Wirtschaftliche Zusammenarbeit und guter Zweck zwischen Sondershausen und La Paz

Dieter Lücke
| Lesedauer: 2 Minuten
Dr. Heiner Marx ist der Vorstandsvorsitzende der K-UTEC Salt Technologies mit Sitz in Sondershausen.

Dr. Heiner Marx ist der Vorstandsvorsitzende der K-UTEC Salt Technologies mit Sitz in Sondershausen.

Foto: Patrick Weisheit

Sondershausen.  Sondershäuser Unternehmen K-UTEC spendet für bolivianisches Schulprojekt des deutsch-bolivianischen Zisterzienserinnen-Kovents Ave Maria.

Corona und die pandemie-bedingten Einschränkungen ließen schon im vergangenen Dezember keine Veranstaltungen zu. Das galt auch für die Weihnachtsfeier der Forschungs- und Ingenieurgesellschaft K-UTEC AG in Sondershausen. Der Verzicht kam jedoch einem anderen zugute: der Schule Colegio Boliviano Alemán Ave Maria in der bolivianischen Hauptstadt La Paz. Die gemischte katholische Privatschule ist aus einem Schulprojekt entstanden, das vor knapp 50 Jahren auf Initiative katholischer Ordensschwestern gegründet wurde und heute von dem deutsch-bolivianischen Zisterzienserinnen-Kovent Ave Maria getragen wird, einem selbstständigen Tochterkloster der Abtei Seligenthal in Landshut.

2015 hatte die K-UTEC für ein Großvorhaben vom bolivianischen Staat den Zuschlag bekommen: für die Planung einer Lithium-Gewinnungs-Anlage am Salar de Uyuni, dem weltweit größten Salzsee. Das führte zu einem deutsch-bolivianischem Joint Venture zur Lithium-Gewinnung mit der schwäbischen ACI-Gruppe. Deshalb war Heiner Marx, der K-UTEC-Vorstandsvorsitzende, auch 2018 beim Botschaftsfest zum Tag der Deutschen Einheit in La Paz und traf dort die damalige Ordensschwester, Priorin und Direktorin Mutter Christine vom Colegio Ave Maria. Die Ordensschwester stellte damals ihre Schule vor, eine der größten des Landes, finanziert durch Schulgebühren und durch Spenden aus Deutschland.

Als Privatschule untersteht das Colegio Ave Maria bildungspolitisch dem bolivianischen Staat und führt von der Grundschule bis zur Hochschulreife. Deutsch wird dort schon ab der ersten Klasse in der Grundschule unterrichtet. Doch allein aus den offiziellen Schulgebühren ist das Schulprojekt nicht zu finanzieren.

Schlimmer noch: Durch politische Veränderungen im Land hatten sich die Rahmenbedingungen für die Träger der Schule verschlechtert, auch weil Ordensschwestern altersbedingt und aus gesundheitlichen Gründen zurück nach Deutschland mussten. Um den Fortbestand der Schule dauerhaft zu sichern, soll ein kirchliche gemeinnützige Stiftung, die überwiegend dem Zisterzienserorden anvertraut ist, sich nun um das Projekt kümmern.

Die Spende der Kaliforscher war in La Paz sehr willkommen und Heiner Marx will den Kontakt zu den Trägern des Colegio nicht abreißen lassen – aktuell wird nach einer Aussetzung des Projekts wieder an der Fortentwicklung gearbeitet.