Nur drei Kommunen im Kyffhäuserkreis verlangen noch Gebühren fürs Parken

Kyffhäuserkreis  Kritik im Stadtrat am neuen Parkraumkonzept für Sondershausen: Es sei ein Hindernis für die Belebung der Innenstadt.

Ein neuer Parkscheinautomat wird bereits am Krankenhaus-Parkplatz an der Hospitalstraße aufgebaut. Mitarbeiter vom Bauhof Sondershausen setzten in den vergangenen Tagen die Fundamente dafür.

Foto: Henning Most

Aus jedem Fleckchen Parkplatz rund ums Stadtzentrum will Sondershausens Stadtverwaltung demnächst Einnahmen herausquetschen. Und damit die Belebung der Innenstadt endgültig abwürgen, wie Tobias Schneegans, der Vorsitzende der Fraktion der Volkssolidarität im Sondershäuser Stadtrat, befürchtet. Er kreidet der Verwaltung an, ein unausgegorenes Parkraumkonzept gegen die Bedenken vieler Stadträte rücksichtslos durchzusetzen. Die Kritik aus seiner Fraktion an den neuen Plänen zur Parkraumbewirtschaftung haute Schneegans Sondershausens Bürgermeister Steffen Grimm (pl) jetzt während der Stadtratssitzung in Form eines Katalogs an bissigen Fragen zum neuen Konzept um die Ohren.

Mit ihren Plänen, auf noch mehr Parkplätzen als bisher Gebühren zu kassieren, stellt sich die Stadt Sondershausen zudem einem Trend entgegen, dem inzwischen fast alle Städte im Kyffhäuserkreis folgen: Um ihre Innenstädte zu beleben, verzichten sie darauf, Geld fürs Parken zu verlangen. Um die Kurstadt noch attraktiver zu machen, schaffte etwa die Stadtverwaltung Bad Frankenhausen schon vor mehr als zehn Jahren alle Parkscheinautomaten ab. Was aber nicht heißt, dass jetzt jeder sein Auto abstellen kann, wo und so lange er will. An vielen Stellen in der Innenstadt ist die erlaubte Parkdauer begrenzt.

Bevor sie auf die Gebühren ganz verzichtete, hatte die Stadtverwaltung festgestellt, dass die Einnahmen über die Parkscheinautomaten wahrscheinlich wegen der verstärkten Bautätigkeit in der Stadt in den Jahren zuvor stark abgenommen hatten und die Kosten nicht mehr deckten.

Ebelebens einzige Parkuhr stand bis letztes Jahr auf dem Markt, dann wurde sie abgebaut. Man wolle schließlich die Innenstadt beleben und außerdem hatten sich die Wartungskosten nicht mehr rentiert, erklärt Ordnungsamtsmitarbeiter Andreas Sorber. Heute ist das Parken kostenfrei, aber zeitlich auf dem Untermarkt auf zwei Stunden und in der Goethe­straße im Bereich der Geschäfte auf 30 Minuten begrenzt.

Am Greußener Markt müssen Autofahrer weiterhin blechen, wenn sie ihr Fahrzeug dort abstellen wollen. Selbst Anwohner müssen ein Ticket aus dem Automaten ziehen, wenn sie kein Knöllchen riskieren wollen. 15 Cent kosten zwei Stunden Parken für Greußener mit ­Anwohnerausweis. Erschwinglich sind die Gebühren fürs Parken am Markt aber auch für Fremde. Ob sich das rentiert, steht für Bürgermeister René Hartnauer (SPD) nicht zur Debatte. Vordergründig sei dafür zu sorgen, dass das Stadtzentrum nicht von Dauerparkern zugestellt werde. Deshalb ist im Rest der Innenstadt Greußens Parken auch nur mit Zeitbegrenzung erlaubt.

Touristen greift die Gemeinde Kyffhäuserland in die Tasche und verlangt am Kyffhäuser-Denkmal und auf dem Parkplatz an der Barbarossahöhle Parkgebühren: zwei Euro Tagespauschale. In den Ortschaften hingegen sei das Parken überall kostenfrei und zeitlich nicht eingeschränkt, erklärt Bürgermeister Knut Hoffmann (CDU).

Von Parkgebühren hat sich auch die Stadt Artern vor vielen Jahren schon verabschiedet. Nur Limits für die Parkdauer sollen verhindern, das gern genutzte Stellplätze auf Dauer belegt werden.

Die Gebühren und Einschränkungen beim Parken im Überblick:

Parkgebühren Innenstadt Sondershausen: -15 Minuten 30 Cent - bis 30 Minuten 50 Cent - jede weitere halbe Stunde 50 Cent - Höchstparkzeit drei Stunden

Parkplätze „Planplatz“, „Busbahnhof“ und „Krankenhaus“: - bis vier Stunden 1 Euro - je Tag 2 Euro

In der Innenstadt sind viele Parkplätze zudem nur zeitlich begrenzt nutzbar für eine halbe bis zwei Stunden. Eine Parkuhr ist beispielsweise an der Bibliothek, der Sparkasse und am Gottesacker nötig.

Für den Parkplatz am Markt in Greußen erhebt die Stadt Gebühren: - 15 Minuten 15 Cent - 30 Minuten 25 Cent - 1 Stunde 50 Cent - bis zu 2 Stunden 1 Euro - mit Anwohnerausweis: 2 Stunden für 15 Cent.

Es gibt die Möglichkeit, für 20 Euro ein Dauerpark- ticket für die Innenstadt zu kaufen. Dieses ist maximal einen Monat lang gültig.

Die Parkdauer in der Innenstadt ist in unterschiedlichen Bereichen begrenzt auf Zeiten zwischen 30 Minuten und 2 Stunden.

Kosten fürs Parken fallen in gesamten Stadtgebiet ­Arterns nicht an.

Zeitliche Limits im Rahmen zwischen 30 Minuten und zwei Stunden gibt es in der Innenstadt.

Parkgebühren werden am Kyffhäuser-Denkmal und an der Barbarossahöhle kassiert. Die Kosten betragen 2 Euro pro Tag.

Zeitliche Beschränkungen fürs Parken in den Ortsteilen der Einheitsgemeinde bestehen bislang nicht.

Gebühren fürs Parken werden im gesamten Stadtgebiet Bad Frankenhausen nicht erhoben.

Die Parkdauer ist im überwiegenden Teil der Innenstadt zeitlich beschränkt. Die Zeitspannen für reguläres Parken liegen dabei zwischen 30 Minuten und 2 Stunden.

Parken ist in der gesamten Stadt Ebeleben kostenfrei.

Auf 2 Stunden beschränkt ist die Nutzung der Parkflächen auf dem Untermarkt. Vor der Ladenzeile in der Goethestraße sind 30 Minuten Parken erlaubt

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.