Schwarzkittel plündern Garten am Göldner

Timo Götz
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Wolfgang Mauritz hat im Garten von seiner Lebensgefährtin Margitta Nebelung nach dem nächtlichen Wildschweinbesuch alle Hände voll zu tun.

Wolfgang Mauritz hat im Garten von seiner Lebensgefährtin Margitta Nebelung nach dem nächtlichen Wildschweinbesuch alle Hände voll zu tun.

Foto: Henning Most

Sondershausen.  Wildschweine durchwühlen auf Futtersuche die von Margitta Nebelung und Wolfgang Mauritz gehegten Beete.

Eine Spur der Verwüstung zog eine Rotte Wildschweine in der Nacht zum Mittwoch durch den Garten am Haus von Margitta Nebelung und Wolfgang Mauritz in Sondershausen. Pflanzen, Beetumrandungen und sogar die Pflastersteine der Gartenwege auf dem etwa 1000 Quadratmeter großen Grundstück direkt am Sportpark Göldner rissen die Schwarzkittel aus dem Boden, den sie nach Fressbarem durchwühlten. Blumenzwiebel ließen sie sich ebenso schmecken wie den jungen Kohlrabi, den die Gartenbesitzer gerade erst herangezogen hatten.

„Seit 43 Jahren bewirtschafte ich schon den Garten. So eine Katastrophe habe ich in all der Zeit noch nicht erlebt.“ Margitta Nebelung ist fassungslos. „Jetzt müssen wir alles noch einmal neu anlegen, die ganze Arbeit ist dahin.“ Aussicht auf Entschädigung haben sie kaum. „Rechtlich sind Wildtiere heimatlos, es gibt niemanden, der für ihr Verhalten haftet“, erklärt Uli Klüßendorf, der Leiter vom Forstamt Sondershausen. Selbst ein Jagdpächter sei nicht dafür verantwortlich, was die Tiere in seinem Revier anstellen. Das Gebiet am Göldner sei zudem städtisches Areal, also befriedet. Dort darf nicht gejagt werden. „Gegen Wildschweine hilft nur ein starker Elektrozaun, rät Klüßendorf.

Der Zaun zum Stadiongelände, das an den Garten grenzt stellte jedenfalls kein Hindernis dar, von dort seien die Schweine eingedrungen, wie Margitta Nebelung berichtet. Das sich das Schwarzwild gern in den vielen ungenutzten Gärten oberhalb des Sportparks aufhalten, weiß der Forstamtsleiter. „Von dort aus suchen sie dann auch in der Umgebung Futterquellen.“ In diesem Jahr sei die Wildschweinpopulation auch wieder größer als in den Vorjahren. Das liege vor allem am größeren Wasserangebot in den Hainleite-Wäldern. Durch den größeren Konkurrenzdruck würden vor allem die Bachen mit Frischlingen gern in frisch bestellte Gärten ausweichen. Die säugenden Muttertiere hätten jetzt einen extrem hohen Nahrungsbedarf.