Neben Emus zieren nun auch Zwergkängurus die Australien-Ecke auf dem Possen

Zuwachs hat der Sondershäuser Possen bekommen. In die Nachbarschaft der Emus sind zwei Zwergkängurus eingezogen.

Weder Hitze noch Kälte machen den neuen Zwergkängurus auf dem Possen etwas aus. Gemütlich strecken sie in der Sonne "alle Viere" von sich. Foto: Nico Kiesel

Weder Hitze noch Kälte machen den neuen Zwergkängurus auf dem Possen etwas aus. Gemütlich strecken sie in der Sonne "alle Viere" von sich. Foto: Nico Kiesel

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Sondershausen. Damit die drei Emus auf dem Sondershäuser Possen etwas Gesellschaft bekommen, leben nun auch zwei Zwergkängurus im Freiluftgehege unterhalb des Possenturms. "Wir haben uns in anderen Zoos kundig gemacht und erfahren, dass die Emus und Kängurus gut zueinander passen", erklärt Possenchef Bernd Jahn. Dort, wo einst Minigolf gespielt wurde, leben die exotischen Tiere nun in guter Nachbarschaft. Der anderthalbjährige Fred stammt aus einem Erfurter Zoo.

Seinen ein Jahr älterer Kompagnon kauften die Jahns bei Saalfelder Privatleuten, die sich selbst Kängurus halten. Im Gegensatz zu Fred, der den Namen einfach bekam, "weil er halt wie ein Fred aussieht", muss man sich für den Saalfelder noch einen schönen Namen einfallen lassen, so Bernd Jahn. Generell sind die Beuteltiere sehr pflegeleicht. Sie fressen hauptsächlich Gras, knabbern gern die Rinde von den Ästen und bekommen hin und wieder mal Möhren, Kohlrabi oder Trockenfutter. Hitze sind sie ebenso gewöhnt wie Kälte. "Minus 20 Grad machen denen gar nichts aus", weiß Bernd Jahn. In einer Holzhütte mit ausreichend Stroh finden sie Unterschlupf, falls ihnen das Wetter doch mal nicht passt oder sie ihre wohlverdiente Ruhe haben wollen. Da sind die Emus schon anspruchsvoller.

Das Männchen lebt schon seit gut einem Jahr auf dem Possen, darf sich seitdem auch über die Gesellschaft zweier adretter Damen freuen. Für sie gibt es Spezialfutter mit Kräutern und vielen Proteinen. Als Delikatesse werden hier auch schon mal getrocknete Würmer aufgetischt. Und trotzdem haben die drei die Flausen nicht nur am kräftigen Vogelkörper, sondern auch im Kopf. Erst zu Silvester ist ein Emu ausgebüxt, schlenderte quietschvergnügt über die Possenwiese. Bemerkt hat das Familie Jahn erst, als ein Taxifahrer anmerkte, dass "irgendein riesiger Vogel" auf und ab läuft. Da machte es bei der Familie klick, und mit einem Netz bewaffnet gingen die Jahns auf Vogeljagd.

Irgendwann bekam Bernd Jahn das Tier am langen Hals zu fassen und hatte seine liebe Mühe damit, es nicht wieder entwischen zu lassen. Die kräftigen Beinmuskeln und die scharfen Krallen sind aus naher Distanz betrachtet schon beeindruckend, musste Jahn feststellen. Als der Vogel schließlich wieder wohlbehalten im Gehege untergebracht war, konnte die Silvesterfeier weitergehen. Der Zaun bekam dann vorsichtshalber eine Verstärkung. Die Eier der Emus, die eine schöne dunkelgrüne Farbe haben und in die ein gutes Dutzend Hühnereier passen würden, hängt sich die Familie übrigens ausgeblasen an den Osterstrauß. "Ich könnte den Tieren stundenlang zusehen", schwärmt Bernd Jahn.

Doch so viel Zeit hat er nicht. Denn viele Ideen und Projekte schwirren in seinem Kopf umher. Die Vogelkäfige sollen vergrößert werden. Auch ein Hochseilgarten ist in Planung. Und für die 24 Pferde, die auf dem Possen leben und die vor allem von den Ferien- und Urlaubskindern geritten werden, soll eine Reithalle gebaut werden. So ist man nicht mehr so wetterabhängig mit den Reitstunden. Doch das alles ist auch eine Frage der Baugenehmigung, müssen noch viele Gespräche geführt und Baupläne erstellt beziehungsweise den Wünschen der Bauverwaltung angepasst werden.