Verzicht mal anders

Kerstin Fischer überdenkt gerade die Fastenzeit.

Kerstin Fischer

Kerstin Fischer

Foto: Wilhelm Slodczyk

Nun wird wieder verzichtet. Sechs Tage habe ich schon durchgehalten ohne Schokolade und anderen Süßkram. Das ist eine Leistung. Wer meinen Naschkonsum kennt, der weiß das.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Während Raucher ebenfalls noch die Chance haben, sieben Wochen freiwillig ihrem Laster zu entsagen, fällt der selbst verordnete Verzicht beispielsweise auf den lieb gewordenen regelmäßigen Restaurantbesuch diesmal flach. Schließlich können wir schon seit Monaten keine Gaststätte mehr betreten. Und wer als Ausgleich zu seinem Verzicht immer ins Fitnessstudio ging oder Bahnen in der Schwimmhalle zog, hat ebenfalls schlechte Karten.

Dabei würden wir alle ausnahmslos locker gern verzichten, selbst die, die den Verzichtern sonst eher einen Vogel zeigen. Denn das Coronavirus, das uns nun schon ein Jahr das Leben schwer macht, braucht wirklich echt kein Mensch.

Ein guter Vorschlag für einen Verzicht wäre in diesem Zusammenhang das Onlinehopping bei einschlägigen Internetgiganten. Damit kann man sogar jetzt noch beginnen. Dann könnten die armen Paketdienste mal aufatmen. Wie auch das eigene Portemonnaie. Und mit dem eingesparten Geld gehen wir dann in unseren Geschäften vor Ort ausgiebig Ostershoppen. Ich find’s gut. Sind Sie dabei?