Hans-Jürgen Feierabend ist neuer Polizeichef in Sondershausen

Sondershausen  Von den Spezialkräften zum Leiter der Polizeidienststelle in Sondershausen: Hans-Jürgen Feierabend ist neuer Polizeichef im Kyffhäuserkreis. Der Schernberger war zuvor beim Landeskriminalamt in Erfurt.

Kriminaloberrat Hans-Jürgen Feierabend ist der neue Leiter der Polizeiinspektion Kyffhäuser. Auf seine Uniform wartet der Schernberger noch.

Foto: Henning Most

Hans-Jürgen Feierabend begrüßt an seinem neuen Arbeitsplatz in der Polizeidienststelle in Sondershausen im dunklen Anzug. Eine Uniform in seiner Konfektionsgröße sei derzeit nicht vorrätig, erklärt er. Die Thüringer Polizei will kommendes Jahr auf neue, dunklere Uniformen umstellen, und vom Altbestand seien wohl nicht mehr genug Stücke vorhanden. So fährt Hans-Jürgen Feierabend seit Kurzem in Zivil zur Dienststelle in Sondershausen. So wie er bislang ins Landeskriminalamt nach Erfurt gefahren ist.

Dort war der Schernberger zuletzt Leiter der Spezialeinheiten der Thüringer Polizei. An der Pinnwand im neuen Büro zeugen Fotografien davon. Schwer bewaffnete und vermummte Spezialkräfte posieren vor einem Flugzeug, seilen sich vom Hubschrauber ab.

Er selbst hat auf einem Schiff seinen Polizeidienst begonnen. In Wismar bei der Wasserschutzpolizei der DDR. Nach einer Lehre im Kali-Schacht und der Armee gab es für den jungen Sondershäuser keine Stelle unter Tage. Dann gehe ich eben aufs Wasser, dachte Feierabend. Die Wasserschutzpolizei suchte Nachwuchs, und deren Wismarer Chef war ein Bekannter seiner Eltern. Statt auf der Straße setzte Hans-Jürgen Feierabend das strikte Alkoholverbot auf dem Wasser um und kontrollierte Bootsführerscheine und Berufsschiffer.

Lange blieb er seiner Heimatstadt nicht fern. 1985 zog es Hans-Jürgen Feierabend zurück nach Sondershausen und zur Volkspolizei. Er fing ein Studium an der Polizeischule in Aschersleben an, wurde Dienstgruppenleiter und nach der politische Wende Leiter des Direktionsbüros der Polizeidirektion in Nordhausen.

Lebensmittelpunkt war in all den Jahren immer Sondershausen geblieben

Dem Studium für den höheren Polizeidienst in Münster folgten Stationen in ganz Thüringen: stellvertretender Leiter Aus- und Fortbildung am Bildungszentrum der Polizei in Meiningen, Leiter der Kriminalpolizei in Nordhausen, Vertretung in Sondershausen und neun Jahre Landeskriminalamt als Leiter der Spezialeinheiten. Sein Lebensmittelpunkt sei aber in den all diesen Jahren immer Sondershausen geblieben. Er lebt in Schernberg mit seiner Familie seit 20 Jahren - und pendelte. Jetzt könne er das auch einmal mit dem Fahrrad machen, freut er sich. Dabei hatte der 59-Jährige den Posten als Dienststellenleiter der Polizei im Kyffhäuserkreis gar nicht im Auge. Der Posten sei ihm angeboten worden. Es habe sich jemand erinnert, dass es im Landeskriminalamt doch jemanden gebe, der aus Nordthüringen stamme, als die Stelle mit der Ruhestandsversetzung von Hartmut Wachtel frei wurde, erzählt Hans-Jürgen Feierabend.

Die Region kennt er also, hat sich dennoch vorgenommen, alle Bürgermeister, auch die ehrenamtlichen, einmal zu besuchen, um zu erfahren, welche Probleme sie drücken. Von den Rasern durch Berka und dem Ärger der Anwohner des Kurparks mit Jugendlichen in Bad Frankenhausen habe er bereits gehört. Man werde sich bemühen, auch in Berka das Einhalten der Geschwindigkeit zu überprüfen und bei Ruhestörungen einzugreifen. Eine Häufung von Delikten aber gebe es nicht - ein ganz durchschnittlicher Landkreis eben, sagt Hans-Jürgen Feierabend.

Das eigene Haus indes fand er frisch renoviert vor, nicht nur die Wände sind gestrichen, auch die technische Infrastruktur ist auf dem neuesten Stand. Bei der personellen Ausstattung hätte er dagegen Wünsche, aber da unterscheide er sich nicht von anderen Dienststellenleitern in Thüringen. Auch im Kyffhäuserkreis seien nicht alle Stellen besetzt, der Altersdurchschnitt hoch, was sich wiederum im Krankenstand widerspiegele. Auch die große Fläche des Landkreises spiele eine Rolle. Die Polizeistation in Artern zu unterhalten, sei notwendig.

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