Wie alles begann vor 36 Jahren im Panorama-Museum in Bad Frankenhausen

Bad Frankenhausen  Im August vor 36 Jahren startet Werner Tübke mit dem Malen seines „Welttheaters“. Das Panorama-Museum in Bad Frankenhausen besteht seit 30 Jahren. Das Museumsfest zum Jubiläum ist im Oktober geplant.

Werner Tübke schuf ein beeindruckendes Monumentalgemälde in Bad Frankenhausen.

Werner Tübke schuf ein beeindruckendes Monumentalgemälde in Bad Frankenhausen.

Foto: Ingolf Gläser

Am 16. August 1983, also vor 36 Jahren, beginnt Werner Tübke, das Panorama-Gemälde in Bad Frankenhausen auszuführen. Sieben Jahre hatte er auf diesen Augenblick hingearbeitet. Ohne seine Helfer führt er 150 Quadratmeter des Bildes hoch oben auf dem Gerüst im Bildsaal aus, angefangen mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts, um zu sehen, wie es auf den Besucher wirkt.

Aus der Anfangszeit der Entstehung des Monumentalwerkes gibt es zwar Fotos, aber kein Filmmaterial, denn Werner Tübke habe das nicht gewollt. Das letzte Drittel des Bildes habe aber die DEFA nach Zustimmung des Künstlers dann dokumentarisch begleitet.

Vier Jahre später, im September 1987, beendet er sein großartiges Werk. Eigentlich war er mit dem Bild am 7. September fertig. Den letzten Pinselstrich machte er jedoch erst einige Tage später, am 11. September. Denn diesen besonderen Augenblick hielt ein Film-Team der DEFA fest. Tübke malte einen Schuh des Schmeichlers. Sein Kollege Eberhard Lenk war am 9. September mit dem Malen fertig, er hatte sich dem Feudaladligen neben dem Schmeichler gewidmet. Entstanden sind da die Filme: „Schlacht am Berg“, „Tübkes theatrum mundi.“

1989 wird es der Öffentlichkeit übergeben. 1722 Quadratmeter hat Tübke mit seinen acht Helfern bewältigt und ein einzigartiges Rundgemälde geschaffen, das die Zeit des Bauernkriegs mit der Gegenwart verbindet, sein „Welttheater“.

Anlässlich des 90. Geburtstages des Künstlers, er wurde am 30. Juli 1929 in Schönebeck (Elbe) geboren und starb am 27. Mai 2004 in Leipzig, sowie zum 30-jährigen Bestehen des Museums gibt es noch bis zum 3. November des Jahres die Sonderausstellung „Unter fremden Menschen. Werner Tübke – Von Petersburg bis Samarkand“. Die Tübkes Auseinandersetzung mit der Sowjetunion gewidmet ist und in unbekannte Welten entführt. Vor wenigen Tagen wurde im Museum der dreimillionste Besucher begrüßt.

Monumental. 123 Meter lang und 14 Meter hoch ist das Bild, es zeigt über 3000 Figuren, manche ist bis zu 3,5 Meter groß. Etwa 1,5 Tonnen Farbe, also die Masse eines Kleinwagens, wurden aufgetragen. Eine Klimaanlage sorgt dafür, dass es im großen Bildsaal eine gleichbleibende Temperatur von 20 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent gibt. Je nach Bedarf, etwa alle fünf bis sieben Jahre, stehen Gerüste im großen Rund, gibt es eine große Reinigungsaktion am Bild. Hier sind mehrere Restauratoren im Einsatz. Jährlich untersucht wird der Abbindungsprozess des Gemäldes. Also die Verbindung Farbe, Grundierung, Leinwand.

Am 5. Oktober, ein Samstag, findet das Museumsfest mit Programm für Kinder und Erwachsene statt. Anders als die traditionelle Museumsnacht beginnt es bereits am Nachmittag. Und geht bis in die Nacht.

Mit Abschluss der Tübke-Sonderausstellung stehen dann im Gebäude Bauarbeiten an. Dabei geht es unter anderem um eine Brandschutzwand zwischen dem Bildsaal und dem Raum, in dem die Sonderausstellungen sind. Zudem stehen die Schaffung von Rettungswegen und der Einbau eines neuen Besucher-Fahrstuhles an. Wegen der Bauarbeiten ist es laut Museum nötig, die Einrichtung für etwa vier Wochen komplett zu schließen. Das soll aus jetziger Sicht vom 18. November bis 13. Dezember sein. In einer besucherschwachen Zeit.

Umfangreiche Bauarbeiten sind auch im „Café P“ notwendig. Hier wird die Schließzeit länger sein, voraussichtlich von Oktober bis zum Frühjahr des kommenden Jahres.

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