Reitverein Großbrüchter feiert 60-jähriges Bestehen

Großbrüchter  Zum Sommerfest der Pferde werden Reiter und Pferde aus ganz Deutschland erwartet. In der Gründungszeit mussten die Pferde auch noch auf dem Acker arbeiten.

Foto: Henning Most (4)

Am kommenden Wochenende, 13./14. Juli, wird auf dem Reitplatz in Großbrüchter das Sommerfest der Pferde gefeiert. Der Reitverein Großbrüchter begeht damit auch sein 60-jähriges Bestehen.

Seit Wochen wird das Jubiläum vorbereitet. Mit über 100 Tonnen Sand wurde bereits im Juni der Rasenplatz präpariert.

„Sicherlich sieht man mir die Aufregung an, dass hoffentlich alles reibungslos über die Bühne läuft und wir uns als ein würdiger Gastgeber präsentieren“, sagt Antje Jünemann. Die ehemalige Reiterin ist heute Vorsitzende des Vereins und trainiert auch den Nachwuchs. Antje Jünemann, der stellvertretende Vereinsvorsitzenden Enrico Günther und Heidrun Schoder als Kassenwartin halten als Dreiergespann die Vereinszügel seit 2016 fest in der Hand.

Mit 37 Mitglieder ist der Reitverein recht gut aufgestellt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Nachwuchsarbeit. Die 20-jährige Elisa Günther ist die erfolgreichste Reiterin, und auch Juniorreiter Mattis Jünemann (14) ist in dieser Saison schon erfolgreich unterwegs. Donnerstags wird unter Leitung von Antje Jünemann auf dem Reitplatz trainiert. Die aus Menteroda stammende Reiterin stieß 1998 zum Reitverein Großbrüchter und ist seither hier fest verwurzelt.

Enrico Günther lobt die gute Unterstützung durch Unternehmen wie den ortsansässigen Agrarbetrieb und den Landwirt Dirk Hammer. „Wir sind dankbar für jede helfende Hand bei der Durchführung der Jubiläumsveranstaltung. Schließlich gilt es auch viele reisgelder aufzubringen“, so Günther. Wenn sich ein kleines Zeitfenster in seiner Organisationsarbeit ergibt, beabsichtigt der aktive Reiter Günther, selbst noch ins Turnier einzugreifen.

Im September 1959 gründeten die Pferdesportfreunde von Großbrüchter unter dem Vereinsvorsitz von Friedhelm Rothhardt den Reitverein. Damals noch als Sektion Pferdesport in der BSG Traktor Großbrüchter. Die pferdesportbegeisterten Bauern trafen sich sonntags zum Training auf dem Reitplatz. Selbst gebaute Sprünge aus Strohballen und alten Brettern dienten als Hindernisse.

Pferde waren in der Anfangszeit noch keine reinen Sporttiere, sondern verrichteten täglich ihre Arbeit auf den Feldern. Turniere waren deshalb nur außerhalb der Erntezeiten möglich. Als Transportmittel auf dem Weg zu den Wettkämpfen nutzte man die Kutsche.

Als Reitlehrer begeisterte Arthur Gülland damals viele Kinder und Jugendliche, sich einmal im Voltigieren zu versuchen – der Anfang einer langfristigen Nachwuchsarbeit. In den 1970er-Jahren unterstützte die LPG den Pferdesport und stellte den Vereinsmitgliedern auch Reitpferde zur Verfügung.

Der Reitverein gewann an Ansehen und richtete im Jahr 1973 die Bezirksmeisterschaften im Bezirk Erfurt aus. In der Zeit der politischen Wende übernahmen Norbert Verges und kurze Zeit später Bernd Günther die Geschicke des Vereinsin Großbrüchter – immer mit dem Aspekt, die Jugendarbeit zu fördern. Das Sommerfest der Pferde wurde in den Anfangsjahren im Zweijahresrhythmus ausgetragen, seit 1990 jährlich.

Am Samstag beginnen die Reit- und Springprüfungen um 9 Uhr, und die Helbe-Dün-Meisterschaften werden ab 18 Uhr ausgetragen. Der Abend endet mit einer Coverrock-Show der Band Thor.

Am Sonntag werden die Pferdefreunde ab 8 Uhr mit dem Hähnekrähen-Wettstreit geweckt. Anschließend gibt es für die jüngsten Teilnehmer Wettbewerbe in der Führzügelklasse und im Longierreiten.

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