Kommentar

Schlechte Nachricht für Frauen

Andrea Hellmann über die Schließung einer Arztpraxis in Greußen

TA-Redakteurin Andrea Hellmann.

TA-Redakteurin Andrea Hellmann.

Foto: Marco Kneise

Mit der Übernahme der insolventen DRK-Krankenhausgesellschaft und ihrer Versorgungszentren haben die KMG-Kliniken auch Verantwortung übernommen für alle Teile der Gesellschaft – auch für die gynäkologische Praxis in Greußen. Verantwortung vor allem aber für die Patientinnen, die dort betreut werden.

Die Praxis soll zum Jahresende geschlossen werden. Nach Angaben von KMG hat sie sich wirtschaftlich nicht getragen. Als Begründung für das eigene Handeln wird auf den insolventen Vorbesitzer verwiesen. Das ist für ein Medizin-Unternehmen eine reichlich dürftige Antwort.

Betroffene und Verantwortliche vor Ort sind unterdessen ratlos. 23 Kilometer müssen die Frauen aus Greußen ab Januar zurücklegen, um weiter von ihren Ärztinnen betreut zu werden. Für eine Berlinerin mag das kein Problem sein. Zwischen Greußen und Sondershausen fährt aber keine U-Bahn. Keine S-Bahn. Keine Straßenbahn.

Immerhin fährt die Eisenbahn. Auch wenn das Patientinnen aus Greußens Umland nicht helfen dürfte. Das Verkehrsangebot ist längst so ausgedünnt. Ein Shuttleangebot erwägt KMG. Die Mitteilung dazu aber zog man noch einmal zurück – noch nicht ausgereift die Idee, hieß es.

Akzeptabel ist das für die Frauen aber nicht.