Orakeln über Medaillen

Christoph Vogel über ein Ritual vor Biathlon-Wettkämpfen

Christoph Vogel

Christoph Vogel

Foto: Hans-Peter Stadermann

Dass mir die Sportart Biathlon gefällt, habe ich an dieser Stelle schon Kund getan. Der Höhepunkt dieser Saison – leider ohne Zuschauer vor Ort – ist die Weltmeisterschaft im slowenischen Pokljuka, die am Wochenende mit jeweils zwei Wettkämpfen am Samstag und Sonntag ihren Abschluss findet. Fast zu einem kleinen Ritual geworden – und in Corona-Zeiten eine willkommene Abwechslung – ist die Konversation im Vorfeld der Wettkämpfe mit einem Kollegen der Sportredaktion, der normalerweise das Büro mit mir teilt.

Ob nun per Kurzmitteilung oder Anruf – vor jedem Rennen werden Tipps bezüglich der Reihenfolge des Zieleinlaufes auf den Podestplätzen abgegeben. Die Trefferquote fällt dabei unterschiedlich aus, mal liegt der eine (Gold)richtig oder nah dran am Ergebnis, mal der andere. Den Sieg für Frankreich in der Single-Mixed Staffel hatten wir beide nicht auf dem Zettel. Für das Staffelrennen der Damen, haben wir schon die Tipps abgegeben.

Während ich das deutsche Quartett über die Bronzemedaille jubeln sehe, traut er unseren Biathletinnen den Sieg zu. Klar wäre es schön, wenn der Kollege hier Recht behielte. Über die Medaillenvergabe bei der Männer-Staffel und Massenstart-Rennen haben wir uns noch nicht verständigt. Auf zwei Podestplätze unserer Athleten werde ich dann wahrscheinlich tippen.