Sondershäuser Bildungsverein wird 30 Jahre alt

Sibylle Klepzig
| Lesedauer: 3 Minuten
Sondershausens Bürgermeister Steffen Grimm (rechts) überbringt Geschäftsführerin Ariana Schröter und Vorstandsvorsitzendem Hartmut Bärwinkel in Berka Glückwünsche zum 30-jährigen Bestehen des Sondershäuser Bildungsvereins.

Sondershausens Bürgermeister Steffen Grimm (rechts) überbringt Geschäftsführerin Ariana Schröter und Vorstandsvorsitzendem Hartmut Bärwinkel in Berka Glückwünsche zum 30-jährigen Bestehen des Sondershäuser Bildungsvereins.

Foto: Sibylle Klepzig

Sondershausen.  Einrichtung gibt jungen Menschen die Möglichkeit, sich sozial und beruflich zu integrieren.

Dieser 3. Mai ist ein besonderer für den Sondershäuser Bildungsverein. Auf den Tag genau liegt es 30 Jahre zurück, dass Hartmut Bärwinkel und Martin Schilling den Verein mit Gleichgesinnten in Sondershausen gründeten. Ihr Ziel: Jungen Menschen unter den damals neuen Bedingungen Möglichkeiten zu eröffnen, sich sozial und gesellschaftlich zu integrieren.

Schnell entwickelte sich der Bildungsverein zu einer anerkannten Einrichtung der wohnortnahen beruflichen Rehabilitation.

„Er ist ein großer Partner in Sachen Bildung in der Region und leistet hervorragende Arbeit“, betont Sondershausens Bürgermeister Steffen Grimm (parteilos) voller Anerkennung. Kann das Jubiläum auch nicht wie geplant gefeiert werden, lässt er es sich am Montag doch nicht nehmen, dem Vorstand und der Geschäftsleitung in Berka coronakonform Glückwünsche zu überbringen.

An vier Standorten unterstützt die Einrichtung junge Menschen mit Benachteiligungen durch Berufsorientierung, Berufsvorbereitung oder berufliche Ausbildung. Neben der Ausbildungsstätte im Sondershäuser Ortsteil Berka, wo sich auch Geschäftsstelle und Dorfladen befinden, gibt es weitere Standorte in Holzsußra, Nordhausen und Wipperdorf.

90 Prozent der Auszubildenden erreichen ihren Berufsabschluss

Viel wurde in den 30 Jahren erreicht. Vereinschef Hartmut Bärwinkel belegt es mit Zahlen. 966 Jugendliche haben eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme absolviert. Von den insgesamt 2034 Auszubildenden erreichten über 90 Prozent ihren Berufsabschluss und von diesen konnten im Durchschnitt 60 bis 70 Prozent auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden. „Es erfüllt mich mit Stolz, dass so viele Jugendliche mit Benachteiligungen dauerhaft einen Arbeitsplatz gefunden haben. Sie hätten auf dem normalen Arbeitsmarkt kaum eine Chance gehabt“, erklärt Bärwinkel.

Stolz ist er auch auf die Mitarbeiter – ein interdisziplinäres Team, das sehr gute pädagogische Arbeit leistet. Bärwinkel nutzt das Jubiläum zudem, um den Rehabilitationsträgern wie der Agentur für Arbeit für die langjährige Zusammenarbeit zu danken.

Nach drei Jahrzehnten als Geschäftsführer gab Gründer Hartmut Bärwinkel den Staffelstab weiter. Seit März dieses Jahres führt Ariana Schröter die Geschäfte. Bärwinkel steht ihr weiterhin als Vorstandsvorsitzender zur Seite.

Die Pandemie stellt auch den Bildungsverein vor besondere Herausforderungen. „Aktuell haben wir 100 Auszubildende. Um die nötigen Abstände sicherzustellen, praktizieren wir teilweise das Wechselmodell“, erklärt Schröter. Die Schülerprojekte sind momentan ganz eingestellt. Und die Berufsvorbereitung erfolgt derzeit als Distanzbeschulung.

„Das ist eine schwierige Situation, weil die Jugendlichen einen großen Hilfebedarf haben“, räumt Ariana Schröter ein. Aber sie ist zuversichtlich, dass man dank des engagierten Teams und der Zusammenarbeit mit Auftraggebern und regionalen Partnern die schwierigen Zeiten bewältigen kann.

Dass der Verein auch offen für neue Aufgaben ist, stellt er dieser Tage unter Beweis. Vier Mitarbeiter haben sich zu Corona-Schnelltestern schulen lassen. In Berka und Holzsußra bietet der Verein im Auftrag des Gesundheitsamtes nun Antigen-Tests nach Terminabsprache an.

Infos zu Ausbildungsangeboten: www.sondershaeuser-bildungsverein.de