tobias Langenberger vom DRK-Kyffhäuserkreisverband deren Verlauf. Beide Zweier-Teams haben sowohl bei der eingeklemmten Person als auch bei der im Fahrzeug auf Sicherheit geachtet und korrekt gehandelt. „Da war alles stimmig“, so sein Fazit.

Grambs und Langenberger zeigten sich zudem äußerst zufrieden bei der Kommunikation und Zusammenarbeit der Feuerwehrleute und Sanitäter. Gleiches gelte für das Zusammenspiel mit der Rettungsleitstelle, welche die Einsatzkräfte an den Unfallort dirigieren musste.

„Das war eindrucksvoll“, so der erste Kommentar von Bernhard Köhler. Sein Anliegen war es, beim Arbeitsschutztag die Übung zu integrieren, um den Forstarbeitern das gute Gefühl zu geben, dass ihnen geholfen wird, sollte es zu einem Unfall kommen. Und er hätte sich gut aufgehoben gefühlt, betonte Köhler. Anerkennung, vor allem ob der Schnelligkeit, mit der die Rettungskräfte am Einsatzort ankamen und handelten, gab es von den Forstarbeitern, die thüringenweit beim Wegebau und der Holzernte im Einsatz sind. Gerade in Zeiten, da es durch Borkenkäferbefall und die Auswirkungen der Trockenheit des vergangenen und dieses Jahres ein hohes Maß an Totholzbeständen in den Wäldern gibt, sei eine derartige Übung wichtig, sagte Köhler.

Die Arbeit sei durch das Totholz noch gefährlicher geworden, als das bei Forstleuten eh schon der Fall ist. Und die Arbeitssicherheit stünde bei ihm ganz oben. Für Köhler und die Waldarbeiter habe der Arbeitsschutztag mit integrierte Übung auf jeden Fall etwas gebracht.

Er, wie auch Mike Grambs, appellieren an Spaziergänger, die Waldwege keinesfalls zu verlassen und auch dann immer mit offenen Augen durch die Natur zu gehen. Alles andere sei bei der derzeitigen Situation gefährlich.

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