Schandfleck in Artern: Stadtverwaltung sucht nach einer Lösung des Problems

Artern  Schutthaufen bleibt nach Abriss in der Wasserstraße in Artern zurück. Ideen für eine Nachnutzung existieren schon vor einer Beräumung.

Nach der Ersatzvornahme durch das Landratsamt ist von dem Haus in der Arterner Wasserstraße nur noch ein Schutthaufen übrig geblieben. 

Nach der Ersatzvornahme durch das Landratsamt ist von dem Haus in der Arterner Wasserstraße nur noch ein Schutthaufen übrig geblieben. 

Foto: Patrick Weisheit

Eine potenzielle Gefahrenquelle ist beseitigt und zurück bleibt ein Haufen Schutt. Zwar können Passanten am Haus an der Wasserstraße in Artern nun wieder gefahrlos vorbeilaufen. Der Anblick der Überreste des Hauses sorgt aber auch noch Tage nach dem Abriss für Unmut.

Nachdem hinter der augenscheinlich noch stabilen Fassade das Haus immer mehr zusammenfiel und sich gar eine Beule an einer Seite auftat, musste gehandelt werden. In erster Linie ist hier der Eigentümer des Gebäudes in der Pflicht. Dieser müsste nach dem Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ dafür sorgen, dass das Haus zumindest, wie es im Beamtendeutsch heißt, verkehrssicher ist. Man muss also gefahrlos daran vorbeilaufen können. Da der Eigentümer in diesem Falle aber trotz intensiver Nachforschungen des Landratsamtes nicht aufzufinden war, musste das Amt selbst aktiv werden.

Im Rahmen einer sogenannten Ersatzvornahme. Per Definition ist eine Ersatzvornahme die Vornahme einer geschuldeten Handlung anstelle des Handlungspflichtigen auf dessen Kosten. Sie ist ein Mittel zur Vollstreckung gerichtlicher oder behördlicher Anordnungen. Das heißt, dass das Landratsamt berechtigt ist, die Kosten für den Abriss vom Eigentümer einzufordern. Da dieser in diesem Falle aber nicht aufzufinden ist, muss der Abriss aus Steuergeldern finanziert werden.

Die Wasserstraße wurde schließlich Ende August für den Abriss auf einem Teilstück gesperrt. Das Gebäude selbst wurde bis auf Brüstungshöhe (also etwa in einen Meter Höhe) abgebrochen. Der Keller und das Grundstück werden im Anschluss bis zur abgebrochenen Brüstungshöhe mit Schutt befüllt. Der restliche Bauschutt wurde laut Landratsamt im Anschluss fachgerecht entsorgt.

Dass die Schutthaufen nun kein schöner Anblick sind, ist auch der Stadtverwaltung bewusst. „Uns gefällt das auch nicht. Aber wir haben nicht das Geld, um das Grundstück dem Landkreis abzukaufen und dann auch noch die Beräumung zu bezahlen“, sagt Antje Große, Sprecherin der Arterner Stadtverwaltung, auf Nachfrage der TA-Lokalredaktion. Wohl oder übel müssten alle nun diesen Anblick erst einmal ertragen.

Viel wichtiger sei es aber, dass das Gefahrenpotenzial beseitigt wurde. Die Stadtverwaltung sie nun auf der Suche nach Lösungen für dieses Dilemma. Es gebe verschiedene Ideen, die nun auf ihre Machbarkeit untersucht würden. Weitere Details wollte Große aber nicht nennen.

Ideen, was aus dem Grundstück werden könnte, kursieren in der Stadt derweil auch schon. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass man auf dem Grundstück eine kleine grüne Lunge schaffen könnte mit Verweilmöglichkeiten für die Arterner“, sagt Christine Zimmer im Gespräch mit der Lokalredaktion. Sie könne sich gut vorstellen, dass dies Anklang bei den Anwohnern finden würde, zumal der angrenzende Kiosk dies dann als Freifläche für Tische und Stühle nutzen könnte. Zuvor müssten aber selbstverständlich erst finanzielle Fragen geklärt werden.

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