Wandern in der Hohen Schrecke: Die Hängeseilbrücke ist nicht alles

Kerstin Fischer
| Lesedauer: 3 Minuten
Tibor und Papa Johann aus Sondershausen entdecken den Rabenswald-Familienweg bei Garnbach. Die Hohe Schrecke ist längst kein Geheimtipp mehr. Auch in der kühleren Jahreszeit und insbesondere an den Wochenenden zieht es viele Besucher in den Wald.

Tibor und Papa Johann aus Sondershausen entdecken den Rabenswald-Familienweg bei Garnbach. Die Hohe Schrecke ist längst kein Geheimtipp mehr. Auch in der kühleren Jahreszeit und insbesondere an den Wochenenden zieht es viele Besucher in den Wald.

Foto: Wilhelm Slodczyk

Hohe Schrecke.  Verein Hohe Schrecke blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2022 zurück. 2023 soll mit dem Ausbau von Radwegen begonnen werden

47.909 Personen haben im vergangenen Jahr die Hängeseilbrücke in der Hohen Schrecke besucht. Spitzentag war der 30. Oktober, der tägliche Durchschnitt lag bei 163 Besuchern. Hauptwandertage sind Freitag, Samstag, Sonntag, die Hauptwanderzeit liegt zwischen 10 und 18 Uhr. Rückblickend auf das abgelaufene Jahr konstatiert der Verein „Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“ zwar einen leichten Besucherrückgang gegenüber 2021.

„Eine Ausnahme war jedoch der wunderschöne Oktober 2022, da lagen wir weit über der Vorjahreszahl“, berichtet die Vereinsvorsitzende, Wiehes Ortschaftsbürgermeisterin Dagmar Dittmer (CDU). Die Zahlen für das Besuchermonitoring liefert ein Besucherzähler an der Brücke.

Pinke Rettungspunkte an Wanderwegpfosten

Für Wanderer in Not sind auf dem Enzian-Wiesenweg, dem kleinen Hohe-Schrecke-Rundweg und dem Wiegental-Wildnisweg die Wanderwegepfosten nun mit Rettungspunkten im leuchtenden Hohe-Schrecke-Pink ausgestattet. „Im Notfall können verunglückte oder orientierungslose Wanderer der Leitstelle so einfach ihren Standort mitteilen“, erklärt die Vorsitzende des Schrecke-Vereins. Damit reagierten die Verantwortlichen unter anderem auf einen Rettungseinsatz unter erschwerten Bedingungen im Jahr 2020. Die Rettungspunkte können auch auf dem Smartphone gefunden werden und bei entsprechender Vorbereitung auch offline und ohne mobiles Internet, so Dittmer.

Im vergangenen Jahr starteten auch die Planungen für das Radverkehrsprojekt, das die Orte im Norden der Hohen Schrecke künftig miteinander verbinden soll. „Das Bundesumweltministerium und das Thüringer Umweltministerium fördern bis Ende 2024 den Ausbau von Radwegeverbindungen zwischen den Dörfern mit mehr als 2,3 Millionen Euro und zu fast einhundert Prozent“, berichtet Dagmar Dittmer. Baustart soll in diesem Jahr sein.

Umweltfreundlich wird künftig auch Wegewart Bodo Steguweit im Schrecke-Wald unterwegs sein. „Dank einer Förderung der Naturstiftung David steht dem Wegewart ein elektrisches Lastendreirad zur Verfügung. Wir freuen uns, dass er damit auf viele Pkw-Fahrten im Wald verzichten kann“, so Dittmer.

Auch für die Anrainerorte hat sich nach den Worten der Vereinsvorsitzenden einiges getan: Die Dorfregionen Hohe Schrecke Nord und Süd mit 14 Ortsteilen sind Förderschwerpunkt der Dorferneuerung. „2022 starteten die ersten Sanierungen von Privatgebäuden sowie kommunale Projekte. Beispielsweise wird der Jugendclub in Nausitz neu gestaltet und die ehemalige Gaststätte in Beichlingen zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut“, so Dittmer. Durch die Förderung können in den nächsten vier Jahren zahlreiche weitere regionale, kommunale und private Vorhaben Unterstützung erhalten.

Nachdem der Hohe-Schrecke-Erlebnistag 2020 und 2021 pandemiebedingt abgesagt werden musste, lockte im vergangenen Jahr am 8. Mai der Erlebnistag wieder Wanderfreudige nach Kammerforst. Dort wurde mit dem „Wegecent“ eine in Thüringen bisher einzigartige Aktion vorgestellt. Per SMS mit dem Wort „waldliebe“ an die Nummer 811 90 kann man den Erhalt der Wanderwege mit zwei Euro (abzüglich 17 Cent Servicegebühr) unterstützen. Der Erlebnistag soll in diesem Jahr am 7. Mai stattfinden.