Zirkus sitzt seit über sechs Monaten in Sondershausen fest

Sondershausen.  Der Zirkus Robini hofft, bald wieder Vorstellungen geben zu können. Die Wartezeit wird mit viel Training überbrückt.

Vom 12. bis 22. März dieses Jahres war das Gastspiel in Sondershausen geplant, zeigt Robin Schmidt auf einem Plakat. Nach nur drei Vorstellungen war es coronabedingt beendet. Seitdem hat der Zirkus in der Kreisstadt Quartier bezogen.

Vom 12. bis 22. März dieses Jahres war das Gastspiel in Sondershausen geplant, zeigt Robin Schmidt auf einem Plakat. Nach nur drei Vorstellungen war es coronabedingt beendet. Seitdem hat der Zirkus in der Kreisstadt Quartier bezogen.

Foto: Christoph Vogel

Lange muss Robin Schmidt nach den Plakaten und Aufstellern nicht suchen, mit denen im März dieses Jahres ein mehrtägiges Gastspiel des Zirkus „Robini“ in Sondershausen angekündigt wurde. Sie liegen ganz oben auf dem Stapel, es sind seither keine neuen hinzu gekommen. Nach drei an der Besucherzahl gemessen mageren Vorstellungen – am 12., 13. und 14. März kamen insgesamt nur etwas mehr als 25 Zuschauer – durfte der Zirkus keine Vorstellungen mehr geben und ist seit dem in der Kreisstadt gestrandet. „Wir waren noch nie so lange an einem Ort“, beschreibt Junior-Chef Robin Schmidt die Situation. Das sind mittlerweile mehr als sechs Monate. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.

Dank der Stadt Sondershausen sowie einer Privatperson kann der Zirkus Flächen am Rande des Wohngebiets Östertal kostenlos nutzen. „Dafür sind wir sehr dankbar“, betonte Robin Schmidt. Gleiches gilt für die Einwohner der Kreisstadt. Viele hätten den Zirkus mit Futter- und Geldspenden unterstützt, die nimmt man hier nach wie vor gern entgegen. Erst kürzlich übergab eine Sondershäuserin Robin Schmidt eine große Tüte, gefüllt mit Möhren. Sie sei zunächst nur als Vorhut gekommen und habe sich erkundigen wollen, wie sie und ihr Freundeskreis dem Zirkus helfen können. Mit Heu- und Futterspenden, speziell Kraftfutter, könne man dies tun. „Die Leute können sich die Tiere anschauen, sie streicheln und auch füttern“, bietet Robin Schmidt den Unterstützern an.

Solange die Robini-Truppe in der Kreisstadt verweilen muss, steht regelmäßiges Training bei den Luftakrobaten, Artisten und Seiltänzerinnen auf dem Programm – in erster Linie, um fit zu bleiben und für den Tag „X“ vorbereitet zu sein, wenn sich die Manege wieder öffnet. „Wir haben viel Zeit zum üben“, unterstreicht Schmidt. Schwerpunkt der täglichen Arbeit ist die Arbeit mit den Tieren, die bewegt werden müssen. Es bleibt aber auch viel Zeit, längst geplante Verschönerungen an der Ausstattung des Zirkus vorzunehmen. Das Wichtigste, Auftritte vor großem Publikum, bleibt ihnen aber schon seit Monaten versagt.

Man habe in den zurückliegenden Wochen schon mehrere Anträge mit beigefügtem Corona-Konzept für Gastspiele verschickt, diese seien aber ausnahmslos abgelehnt worden beziehungsweise wären die geforderten Auflagen nicht umsetzbar gewesen. „Das ist ja dann auch alles mit Kosten verbunden“, gibt Robin Schmidt zu bedenken. Wie es für den Zirkus in naher Zukunft weitergeht, kann er derzeit noch nicht sagen. Normalerweise würde der Familienzirkus Ende November bis Februar sein Winterquartier in Mühlhausen beziehen, wo traditionell eine Weihnachtszirkusshow aufgeführt wird. „Das haben wir dieses Jahr auch vor, aber ob es klappt, wissen wir nicht“, so Schmidt.

Mit dem Gedanken, wenn Corona weiterhin einen Strich durch die Planung macht, in Sondershausen überwintern zu müssen, hat sich der Familienbetrieb in achter Generation noch nicht auseinandergesetzt. Man habe immer noch die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit wieder Vorstellungen stattfinden können. Sollte dies noch im Herbst der Fall sein, dann würde man auch gleich in Sondershausen damit beginnen. Denn die Zirkusleute würden sich auch gern für die Gastfreundschaft der Sondershäuser mit einer Vorstellung bedanken wollen.