Wandern erster Klasse rund um den Kyffhäuser

Kyffhäuserkreis  Mit mehr als 68.000 Euro vom Land wurde der Kyffhäuser-Wanderweg zur Premium-Route aufgepeppt.

Zwar hatte sich Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (im Hintergrund) für ein Foto auch die Holzfällerkluft angezogen, die Arbeit an der Säge überließ er dann doch lieber Forstwirtschaftsmeister Kai Dittmann, der eine tote Fichte am Wanderweg aus Sicherungsgründen fällte.

Zwar hatte sich Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (im Hintergrund) für ein Foto auch die Holzfällerkluft angezogen, die Arbeit an der Säge überließ er dann doch lieber Forstwirtschaftsmeister Kai Dittmann, der eine tote Fichte am Wanderweg aus Sicherungsgründen fällte.

Foto: Dirk Bernkopf

Erster Klasse können Wanderfreunde jetzt zu Fuß auf einem 37 Kilometer langen Rundweg durch den Kyffhäuserwald reisen. Dafür wird der Kyffhäuserweg als bislang einzige Route im Kyffhäuserkreis mit Premium-Status für Wandertourismus in Deutschland besonders intensiv gepflegt. Mehr als 68.000 Euro seien allein in diesem Jahr ausgegeben worden, um das Wegeprofil wanderfreundlicher zu modellieren, den Baumbestand entlang des Pfades zu sichern, neue Wegweiser anzubringen, Rastplätze anzulegen oder zu erneuern. Das berichtete Volker Gebhardt, Geschäftsführer von Thüringenforst, gestern Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bei dessen Stippvisite am Kyffhäuser.

Tiefensee schaute sich an, wofür ein Teil der insgesamt zwei Millionen Euro, die sein Ressort für die Pflege von touristisch bedeutsamen Wanderrouten im Sommer zu Verfügung gestellt hatte, im Bereich des Sondershäuser Forstam­tes ausgegeben wurde. „Thüringen soll Wanderland Nummer eins in Deutschland werden. Dafür müssen wir kontinuierlich Geld investieren, um mit qualitativ erstklassiger Wander-Infrastruktur Touristen anzuziehen“, erklärte der Minister. Ein großer Schritt in diese Richtung sei beim Kyffhäuser-Wanderweg bereits gelungen. Im Abstand von höchstens ein paar Hundert Metern finden Wanderer entlang der Route rund um den Kyffhäuser Bänke. Viele der stabilen Holz-Sitzgelegenheiten wurden neu aufgestellt, andere repariert. An Orten mit besonderen Sehenswürdigkeiten laden Waldschänken zu längerem Rasten ein.

Tiefensee und seine Begleiter ließen sich dort nieder, wo sich der Wald entlang des Weges lichtet und den Blick auf den Brocken in der Ferne und die Rothenburg auf dem Bergsporn gegenüber freigibt. Dass solch ein spektakuläre Aussicht nicht zuwächst, auch dafür soll an den Premium-Wanderwegen mit touristischer Bedeutung im deutschlandweiten Maßstab ständig gesorgt sein. Dafür gibt es das Geld vom Land – die zwei Millionen aus dem Wirtschaftsministerium sollen von nun an jedes Jahr zur Verfügung stehen.

Der Freistaat will mit der jährlichen Zahlung aber auch Routen pflegen lassen, die auf Landesebene als bedeutsam eingestuft sind, sogenannte A-Routen, und zudem Wege der B-Kategorien, auf die sich die touristische Infrastruktur innerhalb einer Region stützt. Welche Wanderrouten durch den Kyffhäuserkreis dafür in Betracht kommen, steht noch nicht endgültig fest. Möglich wäre es, mit diesen Mitteln aus dem Landesministerium auch besonders attraktive Wege durch die Wildnis am Possen dauerhaft zu pflegen. Leider fehlt bislang vom Land jegliches Konzept, wie die touristische Infrastruktur aussehen soll, die Besuchern ein Erlebnis vom seit Anfang des Jahres naturbelassenen Hainleite-Wald vermitteln kann. „Wir wissen einfach nicht, welche Wege erhalten bleiben und welche nicht. Alle können wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht sichern“, stellte Marko Auer vom Forstamt Sondershausen gestern noch einmal klar.

Vom Premium-Weg durch den Kyffhäuserwald könne seine Kommune sicher schon in naher Zukunft profitieren, ist Knut Hoffmann (CDU), Bürgermeister der Einheitsgemeinde Kyffhäuserland, überzeugt. Der Weg verläuft auf dem Gebiet der Kommune und berührt mehrere Ortsteile. „Sicher werden nun nicht auf einen Schlag scharenweise Wanderer aus ganz Deutschland Übernachtung und Verpflegung in einem unserer Orte suchen. Aber der Premium-Wanderweg ist ein weiterer Baustein, um unsere Gemeinde und damit auch die gesamte Region touristisch wieder ein Stückchen attraktiver zu gestalten“, schätzt er ein. „Wir müssen einfach erreichen, dass Leute einmal herkommen. Ist das geschafft, ziehen die Besucher schnell auch weitere Gäste nach, die ebenfalls Attraktionen wie einen gepflegten Kyffhäuser-Wanderweg erleben wollen.“ Auf einer solchen Basis werde Tourismus wirtschaftlich für die Region interessant. „Sind erst einmal Gäste da, eröffnet auch jemand ein Lokal, eine Pension, einen Laden“, so Hoffmann.

Stich-Wort

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