Guten Morgen, Kyffhäuserkreis

Nomen est Omen

Ireen Wille heißt eigentlich ganz anders. Zu Hause kennt man sie nur unter Mama Wo-Ist oder gern auch Mama Kannst-Du-Mal.

Ireen Wille heißt eigentlich ganz anders. Zu Hause kennt man sie nur unter Mama Wo-Ist oder gern auch Mama Kannst-Du-Mal.

Foto: Marco Kneise

Ireen Wille fragt sich, ob der Irrtum beim Einwohnermeldeamt oder den Kinder zu Hause liegt.

Der Name in meinem Personalausweis muss ein Druckfehler sein. Zu Hause nennen mich alle ganz anders. Da heiße ich: Mama Kannst-Du-Mal. Der Anrede folgen Aufforderungen zum Darreichen sämtlicher Gegenstände, die sich für den Befehlshaber in schier unerreichbarer Entfernung zu befinden scheinen – man also tatsächlich dafür aufstehen müsste. So weit wollen wir es ja nicht kommen lassen...

Immerhin hat sich das kulleräugige Gegenüber so weit entwickelt, dass sich der bloßen Gestik des Fingerzeiges – was früher ja auch mal ganz niedlich war – nun auch eine verbale Kommunikation anschließt. An besonders guten Tagen endet die Aufforderung gar mit „Bitte“. Verblüffend. Besonders beliebt in den heimischen Wänden, vor allem immer dann, wenn das heranwachsende Gegenüber es eilig hat, ist mein Zweitname „Mama Wo-Ist“. Der liebevollen Anrede schließen sich Halbsätze wie „meine Fußballtasche“, „mein Kuscheltier“ oder „meine Zahnbürste“ an.

Wenn ich mal wieder auf dem Einwohnermeldeamt bin, werde ich einfach mal nachfragen, wo der Irrtum liegt. Denn: Nomen est Omen.