Nazi-Schmierereien in Greußen an mehreren Gebäuden

Greußen  Ermittlungen wegen Volksverhetzung. Stadtchef fürchtet Imageschaden

Rechtsextreme Schmierereien verschandeln gestern in Greußen eine ganze Reihe von Gebäude wie das vom Lebensmittelmarkt am Helbeeck.

Rechtsextreme Schmierereien verschandeln gestern in Greußen eine ganze Reihe von Gebäude wie das vom Lebensmittelmarkt am Helbeeck.

Foto: Timo Götz

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Auf Streifzug waren in der Nacht zum Donnerstag Unbekannte in Greußen, wie die Polizei mitteilt. Hierbei wurden an verschiedenen Gebäuden, unter anderem einem Einkaufsmarkt, einem Stromverteilerhaus sowie an einem Abenteuerspielplatz, einer Friedhofsmauer und an einem Baustellenfahrzeug, Hakenkreuze und Parolen wie „Deutschland den Deutschen“ und „Sieg heil“ gesprüht. In finanzieller Hinsicht entstand dadurch laut Polizeibericht ein Schaden von mindestens 3500 Euro.

Die Ermittlungen der Polizei wegen des Verdachtes der Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wurden aufgenommen. In einem Altkleidercontainer konnte die Polizei mögliche Beweismittel sicherstellen.

„Ich bin erschüttert, seit ich gleich am Morgen von dieser unfassbar blödsinnigen Tat erfuhr“, äußerte sich Greußens Bürgermeiser René Hartnauer (SPD) gestern auf Nachfrage von Thüringer Allgemeine zu den Schmierereien, die sich über das gesamte Areal der Greußener Innenstadt verteilten.

„Eigentlich war ich fest überzeugt, wir wären auch in unserer Stadt darüber hinweg, dass sich Zeitgenossen zu derartigen, unfassbar dummen Aktionen und gedankenlosen Äußerungen versteigen“, zeigte er sich enttäuscht und verärgert. Ähnliche Vorfälle – die meisten hielten sich ohnehin in kleinerem Ausmaß – hätte es in Greußen seit Jahren nicht mehr gegeben. „Zuletzt haben die Greußener doch viel Weltoffenheit auch im Ungang mit Flüchtlinge bewiesen.“

Hartnauer geht davon aus, dass die rechtsextremen Schmierereien einen beträchtlichen Schaden für das Image der Stadt nach sich ziehen. Er findet es aber ungeachtet dessen gut und angemessen, dass die Ermittlungen sofort im größtmöglichen Umfang eingesetzt hätten und auch der Staatsschutz eingeschaltet worden sei. „So eine Aktion ist mit Sicherheit kein Spaß mehr. Die Täter müssen so schnell wie möglich herausgefunden werden.“

Erhebliche Schäden haben die Schmierer auch an Gebäuden und Maschinen hinterlassen. Die würden wohl an den Besitzern, darunter der Stadt, hängenbleiben, bedauert Bürgermeister Hartnauer.

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