Tobaer wird Engagement-Botschafter

Toba.  Die Thüringer Ehrenamtsstiftung zeichnet Denis Seidenstücker aus. Obendrauf gibt es 2000 Euro für das Tobaer Gemeinschaftsprojekt.

Tobas Bürgermeister Denis Seidenstücker in der Halle, die jetzt als Bürgerhaus genutzt wird.

Tobas Bürgermeister Denis Seidenstücker in der Halle, die jetzt als Bürgerhaus genutzt wird.

Foto: Sibylle Klepzig

„Wir haben Eisenträger zugeschnitten, Metallgestelle gebaut, Alubleche daran befestigt – alles in Eigenleistung.“ Erzählt Ortsteilbürgermeister Denis Seidenstücker (parteilos) von den 2018 begonnenen Arbeiten am ehemaligen Sportlerheim in Toba, funkeln seine Augen. Nach und nach erhielt die offene Hallenkonstruktion ihre Seitenwände, später sogar eine Bühne.

Das lange Zeit ungenutzte Vereinsheim mauserte sich mit Hilfe aus dem ganzen Dorf zum Bürgerhaus. Im vergangenen Jahr bot es dann erstmals Quartier für ein Oktoberfest, die Spinnstube und einen Weihnachtsmarkt. „Jetzt wollen wir drinnen noch die Küche herrichten“, blickt Seidenstücker voraus.

Ein Projekt, das auch die Jury der Thüringer Ehrenamtsstiftung beeindruckte. Die Stiftung kürt in diesem Jahr erneut drei Thüringer Engagement-Botschafter. In der Kategorie Kommunales Wahlamt fiel das Votum auf den ehrenamtlichen Bürgermeister Denis Seidenstücker in Toba, einem Ortsteil der Gemeinde Helbedündorf. Der 44-jährige Berufskraftfahrer ist in seiner Freizeit auch als Vorsitzender des Feuerwehrvereins und als stellvertretender Wehrleiter der freiwilligen Feuerwehr aktiv.

„Die Vereine sind es doch, die unser 250-Einwohner-Dorf mit Leben erfüllen“, sagt er. Statt die Tür nach Feierabend hinter sich zu schließen, will sich Seidenstücker kümmern. Sei es um ein neues Feuerwehrauto wie in der Vergangenheit oder um neue Spielgeräte für den Spielplatz in der Zukunft. Viele Mitstreiter im Ortschaftsrat und in der Gemeinde weiß er hinter sich. „Und ohne die Unterstützung durch die Familie wäre das alles nicht möglich“, dankt er vor allem seiner Frau.

Dass er jetzt als Engagement-Botschafter geehrt wird, überrascht den Bürgermeister dennoch. „Ich mache doch einfach nur meine Arbeit. Dafür bin ich gewählt worden“, meint er.

Für Tino Benesch aus Toba ist Seidenstückers Engagement alles andere als selbstverständlich. Er hat ihn für die Ehrung vorgeschlagen. „Denis setzt sich für alles ein, stellt in unserem kleinen Ort viel auf Beine, kann die Leute begeistern. Und das alles neben seinem Job als Lkw-Fahrer und dem Familienleben mit drei Kindern. Hut ab!“, zollt er dem Bürgermeister Respekt. „Dass er gewonnen hat, ist eine tolle Sache“, freut sich Benesch, der sich ebenfalls im Gemeinderat, als Wehrleiter der freiwilligen Feuerwehr und im Feuerwehrverein in das gesellschaftliche Leben einbringt. Will man etwas im Dorf bewegen, geht das nur miteinander.

Wie die Ehrenamtsstiftung mitteilt, werden die drei Engagement-Botschafter – neben Seidenstücker sind das Selina Dauer aus Römhild und Albrecht Götz aus Eisenach – nun ein Jahr lang für die Vielfalt des Engagements in ihrer Thüringer Heimat werben.

Denn ohne freiwilliges Engagement wäre in unserer Gesellschaft vieles nicht möglich. Jeder der drei Botschafter erhält zudem von der Thüringer Ehrenamtsstiftung 2000 Euro zur Unterstützung der Ehrenamtsprojekte.

Da die Thüringen-Gala in Erfurt in diesem Jahr pandemiebedingt ausfällt, will die Stiftung Denis Seidenstücker in seinem Heimatort auszeichnen. Der Termin steht noch nicht fest.