Viele Effekte eines Phantoms

Kommentar: Michael Voß verabschiedet sich von der Krokodilsuche

TA-Redakteur Michael Voss

TA-Redakteur Michael Voss

Foto: Marco Kneise / TA

War es das also mit dem angeblichen Unstrut-Krokodil? Nur ein Phantom im Spätsommerloch? Mag mancher so sehen. Aber es war wohl doch ein wenig mehr: Die Fülle der angeblichen Hinweise verblüffte. Und sicher nicht alle dürften Hirngespinste oder gar Resultat einer Hysterie gewesen sein. Hundertprozentige Sicherheit, dass vielleicht nicht doch „etwas“ im Fluss schwamm oder noch schwimmt, wollen auch die Experten nicht geben.

Was bleibt nun? Das Thema hat vielleicht doch so manchen sensibilisiert für die Natur vor der eigenen Haustür. Plötzlich nicht mehr wie gewohnt an die Unstrut zu dürfen, erzeugte bei manchem Unmut oder gar Trotzreaktionen. Doch was hätten die Behörden machen sollen? Was wäre gewesen, wenn wirklich etwas passiert wäre? Dass in der Hektik der Erstsichtung die Suche mit Hubschrauber, Booten, Feuerwehrautos und 80 Mann zunächst überdimensioniert ausfiel und damit das Reptil vielleicht vergrault wurde – geschenkt.

Durch Schönewerda kam zudem deutschlandweit eine längst fällige Debatte ins Rollen über illegales Halten von Wildtieren. Und mit all der Aufmerksamkeit erhielt die überregional sonst kaum im Fokus stehende Region einen Werbeeffekt, der nicht zu verachten ist.

Es waren spannende Wochen. Auf Wiedersehen, Krokodil!

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