19 Neuinfektionen lassen den Inzidenzwert in Weimar auf 78,35 steigen

Weimar.  Neue Regeln in Weimar und im Kreis Weimarer Land werden Montag von bundesweiten Regelungen überholt.

Neue Regeln in Stadt und Kreis werden Montag von bundesweiten Regelungen überholt

Neue Regeln in Stadt und Kreis werden Montag von bundesweiten Regelungen überholt

Foto: Marco Kneise

Bevor die bundesweiten Einschränkungen am Montag in Kraft treten, gilt im Weimarer Land ab Samstag, 31. Oktober, eine neue Allgemeinverfügung. Die Stadt Weimar bereitet ebenfalls eigene Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor und will darüber am Donnerstag informieren. Wichtig dabei: Mit Inkrafttreten der bundesweiten Beschlüsse gelten die jeweils schärferen Beschränkungen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Hintergrund für die neuen Verfügungen ist, dass Stadt und Kreis am Dienstag auch den zweiten Grenzwert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten haben. In Weimar schnellte er mit 19 Neuinfektionen Mittwoch auf 78,35 in die Höhe. Im Kreis sank er trotz vier Neuerkrankungen auf 47,6. Er liegt aber noch deutlich über der 35er-Marke, die erste Maßnahmen vorschreibt.

Im Weimarer Land sind bereits ab Samstag wieder private Veranstaltungen und Zusammenkünfte stark reglementiert: Zulässig sind in geschlossenen Räumen maximal 25 Personen, im Freien 50 Menschen. Dazu gehören Hochzeitsfeiern, Geburtstage, Familienfeste allgemein oder Vereinsfeiern oder -treffen. Strikt untersagt sind ab Samstag im Kreis alle öffentlichen Veranstaltungen mit Publikumsverkehr, insbesondere Volks-, Dorf- und Stadtfeste, Kirmes und Herbstfeuer.

Betroffen ist ferner der nicht gewerbliche Sport in geschlossenen Räumen. Heißt: Vereine, Freizeitsport und der Ligabetrieb sind – bevor sie am Montag zum Erliegen kommen – nur bis zu 15 Menschen in einer Halle beziehungsweise pro abgetrenntem Hallenteil erlaubt. Bei Freiluftsport gelten im Landkreis 50 Personen als Maximum.

Von diesen Maßnahmen im Kreis sind zunächst alle religiösen, betrieblichen, parteipolitischen oder amtlichen Veranstaltungen wie Sitzungen von Gemeindegremien ausgenommen. Museen dürfen noch geöffnet bleiben, aber keine Gruppenführungen anbieten. Erlaubt bleiben zudem Märkte, Händlerstände oder Sonderverkaufsaktionen, wenn die Veranstaltungen keinen Vergnügungscharakter haben und Weinstände, Fahrgeschäfte oder Schaustellerbetrieb anbieten.

Verschärft wird bereits ab Samstag die Kontaktverfolgung bei allen Veranstaltungen sowie – zwei Tage vor deren bundesweiter Schließung – in der Gastronomie. Es müssen neben Namen und Telefonnummer auch die Wohnanschrift und (sofern vorhanden) eine Mail-Adresse angegeben werden, ebenso genau Datum und Zeitraum des Besuchs.

Angesichts der bundesweiten Vorschriften hat die Stadt reagiert und ihr Konzept für die Weimarer Weihnacht korrigiert. Entgegen der bisherigen Ankündigungen wird es nach letztem Stand keinen Glühwein-Ausschank, kein Alkoholangebot aus den Hütten heraus, keine Eisbahn und keine Märchenhütte geben. Um nicht mit den bundesweiten Regelungen zu kollidieren, die bis zum 30. November vorgesehen sind, soll der Weihnachtsmarkt vom 1. bis 22. Dezember stattfinden und nicht vom 24. November bis 5. Januar. Wie beim Zwiebelmarkt gibt es Maskenpflicht auf dem gesamten Marktgebiet und nur vereinzelt Gastronomie mit hiesigen Händlern und separaten Verzehrbereichen. Geplant sei aber laut Rathaus ein reduziertes Kulturangebot auf dem Marktplatz.

„Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass der Weihnachtsmarkt auch kurzfristig noch abgesagt werden kann“, sagte Bürgermeister Ralf Kirsten angesichts der Dynamik bei den Infektionen und noch ausstehenden Vorgaben des Landes.