18-Jähriger stürzt in Sondershausen in den Tod

Sondershausen.  In Sondershausen stürzt ein junger Mann am Mittwochabend von der Schlossmauer in den Tod. So soll sich das Unglück ereignet haben.

Ein 18-Jähriger aus Holzsußra stürzte an dieser Stelle von der Schlossmauer in Sondershausen und starb an seinen Kopfverletzungen.

Ein 18-Jähriger aus Holzsußra stürzte an dieser Stelle von der Schlossmauer in Sondershausen und starb an seinen Kopfverletzungen.

Foto: Timo Götz

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Von der Schlossmauer in Sondershausen ist ein 18-Jähriger aus Holzsußra am Mittwochabend in den Tod gestürzt. Der junge Mann war aus etwa fünf Metern Höhe mit dem Hinterkopf auf einen Stein gefallen und noch am Ort des Geschehens gestorben, wie am Donnerstag von der Polizei zu erfahren war.

Es handle sich um einen Unglücksfall, stellte Polizeisprecherin Fränze Töpfer klar, nachdem die Ermittlungen am Donnerstagnachmittag abgeschlossen waren.

Dass eine fremde Person Schuld am tödlichen Sturz tragen könnte, schlossen Polizei und Staatsanwaltschaft anhand der vorliegenden Spuren und der Auswertung der Zeugenaussagen aus. Es müsse laut Polizei davon ausgegangen werden, dass der Getötete bei dem Sturz unter Alkoholeinfluss stand.

Der junge Mann hatte sich schon längere Zeit im Gelände an der Schlossmauer mit Bekannten aufgehalten, dabei war offenbar auch Bier getrunken worden. Nahe bei der Unglücksstelle waren leere Bierflaschen gefunden worden. Auf die Mauer war der Jugendliche laut Aussage seiner Begleiter gestiegen, weil er sich von dort erleichtern wollte. Danach verlor er das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe.

Terrasse in der Schlossmauer-Anlage ist offiziell nicht zugänglich

Wo das Unglück geschah, hätten sich die Jugendlichen eigentlich gar nicht aufhalten dürfen. Der Holzsußraer stürzte von einer Terrasse in der Schlossmauer-Anlage, die offiziell nicht zugänglich ist. Dort sind die Simse, die es von der Steilwand abgrenzen teilweise nur kniehoch. Dahinter geht es allerdings einige Meter senkrecht in die Tiefe.

Das wurde dem Unfallopfer jetzt zum Verhängnis. Erreichbar ist das Areal nur von der Wassertreppe aus, allerdings muss man dazu über ein Treppengeländer steigen. „Wir bedauern diesen Unglücksfall aus tiefstem Herze“, erklärte Susanne Rott, Sprecherin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, der das Sondershäuser Schloss gehört.

Sie weißt aber auch darauf hin, dass um solche tragischen Ereignissen vorzubeugen, in der Nutzungsordnung für die Schlossanlagen eindeutig untersagt sei, Mauern, Grünflächen und einige andere Außenbereiche zu betreten. Der Terrassenbereich auf halber Höhe der an dieser Stelle zweistufigen Schlossmauer sei durch ein Geländer abgesperrt.

Terrasse trotz Verbot beliebter Treffpunkt

Trotz des Verbots ist die Terrasse ein bei Jugendlichen beliebter Treffpunkt. Wahrscheinlich hatte sich der Holzsußraer, der in Sondershausen die Berufsschule besuchte, deswegen dort mit Bekannten verabredet. Zu Hause habe er am Morgen noch angekündigt, er komme nach der Schule etwas später. Das berichtet Steffen Lupprian, Holzsußras Bürgermeister, nachdem er gemeinsam mit Sondershausens Stadtoberhaupt Steffen Grimm der Familie des Unfallopfers sein Beileid ausgesprochen hatte. „Ich kannte den jungen Mann persönlich. Die Nachricht von seinem Tod hat mir selbst fast die Beine weggerissen“, schildert Lupprian sein Entsetzen darüber. Die Eltern des Getöteten lebten, so lange er sich erinnern könne, in Holzsußra, den jungen Mann und seine Geschwister habe er aufwachsen gesehen.

Bekannte und Angehörige des 18-Jährigen stellten am Donnerstag Kerzen an die Absturzstelle. Am Nachmittag pilgerten Freunde zum Ort des tragischen Geschehens. Fassungslosigkeit stand ihnen ins Gesicht geschrieben.

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