Schlagkräftiges Duo an Pauke und Trommel im Sondershäuser Loh-Orchester

Sondershausen.  Dominik Reichl und Marius Fink sind erst seit kurzer Zeit als Schlagzeuger beim Loh-Orchester Sondershausen.

Die Schlagzeuger Dominik Reichl (links) und Marius Fink spielen noch nicht lange im Loh-Orchester Sondershausen, fühlen sich hier aber schon sehr wohl. Hier beim Üben im Probenraum der Schlagzeuger im Haus der Kunst.

Die Schlagzeuger Dominik Reichl (links) und Marius Fink spielen noch nicht lange im Loh-Orchester Sondershausen, fühlen sich hier aber schon sehr wohl. Hier beim Üben im Probenraum der Schlagzeuger im Haus der Kunst.

Foto: Christoph Vogel

„Ein anderes Instrument kam für mich nie infrage“, sagt Marius Fink, während er das Schlagwerk für die Orchesterprobe aufbaut. Auf dem Spielplan sind Stücke von Claude Debussy und Antonin Dvorak, die beim 2. Sinfoniekonzert am Samstag um 18 und 20 Uhr im Haus der Kunst in Sondershausen zur Aufführung kommen. Nur an einen kurzen Exkurs zum Saxophon kann er sich noch erinnern. „Das war aber ganz schnell wieder vorbei“, ergänzt der 25-Jährige schmunzelnd. Bereits im Alter von etwa sieben Jahren hatte der aus Belgien stammende Musiker mit dem Schlagzeugspielen angefangen. Sein Bruder habe das schon gemacht, und das habe ihn fasziniert. „Irgendwann habe ich ein Schlagzeug zum Geburtstag bekommen“, erzählt Marius Fink.

Er hat im Juli seine erste Festanstellung als Schlagzeuger beim Loh-Orchester in Sondershausen bekommen. Zuvor hatte ihn Dominik Reichl, den er vom Studium in Mannheim kannte und der schon etwas länger im Loh-Orchester spielt, für eine Aushilfstätigkeit empfohlen. Schon die Zeit der Vertretung hat Marius Fink als sehr angenehm empfunden. Nach dem Ende einer Tätigkeit in Mannheim hatte sich Fink auf mehrere Stellen beworben und ist nun rückblickend „froh, dass es in Sondershausen geklappt hat“.

Eine ähnliche Vita hat der 30-jährige Dominik Reichl vorzuweisen, der aus Tuttlingen am Bodensee stammt und schon etwas länger im Loh-Orchester musiziert. Auch er hatte seit frühester Kindheit das Instrument Schlagzeug favorisiert. Sowohl Reichl als auch Fink machten in ihrer Jugend viel Rock- und Popmusik. Im Studium lag der Schwerpunkt dann beim Spiel des klassischen Schlagwerks. In Verbindung passt beides gut in das Profil des Loh-Orchesters, denn dessen Bandbreite reicht von Musicals über Sinfonie-Konzerte bis hin zu Opernaufführungen.

Vom Schlagzeugspielen fasziniert sind die beiden Loh-Musiker vor allem aufgrund der Vielzahl der Instrumente, die man beherrschen müsse. Egal, ob das Spiel auf dem Drumset, das in erster Linie bei rockigen Musicals zum Einsatz kommt, oder bei einem Sinfonie-Konzert, wo das klassische Schlagwerk, bestehend aus großer und kleiner Trommel, Triangel, Tambourin oder Xylophon, Verwendung findet – es sei die Abwechslung, die das Schlagzeugspielen so interessant mache. Und es gebe noch einen positiven Nebeneffekt.

Denn laut Reichl und Fink bleiben die Schlagzeuger von sonst typischen Musikerkrankheiten, resultierend aus einseitiger Belastung oder dem Verharren in einer Position, weitestgehend verschont. „Das Drumset ist eins der wenigen Instrumente, das man mit allen vier Gliedmaßen bedient“, führt Marius Fink als Beispiel an. Dadurch sei man viel mehr in Bewegung.

Die beiden Loh-Musiker können sich durchaus vorstellen, für lange Zeit in Sondershausen zu bleiben. Sie fühlen sich hier sehr wohl, bestätigen beide. Die Voraussetzungen für die Schlagzeuger in Bezug auf die Ausstattung seien sehr gut, der Probenraum „mit viel Energie“ eingerichtet worden. So habe der Förderverein des Lohorchesters erst in jüngster Vergangenheit ein neues Drumset sowie eine große Trommel finanziert. „Wir haben schon viele Wünsche vom Förderverein erfüllt bekommen“, betonen die beiden Schlagzeuger, „und wir sind dankbar dafür“.

Nach Wünschen für die Zukunft gefragt, kommt für beide das Konzertieren unter normalen Bedingungen, ohne die aktuellen Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise, an erster Stelle. Bei Marius Fink stehen zudem noch einige Stücke auf der Liste, die er gern mit dem Orchester spielen würde. So zum Beispiel die Carmen-Suite, aufgeführt mit vier Schlagzeugern und einem Paukisten.

Karten für das 2. Sinfoniekonzert am Samstag, 19. September, um 18 und 20 Uhr im Haus der Kunst in Sondershausen sind erhältlich unter Telefon: 03631/ 98 34 52 sowie im Internet unter: theater-nordhausen.de und schlossfestspiele-sondershausen.de.

Zu den Kommentaren