Viele Bäume müssen im Wald bei Oldisleben gefällt werden

Oldisleben  Angesichts der zurzeit umfangreichen Fällungen im Wald bei Oldisleben blutet vielen Naturfreunden das Herz. Aber der Revierförster versichert: „Wir entfernen nur tote Bäume.“

Besonders am östlichen Ende der Hainleite sind die Trockenschäden groß. Im Wald bei Oldisleben werden derzeit ausschließlich Verkehrssicherungsmaßnahmen vorgenommen, betonen die Forstleute.

Besonders am östlichen Ende der Hainleite sind die Trockenschäden groß. Im Wald bei Oldisleben werden derzeit ausschließlich Verkehrssicherungsmaßnahmen vorgenommen, betonen die Forstleute.

Foto: Wilhelm Slodczyk

Im Wald bei Oldisleben fallen derzeit Bäume. Und zwar mehr, als Waldliebhaber verkraften können. „Die Unruhe unter den Oldislebenern ist groß. Im Wald sieht es zum Teil katastrophal aus“, sagt Uwe Landes. Der Waldpädagoge wird derzeit von vielen Oldisleben angesprochen, denen das Herz bei diesem Anblick blutet.

Und nicht nur abgestorbene oder kranke Bäume würden gefällt, sondern auch gesunde, haben sie beobachtet. Warum ausgerechnet jetzt – und warum auch noch grüne Bäume, wo in den letzten beiden Sommern ohnehin so vieles vertrocknet ist?

Revierförster Michael Schenke kann die Unruhe im Ort verstehen. Nach eingehender Besichtigung der Trockenschäden in diesem Bereich habe aber an der Entscheidung des Forstamtes, im Sinne der Verkehrssicherung „die Gefahrbäume zu entnehmen“, kein Weg vorbei geführt, sagt er gestern.

„Betroffen ist der Bereich vom Möllendorf bis zum Schützenhaus“, beschreibt der Revierförster die Größe des Gebietes, aus dem derzeit die Motorsäge röhrt. Auf einer Fläche von insgesamt rund 20 Hektar werden dort tote Bäume entfernt und dabei kranke Bäume gleich mit. Gesunde Bäume befänden sich aber nicht darunter, betont der Forstmann ausdrücklich. „Wir entfernen nur Bäume, die bereits abgestorben oder im Absterben begriffen sind“, so der Revierförster. „Es ist ein Trugschluss, dass Bäume am Leben oder gesund sind, wenn sie noch grüne Blätter haben.“

Häufig hätten Bäume bereits Einbohrlöcher vom Käfer. Oder die Rinde löst sich und fällt ab. „In diesem Fall handelt es sich um Trockenschäden. Solche Bäume werden dann gleich mit entnommen, weil schon jetzt ersichtlich ist, dass die Bäume im nächsten Jahr nicht mehr grün werden“, so Schenke.

Mit den Baumfällungen wurde im August begonnen. Inzwischen seien die Arbeiten im Möllendorf abgeschlossen. Nun gehe es weiter Richtung Schützenhaus, wo die Maßnahme in eini-gen Wochen enden werde.

Die Folgen der Trockenheit der vergangenen beiden Jahre sind überall in den Wäldern im Kreis zu sehen. Alte Buchen mit ihren großen Kronen und den tiefen Wurzeln sind mit am stärksten betroffen. Besonders schlimm ist es an einigen Stellen im Kyffhäuser, in der Hohen Schrecke sowie in der östlichen Hainleite. „Im Bereich Oldisleben/Sachsenburg sind die Trockenschäden sehr konzentriert“, sagt Förster Schenke, der erst in diesem Jahr das Revier seines Kollegen Thomas Deilmann übernommen hat. Was derzeit mit der Motorsäge im Buchenwald passiere, sei keine normale Waldbewirtschaftung. Oft sei das Holz noch verwertbar. Aber oft seien die einst wertvollen Stämme auch nur noch Brennholz. Wobei einige alte tote oder absterbende Bäume auch bewusst im Wald gelassen werden. „Diese Bäume sind dann mit einem H wie Habitatbaum gekennzeichnet und sollen anderen Lebewesen als Lebensraum dienen“, erklärt Michael Schenke.

Die wirklich brisante Aufgabe der Waldarbeiten aber steht nach den Worten Schenkes erst in der nächsten Zeit bevor, wenn es an die Sicherung der angrenzenden Grundstücke, wie die Gärten am Waldrand oder das Schützenhaus geht. „In Bebauungsnähe können wir nur mit Unterstützung von Technik arbeiten“, sagt Schenke. Darüber werde das Forstamt aber zu gegebener Zeit informieren.

Auch wenn es sich etwas gefährlich anhört, wenn Revierförster Schenke Baumkronen beschreibt, die „von oben herun-ter trocknen“ und unvermittelt abbrechen beziehungsweise Äste fallen lassen können oder der Baum in der Mitte plötzlich durchbricht und die Krone mit dem halben Stamm nach unten kracht – das Betreten des Waldes oder ein Spaziergang ist nur in jenen Bereichen untersagt, in denen Fällarbeiten stattfinden. „Alle anderen Stellen können betreten werden“, sagt Schenke. Auf eigene Gefahr natürlich.

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